Anzeige

Home Fitness

Nachfrage-Einbruch – Peloton stoppt laut US-Medien Produktion von Bikes

Peloton Aufmacher

Wenn der Premium-Markt gesättigt ist, wer kauft dann die hochwertigen Peloton-Bikes? – Foto: Imago / Levine Roberts

Laut Berichten von US-Medien hat Peloton die Produktion von Trainingsrädern und Laufbändern gestoppt und die Mitarbeiter auf Kündigungen vorbereitet. Peloton selbst dementiert das. Die Aktie stürzt in Richtung All-Time-Low.

Anzeige

„Die Nachfrage der Kunden ist offenbar nicht da“. So kommentiert eine US-Journalistin beim Fernsehsender „CNBC“, dass die New Yorker die Produktion ihrer Hardware angehalten haben. Die Journalistin bezieht sich auf interne Dokumente, die vom 10. Januar datieren. Pelotons CEO John Foley dementierte umgehend auf der Peloton-Website. Der Bericht sei unvollständig und aus dem Zusammenhang gerissen. Was genau die Pläne sind, will das Fitnessunternehmen erst am 8. Februar bei Bekanntgabe der Quartalsbilanz veröffentlichen.

Foley gibt in dem Post allerdings unumwunden zu, dass es an der Zeit sei, die eigenen Organisationsstrukturen zu prüfen. Er schreibt:

„In the past, we’ve said layoffs would be the absolute last lever we would ever hope to pull. However, we now need to evaluate our organization structure and size of our team, with the utmost care and compassion. And we are still in the process of considering all options as part of our efforts to make our business more flexible”.

Foley gibt zu, dass es einen Maulwurf im Unternehmen gegeben habe, von dem CNBC die vertraulichen Dokumente hat. Laut diesen Dokumenten laufen derzeit Berater von McKinsey durchs Haus. Kein gutes Zeichen für die Mitarbeiter.

Peloton-Aktie
Die Peloton-Aktie verlor im letzten Jahr 87 Prozent ihres Werts – Foto: Google / Screenshot

Unterdessen reagierte die Börse, als hätte sie auf solche Nachrichten gewartet. Um 25 Prozent sackte der Kurs des Wertpapiers am gestrigen Donnerstag ab. Seit dem Höchststand am 14. Januar 2021 hat das Wertpapier 83 Prozent seines Werts verloren. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels rangierte der Wert bei 22,90 Euro. Der Ausgabepreis zum Börsengang hatte bei 25,50 Euro gelegen.


Lesen Sie unsere Analyse vom FitTech Summit, wo die Strategie von Peloton intensiv diskutiert wurde.


Dass die Nachfrage bei Peloton nachgeben könnte, wurde in Branchenkreisen schon lange spekuliert. Die Corona-Sondereffekte, die viele Menschen zu Home Fitness getrieben hatten, scheinen sich abzuschwächen. Die Marke wurde dahingehend kritisch betrachtet, dass sie sich nur auf das Marktsegment der ambitionierten Sportler konzentriert und das wirkliche Wachstumssegment, den Sportanfänger, zu wenig in den Mittelpunkt der Vermarktungsstrategie stellt. Vergangenen Sommer änderten die New Yorker die Werbestrategie und setzten fokussiert auf „normale“ Menschen als Testimonials. Auch ihre aktuelle Kampagne fokussiert auf die Überwindung des inneren Schweinehunds.

Den New Yorkern dürfte allerdings auch die Preispolitik stark zugesetzt haben. Im Sommer 2021 reduzierte man die Verkaufspreise um 10 bis 15 Prozent, um eine breitere Käuferschicht zu adressieren. „Das hat überhaupt nicht funktioniert“, kommentiert CNBC. Jüngst hat Peloton bekanntgegeben, die Preise zum März wieder anheben zu wollen. Der Platzhirsch der Home-Fitness-Branche sieht sich einem harten Wettbewerb ausgesetzt, und während Peloton mit einem Spitzenprodukt in Sachen Trainer und Kurse aufwartet, fokussieren einige Wettbewerber eher auf ein universelleres Angebot. „Da kann man beim Trainieren auch Netflix schauen“, so ein Insider.

MEEDIA hat Peloton Deutschland um eine Stellungnahme gebeten. Bis zur Veröffentlichung dieses Artikels lag diese nicht vor. Wir werden den Bericht ergänzen, sobald diese eintrifft.

Anzeige