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Die GAFA-Kolumne

Wer vor 20 Jahren 2.000 Euro in Apple investiert hätte, besäße heute…

BigTech Weekly

Nils Jacobsen – Illustration: Bertil Brahm

Hätte, hätte, Big-Tech-Kette. Dass Apple, Amazon, Microsoft & Co. die wertvollsten Konzerne der Welt sind, ist keine Neuigkeit. Gern vergessen wird indes, was für Anleger, die in den letzten Jahren und Jahrzehnten in die GAFAs investiert hätten, drin gewesen wäre. Spoiler: ein ziemliches Vermögen.

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Die Alarmglocken schrillen: Das Geld schmilzt. Mehr als vier Prozent Inflation wurden im Oktober im Jahresvergleich festgestellt. Bedeutet: 100 Euro vom Oktober 2020 sind heute nur noch 95,50 Euro wert. Die Geldentwertung frisst durch sich durch Millionen Bankkonten, auf denen Bundesbürger Bares bunkern. 

Es gibt freilich einen jahrhundertelangen bekannten Ausweg, sein Kapital nicht nur zu erhalten, sondern sinnvoll zu vermehren. Er führt über die Börse zur Aktie, die jedoch für eine ganze Anlegergeneration seit dem Debakel der T-Aktie in den frühen 2000er-Jahren zum Teufelszeug wurde.    

Tatsächlich scheint der Großteil der Bevölkerung ein Investment in Aktien zu scheuen. Hand aufs Herz: Zählen Sie eigentlich zu den rund 12 Millionen Bundesbürgern, die Aktien besitzen? Und wenn ja: Sind Sie in Big Tech-Unternehmen investiert? Falls doppelt ja: Herzlichen Glückwunsch, Sie haben viel richtig gemacht!

Seit Jahren – tatsächlich mehr als einem Jahrzehnt – scheinen die Kurse an den Weltbörsen in immer weitere Höhen zu schießen. Das gilt erst recht bei Technologieunternehmen. Mindestens genauso lange hält sich ein Vorurteil gegenüber den Anteilsscheinen von Apple, Alphabet & Co.: als „zu teuer“ empfanden viele Anleger die hoch gewetteten Tech- und Internetstars schon in den Nullerjahren. 

Tatsächlich sind die beiden Worte „zu teuer“ wohl selbst die beiden teuersten der Börsenhistorie – zumindest bei Qualitätsunternehmen aus dem Techsektor, wie ein Abgleich mit der längeren, mittleren und jüngeren Vergangenheit beweist. Selbst wer sein Investment im kurzen Abstand des Jahresvergleichs beurteilt, hat mit GAFAM-Aktien mitunter beträchtliche Gewinne erzielt, die Tagesgeld-Sparer, die faktisch einige Prozent verloren haben, neidisch werden lassen dürften. Seit Januar haben die großen sechs der Technologiebranche (inklusive Aufsteiger Tesla) wie folgt zugelegt: 

  • Amazon: + 8 Prozent  
  • Apple: + 13 Prozent 
  • Facebook: + 25 Prozent 
  • Tesla: + 47 Prozent  
  • Microsoft: + 51 Prozent 
  • Alphabet: + 71 Prozent  

Deutsche Anleger, die entsprechend in Euro investiert hätten, liegen wechselkursbedingt gar noch ein paar Prozent weiter vorn. Dramatisch besser fällt die Wertentwicklung bereits nach fünf Jahren aus, wie Bloomberg-Chefstatistiker Jon Erlichman in seinen Tweets festgehalten hat: 1000 Dollar / Euro, die in Alphabet Ende 2016 investiert worden wären, hätten sich bis heute mehr als vervierfacht, während mit Apple oder Amazon mehr als eine Verfünffachung drin gewesen wäre, bei Netflix übrigens gar eine Versechsfachung.   

Nach zehn Jahren waren bereits Kursgewinne möglich, die für ein halbes Leben reichen müssten. Der berühmte „Tenbagger“, also ein Wertverzehnfacher, war mit allen GAFAMs mit Ausnahme von Facebook, das 2011 noch nicht an der Börse gelistet war, drin. (Wer kurz nach dem IPO im Mai 2012 kaufte, hätte den Wertzuwachs ebenfalls erzielt.)   

Ein noch weiterer Blick zurück – nämlich auf zwei Dekaden – führt gar zu komplett lebensverändernden Gewinnen. Nach 20 Jahren waren nämlich bei zwei GAFAs Kursgewinne möglich, die für ein ganzes Leben reichen würden: Selbst wer vor zwei Jahrzehnten nur wenige Tausend Dollar (oder Euro) in Apple oder Amazon investiert hätte, wäre heute Millionär. 

Im Detail: Wer Ende 2001 rund 2000 Euro in Apple-Aktien investiert hätte, wäre heute ebenso ein Millionär wie bei einem Einsatz von 2500 Euro in Amazon. So einfach kann Vermögensaufbau sein, wenn man die richtige Aktie im frühen Stadium erwischt.

Tatsächlich geht es auch im Schnellvorlauf. Wer nur vor 2,5 Jahren genau das Gegenteil getan hätte, was der erratische Marketinglautsprecher Scott Galloway bei Tesla empfohlen hatte – nämlich die Aktie zu kaufen, statt auf eine weitere Halbierung zu setzen –, wäre heute, je nach Höhe des Einsatzes, ebenfalls auf dem Weg zum Millionär. Ganz recht: Ein Investment von 3.500 Euro im Mai 2019 in Tesla-Aktien hatte gereicht, um vergangene Woche die 100.000-Euro-Schwelle zu knacken; wer vor nur 30 Monaten gar 35.000 Euro in Hand genommen und in Tesla-Aktien investiert hätte, wäre heute ebenso Millionär.

So schnell kann es tatsächlich an der Börse gehen, wenn man die richtigen (Technologie-) Aktien einsammelt. Ein wohltuender Vergleich zur Relativierung und Neujustierung von Arbeitsethos und Work-Life-Balance: Wie viel Kapital ist bei Ihnen in den letzten 10 oder 20 Jahren im Job eigentlich hängen geblieben?

Man kann es nicht oft genug betonen und früh genug damit im Leben beginnen (und dann durchhalten): In Aktien zu investieren oder mit monatlichen, fest definierten Summen zu sparen, lohnt sich. Historisch gesehen vor allem im Technologiebereich. 

+++ Short Tech Reads +++

WSJ: Warum AirPods plötzlich out sind 

Wie, AirPods sind out? Nicht im klassischen Sinne, doch gerade unter Influencern ist ein neuer Trend zu beobachten, den das Wall Street Journal ausgemacht hat. So sind etwa Model Bella Hadid, Schauspielerin Zoë Kravitz oder Johnny Depps Lily-Rose zuletzt mit Apples alten, kabelgebundenen Kopfhörern zu sehen. Warum? Einfach mal ein Zeichen gegen den Mainstream setzen und die Retro-Welle reiten.  

Financial Times: Substack erreicht 1 Million Abonnenten

Newsletter, Baby! Dass persönlich in die Mailbox zugestellte Texte der Trend des Jahres in der Verlagsbranche sind, ist keine Neuigkeit. Wohl aber, dass Leser immer öfter bereit sind, dafür auch zu zahlen. Branchenmarktführer Substack konnte zu Wochenbeginn eine Vervierfachung seines Kundenstamms in nicht mal einem Jahr vermelden: von 250.000 Abonnenten im vergangenen Dezember auf nunmehr über eine Million. Wired hat unterdessen die andere Seite des Substack-Erfolgs beleuchtet. 

Marketwatch: Rivian feiert erfolgreiches Börsendebüt des Jahres 

Nicht nur Tesla elektrisiert Anleger – auch ein neuer EV-Herausforderer, der teilweise von Amazon finanziert wird: Rivian. Der 12 Jahre alte Elektroautobauer, der bislang einen Pick-up und ein SUV entwickelt, stürmte vergangene Woche regelrecht an die Wall Street und legte am ersten Handelstag um mehr als 30 Prozent zu und erlöste aus dem Stand 12 Milliarden Dollar.

Diese Woche geht der Sprint weiter: Bei Kursen von 150 Dollar wird Rivian an der Börse bereits mit 127 Milliarden Dollar bewertet und ist damit schon der zweitwertvollste Automobilhersteller der USA – nach Tesla, aber vor General Motors oder Ford und ebenfalls vor VW, Daimler oder BMW in Deutschland. Bisher ausgelieferte Autos: null

+++ One more Thing: Ist Elon Musk auf Twitter diesmal zu weit gegangen?  +++ 

Elon Musk, Twitter und das Wochenende – Sie kennen das. Diesmal im Visier des reichsten Mannes der Welt: Der frühere demokratische Präsidentschaftsbewerber Bernie Sanders, der auf Twitter forderte, dass die „extrem Wohlhabenden ihren fairen Anteil bezahlen“.

Elon Musk, der es aktuell auf ein Nettovermögen von 250 Milliarden Dollar bringt, fühlt sich offenbar angesprochen und attackierte den 80-Jährigen rüde. „Ich hab vergessen, dass du noch lebst“, griff Musk in eine der untersten Twitter-Schubladen.

Der Tweet sorgte erwartungsgemäß für entsprechende Kontroversen, sogar Edward Snowden kommentierte ihn („getriggert“).

Tatsächlich hatte Sanders, der sich in seinen zwei Wahlkämpfen so beherzt die „Billionaaaairs der Waaall Schreeeet“ vorgenommen hatte, bei Musk wohl einen wunden Punkt getroffen, denn der Tesla-CEO legte noch mehrmals nach. Am Ende kamen sogar auch noch die Aliens ins Spiel. Elon Musk und Twitter – es bleibt kompliziert…. 

Cheers + bis nächste Woche!

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