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Videobotschaft des CEO

Springer-Chef Döpfner: „Es gibt dieses Problem bei ‚Bild'“

Springer-CEO Mathias Döpfner in seiner ersten Videobotschaft an die Mitarbeiter – Screenshot: YouTube

Der Rauswurf des „Bild“-Chefredakteurs Julian Reichelt schlägt hohe Wellen. Jetzt hat Springer-Chef Mathias Döpfner in einer Video-Botschaft an alle Mitarbeiter eingeräumt, dass es bei der „Bild“ ein Kulturproblem gibt. Dies will er schnell und grundlegend ändern. Auch zu seiner umstrittenen Textnachricht äußerte er sich.

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Der Springer-Verlag und Vorstandschef Mathias Döpfner stehen nach der Abberufung von Julian Reichelt als „Bild“-Co-Chef seit Tagen in der Öffentlichkeit massiv unter Druck. Jetzt hat Döpfner in einer Videobotschaft an die Mitarbeiter zu verschiedenen Punkten Stellung bezogen. Dabei räumt er Probleme in der Arbeitskultur ein. Dies betreffe aber nicht den gesamten Verlag, sondern lediglich die „Bild“-Gruppe. Wörtlich: „Es handelt sich hier nicht um ein Kulturproblem des gesamten Verlags. Es gibt dieses Problem bei ‚Bild‘.“ Hier will er noch schneller und grundlegender die Kultur ändern und modernisieren, um den respektvollen Umgang der Mitarbeiter untereinander zu fördern. 

„Wir müssen ein Vorbild sein, was moderne, respektvolle, diverse Unternehmenskultur betrifft“, so Döpfner. Auch seine unglückliche Wortwahl, die Bundesrepublik mit der DDR zu vergleichen, rechtfertigte er. Es habe sich um eine private Nachricht gehandelt. „Eine Private SMS ist kein Tweet, ist kein Post, ist keine öffentliche Rede“, so der CEO. „Und wenn man in einer privaten Unterhaltung aus dem Zusammenhang gerissen etwas zitiert, dann unterschlägt man Polemik, Ironie und Übertreibung. Das alles kann es in einer privaten Unterhaltung geben“, sagt er weiter. „Und zumindest mir geht es so, dass ich manches Übertriebene und Unsinnige in einer privaten Unterhaltung sage oder schreibe. Und trotzdem lege ich darauf Wert, dass es privat ist und dass es da nicht behandelt wird wie ein Zitat. Das ist doch eine Grenzüberschreitung.“ 

Die Videobotschaft machte Döpfner kurz vor seiner Abreise nach Washington. Grund der Reise ist, dass Springer den Erwerb von „Politico“ abgeschlossen hat. Die Mitarbeiter, die er dort trifft, dürften einige Fragen an ihren neuen Chef haben.

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