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Wahlwerbung

CDU versetzt Serviceplan

Armin Laschet – Foto: Imago

Thjnk hat den wichtigen Kanzler-Spot aus der Wahlkampagne der CDU zur Bundestagswahl entwickelt. Damit gerät Serviceplan ins Hintertreffen, die Agentur, die im Frühjahr von den Christdemokraten als Leadagentur für die Wahlwerbung benannt wurde.

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Auf Anfrage von MEEDIA heißt es aus der CDU-Parteizentrale, dass der Kanzlerspot von Thjnk stammt. Dieses Vorgehen passt nur bedingt damit zusammen, dass Serviceplan „Leadagentur für den CDU-Wahlkampf“ ist – so lautete jedenfalls die Headline der entsprechenden Pressemeldung der Agentur.

Unter der Regie von Christoph Kahlert, Geschäftsführer und Partner bei der Berliner Agentur Serviceplan Reputation, sollte eine „maßgeschneiderte Projektagentur mit ausgewählten Spezialist:innen“ aufgestellt werden, die sich um alles kümmert: von der gemeinsamen Erarbeitung der Briefings mit der CDU bis zur kollaborativen, agilen Produktion von Inhalten für alle Kanäle. Und Serviceplan hat jede Menge Spezialisten im eigenen Haus, schließlich kommt die Agenturgruppe auf fast 2.500 Mitarbeiter.

Der Laschet-Kanzler-Spot von Thjnk

Offensichtlich reicht das aber nicht, um die CDU in puncto Werbefilm zufrieden zu stellen. Serviceplan hatte vor einigen Wochen den sogenannten Verantwortungsspot entwickelt und einen nicht besonders gelungenen Kampagnenauftakt hingelegt (MEEDIA berichtete).

Von Seiten der CDU heißt es, dass man von Anfang an mit verschiedenen Agenturen zusammen arbeiten und sich ein „hohes Maß“ an Flexibilität bewahren wollte. Das ist freilich nicht falsch gedacht von der Auftraggeberseite – die Pressemitteilung von Serviceplan zum CDU-Gewinn liest sich allerdings anders (MEEDIA berichtete).

Thjnk hatte für die CDU bereits den Film #wegenmorgen zum Parteitag erarbeitet. Und sah zeitweise wie der Gewinner des CDU-Werbemandats zur Bundestagswahl aus. Jetzt bewahrheitet sich dies ein Stück weit.

Bis zur Wahl Ende September plane die CDU noch weitere Werbeclips – mal schauen, von welcher Agentur sie stammen werden.

Update:

Die CDU-Parteizentrale hat am 25. August auf die MEEDIA-Anfrage zur Aufgabenverteilung von Serviceplan und Thjnk geantwortet.

In der Antwort heißt es, dass aufgrund des hohen Workflows in einem Wahlkampf mit Serviceplan als Leadagentur und einigen weiteren Agenturpartnern zusammengearbeitet werde. „Das war von Anfang an so geplant. Wir setzen auf das Beste aus allen Welten. Viel kommt aus dem Serviceplan-Gruppe, aber nicht alles.“ Es gebe „diesmal erstmals“ nicht nur einen, sondern zwei Haupt-Spots, einen Kanzlerspot (von Thjnk) und einen Verantwortungs-Spot (Serviceplan).

Hinzu kommen zahlreiche weitere kleinere Spots und Clips im Laufe der Kampagne, beispielsweise zur Briefwahl, deren Skripte zum Teil von Serviceplan kommen, teilweise innerhalb der Parteizentrale erdacht wurden. Aktuell sei von Thjnk jenseits des Kanzlerspots nichts eingeplant. Von Serviceplan dagegen gehen noch on air: ein (ggf. zwei) Radiospot, Plakate 2. Welle, Plakate 3. Welle, BAB-Maxiposter, diverse Veranstaltungen / Events und Content für Social Media.

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