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Verschwörungstheoretiker

„KenFM“ abgeschaltet, Verfahren eingestellt

Ken Jebsen (r.) zusammen mit "Querdenken"-Gründer Michael Ballweg – Foto: imago images / Arnulf Hettrich

Wie eine Sprecherin der Medienanstalt Berlin Brandenburg (MABB) mitteilte, wurde das Verfahren gegen „KenFM“ eingestellt. Aus einem einfachen Grund: Der Kanal existiert nicht mehr. Macher Ken Jebsen selbst arbeitet bereits an einem neuen Angebot.

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Das Angebot „KenFM“ habe bereits seit drei Monaten nicht mehr existiert. Wer die Seite ansteuert, wird umgeleitet auf „apolut.net. Der älteste Wortbeitrag auf der Seite, die den Zusatz „das denk’ ich auch“ trägt, stammt vom 2. August 2021. Im neuesten Video, das auf Ende September datiert, ist  Ken Jebsen – bürgerlich: Kayvan Soufi-Siavash – selbst zu sehen. Dort fordert er die User, ganz direkt die alte „KenFM“-Community, auf, einen „Dauerauftrag für apolut“ einzurichten und so den Transformationsprozess zur neuen Plattform zu unterstützen. Nach eigenen Angaben sei Jebsen aber nur als Berater im Hintergrund aktiv. 

Im Text unter dem Video wird das Angebot selbst als „unabhängige Medienplattform“ beschrieben, die es sich zur Aufgabe gemacht habe, „zu den unterschiedlichsten Themen mehr als nur eine einzige Perspektive anzubieten“. Apolut stehe für „freie und 100% userfinanzierte Presse“.

Das neue Angebot werde aktuell von der MABB überprüft, wie eine Sprecherin gegenüber dem Evangelischen Pressedienst mitteilte. Die neue Seite enthalte unter anderem ein Archiv mit Beiträgen des alten „KenFM“-Angebots. Dabei würde es sich vor allem um Videos handeln.

Der Berliner Verfassungsschutz stufte „KenFM“ im März als Verdachtsfall ein. Der Grund: Das Angebot sorge dafür, dass Falschinformation und Desinformation verbreitet werden würden und treibe zudem die Radikalisierung der sogenannten Querdenker-Szene weiter voran. Medienanstalt selbst hatte ein wegen Verstößen gegen die journalistische Sorgfaltspflicht ein Verfahren gegen „KenFM“ eingeleitet.

Bei YouTube wurde der Kanal „KenFM“ bereits Anfang 2021 gesperrt, nachdem zum dritten Mal die Community-Richtlinien missachtet worden seien. 

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