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Russlands Krieg

Obi verschenkt seine russischen Filialen

Obi-Outlet in Moskau – Foto: Imago

Der Baumarkt-Marktführer Obi verschenkt seine russischen Filialen an einen Investor. Damit sei der letzte Schritt vollzogen, um den russischen Markt endgültig zu verlassen, teilt das Handelsunternehmen mit. Es seien „alle juristischen Einheiten ohne Kaufpreiszahlung an einen Investor“ übertragen worden.

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Dieser Schritt erfolge vorbehaltlich der Zustimmung der zuständigen Behörden und unter der Bedingung, dass die Marke Obi in Russland zukünftig nicht mehr verwendet wird. Damit sei die Firmengruppe Obi nach der Transaktion weder direkt noch indirekt in Russland tätig. Obi hatte nach dem Beginn des Krieges Russlands gegen die Ukraine mitgeteilt, „alle unsere Märkte in Russland zu schließen und unsere Geschäftstätigkeit dort endgültig einzustellen“. Die Lage in der Ukraine richte sich gegen Freiheit und Demokratie und widerspreche damit den Grundwerten bei Obi. So waren alle Märkte am 17. März geschlossen.

Offenbar hatte es von russischer Seite Druck auf die Tengelmann-Tochter gegeben, die Outlets wieder zu öffnen. Vom 29. März datiert folgende Obi-Verlautbarung: „Vor dem Hintergrund der jüngsten Meldungen aus Russland möchten wir noch einmal deutlich klarstellen, dass alle russischen Märkte, wie in unserem letzten Statement angekündigt, dauerhaft geschlossen bleiben. Laut „Handelsblatt“ hatte das russische Management der Obi-Landesgesellschaft nach der Schließung der Märkte versucht, die Läden wieder zu öffnen. Dies soll Obi verhindert haben, indem es die Kassen von den Servern trennte und damit die Nutzung der Software unterbunden habe.

Obi sieht sich mit einem Gesamtumsatz von 8,7 Milliarden Euro (im Geschäftsjahr 2021) als deutscher Marktführer der Baumarkt-Branche. 1970 wurde der erste Markt in Deutschland eröffnet, 1991 begann Obi die Expansion ins Ausland. Die Zahl der europaweiten Filialen gibt das Unternehmen mit mehr als 640 an. Neben dem deutschen Heimatmarkt mit gut 350 Märkten ist Obi in folgenden Ländern vertreten: Bosnien-Herzegowina, Italien, Österreich, Polen, Schweiz, Slowenien, Slowakei, Tschechische Republik und Ungarn.

In der Werbung arbeitet Obi in Deutschland seit 2017 mit dem Kölner Büro der Agentur Zum goldenen Hirschen zusammen.

rk

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