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Leistungsschutz

Corint Media beschließt neuen Verteilungsplan für Presseverleger

Corint Media-Geschäftsführer Christoph Schwennicke (l.) und Markus Runde – Foto: Corint Media

Corint Media hat einen neuen Verteilungsplan beschlossen. Das teilte die Verwertungsgesellschaft am Donnerstag mit. Nach dem einstimmigen Votum des Aufsichtsrats habe nun auch die Gesellschafterversammlung von Corint Media einen neuen Verteilungsplan für die Erlöse aus dem Presseleistungsschutzrecht einstimmig beschlossen.

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Die zentrale Neuerung stellt demnach die Aufnahme von pressespezifischen Leistungskriterien in den Verteilungsschlüssel dar. Mit der stärkeren Berücksichtigung zertifizierter IVW-Kriterien werde der Bedeutung einer etablierten und schutzwürdigen pluralen Presselandschaft Rechnung getragen, heißt es.

Der Verteilungsplan von Corint Media beinhaltet künftig fünf Töpfe, von denen zwei nach der Online-Reichweite des jeweiligen Angebots ausgeschüttet werden und zwei nach einer Systematik aus verkaufter Auflage und dem Einzelverkaufspreis einer Ausgabe. Zusätzlich werden weiterhin zwei Prozent der erzielten Erlöse zu gleichen Teilen unter allen berechtigten Presseverlegern der Corint Media verteilt, die einen Wahrnehmungsvertrag abschließen.

Seit Inkrafttreten des neuen Presseleistungsschutzrechts hätten zudem zahlreiche Presseverleger ihr Interesse an der Wahrnehmung ihrer Rechte durch Corint Media bekundet, heißt es von Seiten der Verwertungsgesellschaft außerdem. Corint Media sei zuversichtlich, künftig die Rechte von über 300 Angeboten und damit von einem überwiegenden Teil des Marktes wahrnehmen zu können.

Markus Runde und Christoph Schwennicke, Geschäftsführer von Corint Media, dazu: „Mit den neuen Regelungen wurde nach intensiver Diskussion über die richtigen Parameter ein sehr guter Kompromiss gefunden, der dem Markt gerecht wird. Die Grundlage für eine faire Verteilung ist damit geschaffen. Neben dem Wahrnehmungsvertrag ist diese die Basis der Rechtewahrnehmung. Zusammen mit einem deutlich gestärkten Rechteportfolio werden wir nach dem Vertragsabschluss mit Europas größter News-App ‚Upday‘ auch die Verhandlungen mit den großen Plattformen Google, Facebook, Microsoft und den weiteren Verwertern über die Zahlung angemessener Vergütungen für die Nutzung der digitalen Verlagsinhalte fortsetzen.“

Thomas Düffert, CEO der Madsack Mediengruppe begrüßt die Einigung: „Die Gesellschafter der Corint Media haben in den letzten Wochen intensiv um einen ausgewogenen und fairen Kompromiss in der Verteilung zukünftiger Verwertungserlöse gerungen. In der finalen Bewertung dieses Kompromisses begrüße ich insbesondere, dass auch diejenigen journalistischen Angebote vom gesetzlichen Leistungsschutz angemessen profitieren, die auf kostenintensive Recherche und Qualität setzen. Das ist nun zugunsten der vielen nationalen und regionalen Verlage, die sich gemeinsam intensiv für das Presseleistungsschutzrecht eingesetzt haben, sichergestellt worden.“

Madsack wird laut Düffert auf der Basis des nun getroffenen Kompromisses die vorsorglich ausgesprochene Kündigung zum 31. Dezember 2021 zurückziehen.

Lesen Sie hierzu auch das große MEEDIA-Interview mit Christoph Schwennicke.

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