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Network-Umbau

McCann-Gruppe baut Spitze um: Jan-Philipp Jahn und Ulrich Saeuberlich werden CEOs

v.l.: Jan-Philipp Jahn und Ulrich Saeuberlich – Foto: McCann

McCann hat mit Jan-Philipp Jahn einen neuen CEO, und bei der Digital-Schwester MRM rückt Ulrich Saeuberlich auf den CEO-Posten. Ruber Iglesias, CEO der übergeordneten Einheit McCann Worldgroup, verlässt im Laufe dieses Frühjahrs nach fast 20-jährigen Karriere bei dem Network, davon fast zehn Jahre als CEO von Worldgroup Deutschland, seinen Posten.

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Iglesias geht laut einer Pressemitteilung von McCann auf eigenen Wunsch. Mark Lund, President McCann, Worldgroup UK & Europe: „Während Rubers Zeit hat die Agentur ein großes Wachstum und Anerkennung bei ihren Kunden und in der Branche erreicht. Wir werden ihn als Kollegen und Freund vermissen und danken ihm für seine Unterstützung bei diesem Übergang, während er das nächste Kapitel seiner bereits sehr erfolgreichen Karriere in Angriff nimmt.“

Unter Iglesias‘ Führung habe sich die zur IPG-Holding gehörende McCann Worldgroup in den letzten vier Jahren verdoppelt – mit nun insgesamt rund 500 Mitarbeitern an den drei deutschen Standorten in Frankfurt, Düsseldorf und Berlin. Zudem sei 2021die Agenturgruppe unter der Leitung von CCO Götz Ulmer, der vorher fast seine gesamte Karriere bei Jung von Matt verbrachte, in Kreativrankings aufgestiegen – McCann hatte Awards in Cannes, Clio, New York Festivals und LIA gewonnen. Einen spürbaren Effekt auf das Neugeschäft hatte diese kreative Präsenz allerdings (noch) nicht.

Dicker Wermutstropfen

Einen dicken Wermutstrophen bescherte allerdings kürzlich der Discounter Aldi. McCann hatte vor rund sieben Jahren spektakulär Aldi Nord gewonnen – es war das erste Mal, dass der Handelsriese in größerem Maßstab eine klassische Werbeagentur beauftragte. Danach kamen Aufträge von Aldi Süd hinzu, so dass McCann zum Hauptbetreuer der beiden von unabhängig operierenden Aldi-Konzerne wurde. Damit ist Schluss, denn die Berliner Agenturgruppe Antoni baut eine Customized Agency für Aldi. Wie groß der Verlust für McCann in etwa ausfällt, zeigt die Größe des Teams, das Antoni aufbaut: Die Rede ist von etwa 70 Leuten.

Ein anderer großer Kunde ist Opel. Mit kurzen Unterbrechungen wird der Autobauer seit Jahrzehnten von McCann betreut. Auch für diese Großkunden gibt es eine Customized Agency, sie heißt Velocity McCann. Weitere Kunden sind u.a.: Amazon, Ebay, Heel, Kerrygold, L’Oréal, Mastercard, Microsoft, Nestlé, Nomad (Marke: Iglo), Reckitt Benckiser, Samsung, Sanofi und Zurich Versicherung.

Der 58-jährige Iglesias sagt zu seinem Abschied: „Ich bin seit fast 30 Jahren im Agenturgeschäft tätig und habe bereits eine Zeit lang darüber nachgedacht, etwas anderes zu machen. Allerdings haben wir in letzter Zeit eine so positive Dynamik und ein so starkes Wachstum erlebt, dass ich länger geblieben bin, als ich erwartet hatte. Doch nun möchte ich nach einer Auszeit eine neue berufliche Herausforderung annehmen, es ist an der Zeit für mich und auch für die Agentur, sich auf eine neue Zukunft zu konzentrieren.“

Die beiden neuen CEOs

Jahn, der vor kurzem überraschend seinen Job als CEO Grey Germany quittierte, bringt gut 20 Jahre Erfahrung mit aus Stationen bei Springer & Jacoby, BBDO und Serviceplan. Dort arbeitete auf Marken wie BMW, Smart, Volvo, Michelin, Europcar, Lidl und Grohe. Zu seiner neuen Aufgabe sagt Jahn: „Meine Priorität ist es, unser Angebot noch weiter zu verbessern und eine starke integrierte Arbeit für unsere Kunden zu schaffen, die Relevanz von McCann im Markt zu erhöhen und für bestehende Mitarbeiter:innen und neue Talente attraktiv zu sein. Vielfalt, Respekt, Integration und moderne Führung sind die Schlüsselbegriffe für meine zukünftige Rolle. Ich bin sehr gespannt.“

Mit 15 Jahren Erfahrung in den Bereichen Markenführung, Digitales Marketing und Transformation und Aufenthalten in Buenos Aires, New York und Shanghai war Ulrich Saeuberlich zuletzt sechs Jahre Geschäftsführer bei AKQA Deutschland in Berlin (gehört wie Grey zur WPP-Holding). Saeuberlich: „Ich freue mich sehr, bald Teil von MRM zu sein, und das in einer für viele Kunden so kritischen Zeit.“ Sein Ziel sei es, das Angebot „noch konsequenter“ auf die Bedürfnisse der Kunden auszurichten. „Im Mittelpunkt stehen dabei immer die Kreativität unserer Arbeit und der messbare Geschäftserfolg für unsere Kunden.“

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