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Publicis verliert an WPP

Über 300 Mio Euro: Wavemaker gewinnt Etat von L’Oréal in DACH-Region

Andreas Neef – Foto: L'Oréal

L’Oréal entscheidet sich nach einem Pitch für das WPP-Network Wavemaker, das den Kosmetikkonzern in Deutschland, Österreich und in der Schweiz ab Januar in Sachen Media betreuen wird. Wie MEEDIA berichtete, musste der bisherige Betreuer aus der Publicis Groupe nach gut dreijähriger Betreuung in die Überprüfung.

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Andreas Neef, Mediadirektor L’Oréal DACH, sagt über den Pitch und das Votum: „Wir brauchen ein sehr schnelles Tempo bei der Vorhersage von Trends und immer neue, innovative Wege, um unsere Verbraucherinnen und Verbraucher durch Medien anzusprechen. Nur so können wir ihnen die einzigartigen Erfahrungen bieten, die sie sich wünschen. Wir freuen uns, einen Partner gewählt zu haben, der bereit ist, in gemeinsame Ziele zu investieren und seine Aufstellung flexibel an die Herausforderungen der kommenden Jahre anzupassen.“

Nicht mehr erste Wahl bei diesen Anforderungen ist die Publicis Groupe Germany, die zum Start der Zusammenarbeit mit L’Oréal eigens die Customized Agency iBeauty gründete und im ersten Halbjahr 2021 zum Pitch antreten musste (MEEDIA berichtete).

Wavemaker arbeitet seit rund zwei Jahren für L’Oréal im Paid Social-Bereich. Für die Zukunft wird Wavemaker als Media-Leadagency ein maßgeschneidertes Agenturmodell umsetzen, das mit zusätzlichen Positionen in den Bereichen Data, Governance und Category Analytics einen „klaren Rahmen für Wachstum in den Beautykategorien“ geben soll. Die Agentur wird dabei lokal mit Spezialisten wie Xingu und eProfessional in Deutschland und Österreich sowie Labelium in der Schweiz zusammenarbeiten – und auf gemeinsamen Businesszielen arbeiten.

„Erleben eine starke zweite Phase der Digitalisierung hin zu E-Commerce und Transactional Media“

„Wir danken unserer bisherigen Mediaagentur iBeauty by Publicis für die sehr gute Zusammenarbeit und ihr langjähriges Engagement. Die Teams von iBeauty haben uns immer mit voller Kraft unterstützt und so maßgeblich zur Sichtbarkeit unserer Marken beigetragen“, sagt Wioletta Rosolowska, Country General Manager L’Oréal Austria Germany. Und weiter: „Dank ihnen konnten wir den direkten Austausch mit unseren KonsumentInnen weiter steigern und verbessern. Während des Ausschreibungsverfahrens waren wir sehr beeindruckt von der strategischen Kompetenz, der Agilität und der Transformationskraft der teilnehmenden Agenturen, insbesondere bei unserer Branche.”

Neef ergänzt: „Derzeit erleben wir eine starke zweite Phase der Digitalisierung hin zu E-Commerce und Transactional Media. Diese Veränderungen wollen wir mit dem neuen Setup als Pionier gestalten. Ich bin überzeugt, dass unsere Experten und die Teams von Wavemaker sehr schnell zusammenwachsen werden.“

„L’Oréal erwartet einen Partner, der in der DACH-Region durch tiefste Expertise alle medialen Disziplinen einzeln und vor allem holistisch orchestrieren und aktivieren kann“, so so Karin Ross, CEO der Mediaholding (innerhalb von WPP) Group M Germany. „Unser erklärtes Ziel ist es, gemeinsam mit L’Oréal Media, Daten und Technologien so zu verbinden, dass wir bessere Werbung für Wachstum ermöglichen.“

Wavemaker auf dem Sprung in bessere Zeiten

Für die in den letzten zwei bis drei Jahren unglücklich agierende Agentur Wavemaker Germany ist der Pitchgewinn mit einem Spendings-Volumen von gut 300 Millionen Euro (allein in Deutschland) auch ein kleiner Befreiungsschlag. Im April war Dirk Fromm als heilsbringender Client Service Director von der Schwesteragentur Mediacom zu Wavemaker gewechselt (MEEDIA berichtete). Seitdem gab es Gewinne von eher kleineren Etats wie Flixbus.

Übrigens ist der Gewinn auch ein indirektes Comeback: Group M hatte mit der Customized Agency L’Équipe L’Oréal vor iBeauty das Mandat inne.

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