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Tarifverhandlungen

DJV erteilt Kanzler Scholz Absage für Einmalzahlung

Bundeskanzler Olaf Scholz

Bundeskanzler Olaf Scholz – Foto: Imago/Political-Moments

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) will der steuerfreien Einmalzahlung, die von Bundeskanzler Olaf Scholz vorgeschlagen wurde, nicht zustimmen. Stattdessen setzt der DJV auf weitere Tarifverhandlungen.

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Wie der Verband mitteilt, sieht man in dem Vorschlag der steuerfreien Einmalzahlung durch Unternehmen einen Eingriff in die Tarifautonomie von Gewerkschaften und Arbeitgebern. Dabei handele es sich um ein „Strohfeuer, das den Journalistinnen und Journalisten keinen dauerhaften Einkommenszuwachs beschert“, sagt der DJV-Bundesvorsitzende Frank Überall. Bundeskanzler Olaf Scholz brachte den Vorschlag ins Gespräch, um dem Kostendruck durch erhöhte Energiepreise und eine gesteigerte Inflation entgegenzutreten. Im Gegenzug sollten Gewerkschaften in Verhandlungen derzeit auf Lohnforderungen verzichten.

Einmalzahlung müsste im oberen vierstelligen Bereich liegen

Gänzlich ausschließen will der DJV-Bundesvorsitzende eine Einmalzahlung nicht. Diese müsse allerdings „mindestens im hohen vierstelligen Bereich“ liegen, um die inflationsbedingten Einkommensverluste wettzumachen. Eine solche Zahlung liege laut Überall aber nicht im Bereich des Möglichen: „Die Medienarbeitgeber, die zu solchen Zahlungen bereit sind, müssen erst noch geboren werden“, quittiert der DJV-Vorsitzende diese Dimensionen. 

Tarifverhandlungen statt Einmalzahlung

Statt sich mit dem Thema der Einmalzahlung auseinanderzusetzen, sieht Überall größere Chancen in Tarifverhandlungen. In aktuellen Gesprächen mit den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten fordert der DJV laut eigener Aussage derzeit sechs Prozent mehr Gehalt für Journalistinnen und Journalisten und weitere soziale Komponenten.

Der DJV ist nicht die einzige Gewerkschaft, die Scholz‘ Angebot ablehnt. Auch die IG-Metall und der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) sehen darin einen Eingriff in die Tarifautonomie. Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger erteilte ebenso eine Absage mit dem Hinweis, dass solche Vorstöße Verhandlungen eher noch erschweren könnten, wie er gegenüber der Funke Mediengruppe mitteilte. 

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