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Neue Unternehmensform

„Neues Deutschland“-Belegschaft gründet Genossenschaft

Foto: Imago/Dirk Sattler

Die Belegschaft von „Neues Deutschland“ hat am vergangenen Samstag eine neue Rechtsform auf den Weg gebracht. Stimmt der Prüfungsverband der kleinen und mittelständischen Genossenschaften dem Vorhaben zu, gehört die Tageszeitung ab dem kommenden Jahr der Belegschaft und den Lesern. Zuvor hatten die wichtigsten Gesellschafter ihren Rückzug angekündigt.

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Im März hatten die Partei Die Linke und die Communio eG angekündigt, sich als Gesellschafter des ehemaligen SED-Parteiblatts zurückzuziehen. Die Umwandlung in eine Genossenschaft war deshalb offenbar gewissermaßen erzwungen. „Wir alle haben natürlich Bammel vor der riesigen Verantwortung. Aber wegdrücken geht nicht, dafür ist das ‚ND‘ als linke Zeitung zu wichtig“, so Ines Wallrodt, Mitglied der Chefredaktion. Die bisherigen Gesellschafter sollen die Genossenschaften künftig aber beim Umbau noch unterstützen.

Verkleinerung der Belegschaft

„Mit der Genossenschaft bekommt das ‚ND‘ eine Unternehmensform, die zu seinem inhaltlichen Anspruch passt. Die redaktionelle Unabhängigkeit, die unsere Arbeit seit 1990 prägt, drückt sich künftig auch in der Eigentümerschaft aus“, heißt es vom Unternehmen. Durch die Umstrukturierung müsse sich „Neues Deutschland“ aber auch verkleinern. Einige Mitarbeiter müssten sich umorientieren oder früher in Rente gehen. Sechs würden entlassen, heißt es seitens des Unternehmens.

Bis zur Prüfung durch den Prüfungsverband der kleinen und mittelständischen Genossenschaften stellen Ines Wallrodt, Georg Ramsperger und Matthias Ritter den Interimsvorstand.

th

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