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Desinformation im Wahlkampf

Annalena Baerbock am meisten von Fake News betroffen

Grüne-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock – Foto: Imago Images

Fake News werden vor der Bundestagswahl intensiv gestreut. Wie eine Studie des Kampagnennetzwerks Avaaz jetzt festgestellt hat, ist von dieser Desinformation im Wahlkampf zum größten Teil die grüne Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock betroffen. Ein Kontrahent kommt unterdessen völlig unbeschadet davon.

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Die Studie hat sowohl Fernseh-, als auch Print- und Online-Medien sowie soziale Netzwerke seit Beginn dieses Jahres auf Falschnachrichten untersucht. Das eindeutige Ergebnis: 25 Prozent aller Falschnachrichten betreffen die grüne Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock – mehr als jeden anderen Politiker. Angela Merkel (13 Prozent) und Armin Laschet (10 Prozent) betreffen weniger als halb so viele Fake News.

So sind deutsche Spitzenpolitiker*innen von Fakenews betroffen.

Auch im Kontext möglicher Wahlbeeinflussung scheint Baerbock vor die größte Herausforderung in Bezug auf Desinformationskampagnen gestellt. Betrachtet man lediglich die drei Kanzlerkandidaten der Union, der SPD und eben den Grünen, stellt die Studie fest: 71 Prozent aller Fakes News betreffen Annalena Baerbock. Die übrigen 29 Prozent beziehen sich auf Armin Laschet (CDU/CSU), während Olaf Scholz (SPD) unbeschadet davonkommt.

TV- und Mainstream-Medien verbreiten Fakenews am stärksten

Geclustert nach Parteibezug sind ebenfalls die Grünen am häufigsten betroffen. Mit 46 Prozent liegt die Partei vor der Union (32 Prozent) und der SPD (16 Prozent). Die politischen Randparteien sind ebenso selten betroffen wie die FDP (je ein bis zwei Prozent).

Für die Studie wurden 85 verschiedene Desinformationsnarrative zu 30 deutschen Politikerinnen und Politikern untersucht. Kampagnendirektor Christoph Schott nimmt bei der Verhinderung schneller Fake-News-Verbreitung die Medien in die Pflicht. Immerhin zählen TV- und Mainstream-Medien laut Studie mit 40 Prozent zu den großen Verteilern von Falschnachrichten über die Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock. Nicht zu jeder Nachricht müsse auch eine Titelstory geschrieben werden, konstatiert Schott.

Für die Verbreitung von Fakenews gegen Annalena Baerbock zeichnen mit dem größten Anteil TV und Mainstreammedien verantwortlich. Facebook folgt erst an dritter Stelle. Abbildung: Avaaz

th

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