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Wegen sinkender Abo-Zahlen

Netflix wählt Microsoft als Partner für Werbe-Abo

Netflix startet mit Werbung, Microsoft und Xandr setzen das Vorhaben um.

Netflix will bald ein Werbe-Abo einführen, Microsoft und Xandr sollen dabei helfen. – Foto: Imago

Netflix hatte angesichts sinkender Kundenzahlen ein günstigeres Abo mit Werbung angekündigt. Jetzt wurde bekannt, wer der Technologie-Partner hierfür werden soll. Microsoft soll dem strauchelnden Streamingdienst beim Aufbau des neuen Geschäftsmodells helfen.

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Netflix hat mit Microsoft einen Deal für die Entwicklung eines günstigeren Abonnementangebots geschlossen. Dies gab das US-Unternehmen am Mittwoch bekannt. „Microsoft ist nachweislich in der Lage, alle unsere Werbeanforderungen zu erfüllen, während wir gemeinsam ein neues werbegestütztes Angebot aufbauen“, so Netflix in einer Erklärung. „Noch wichtiger ist, dass Microsoft die Flexibilität bietet, im Laufe der Zeit sowohl auf der Technologie- als auch auf der Vertriebsseite Innovationen vorzunehmen, sowie einen starken Schutz der Privatsphäre unserer Abonnenten zu gewährleisten.“

Im April hatte der Streaming-Riese angesichts sinkender Kundenzahlen angekündigt, ein neues, günstigeres werbefinanziertes Abonnement für Verbraucher einzuführen. Damals hatte Reed Hastings, Gründer und Co-Chef von Netflix, davon gesprochen, die Werbe-Version „in ein bis zwei Jahren auf die Reihe zu kriegen“. Laut Medienberichten hatte Netflix auch die YouTube-Mutter Google und den Eigentümer der Senderkette NBC, Comcast, als Technologiepartner für die Anzeigenversion in Erwägung gezogen.

Netflix wird beim Aufbau des neuen Geschäftsbereichs viel Zeit einplanen müssen

Die Entscheidung für Microsoft deutet darauf hin, dass Netflix in einige der neuesten Techniken der Videowerbung einsteigen möchte wie den programmatischen Anzeigenverkauf. Der beruht auf der Nutzung von Daten, um Anzeigen auf bestimmte Zuschauergruppen abzustimmen; oder adressierbare Anzeigen, die an bestimmte Zuschauersegmente gesendet werden. Im Juni hat Microsoft die Übernahme der Ad-Tech-Firma Xandr von AT&T abgeschlossen, die im Bereich der programmatischen Werbung tätig war.  

Werbegelder einzutreiben braucht jedoch Zeit. Für Netflix ist dieses Geschäftsmodell Neuland. Neben dem Aufbau eines Verkaufsteams und dem Knüpfen von Beziehungen zu Media-Agenturen wird Netflix Abrufzahlen seiner Formate in einer Art und Weise offenlegen müssen, wie es bisher nicht geschehen ist. Die Werbetreibenden wollen schließlich wissen, wie viele potenzielle Kund:innen sie am Ende erreichen.

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