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Firmen-Ehe bei Bertelsmann

Gruner + Jahr und TV-Riese RTL schließen sich zusammen

Mediengruppe RTL in Köln – Foto: Imago / Future Image

Das Hamburger Zeitschriftenhaus Gruner + Jahr und der Fernsehsender RTL rücken wie erwartet zusammen. Von der Fusion ausgeschlossen sind die DDV Mediengruppe, Territory, Applike sowie die Beteiligung am „Spiegel“. Sie verbleiben bei Bertelsmann.

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Gruner + Jahr steht vor gewaltigen Veränderungen. Das Hamburger Zeitschriftenhaus schließt sich mit der Mediengruppe RTL Deutschland zusammen. Beide Unternehmen gehören zum Gütersloher Medienriesen Bertelsmann. Wie Bertelsmann mitteilt, will der Konzern damit einen nationalen Champion schmieden. Das neue Unternehmen werde mit Beginn des kommenden Jahren operativ starten.

„Die zuständigen Gremien, das Board der RTL Group, der Vorstand und der Aufsichtsrat von Bertelsmann, sind zu dem Schluss gekommen, dass RTL Deutschland und G+J ihr Wachstumspotenzial gemeinsam besser ausschöpfen können. Mit der Bildung dieses nationalen Medien-Champions werden die strategischen Prioritäten von Bertelsmann wie zuvor in Frankreich, den Niederlanden und Belgien umgesetzt. Unsere Mediengeschäfte auf dem deutschen Markt werden im Wettbewerb mit den globalen Tech-Plattformen gestärkt“, sagt Bertelsmann- und RTL Group-CEO Thomas Rabe und fügt hinzu: „Kein anderes Medienunternehmen hierzulande kann ein derartiges, gattungsübergreifendes Wachstumsbündnis schaffen. RTL Deutschland und G+J sind ein Content-Powerhouse mit der Inhalte-Kompetenz von unter anderem 1.500 Journalistinnen und Journalisten. Die Unternehmen führen starke Inhalte und Marken in einer Hand crossmedial zusammen. Dabei entstehen jährliche Synergien in Höhe von rund 100 Millionen Euro – größtenteils wachstumsbedingt.“

Der Zusammenschluss war in der Branche erwartet worden. Seit Monaten loteten die Berater von McKinsey und Führungskräfte beider Häuser die Chancen für einen  Zusammenschluss aus. Hintergrund für das Vorhaben „Discovery“ ist, dass Bertelsmann-Chef Rabe einen nationalen Medien-Champion schmieden will. Er sieht darin die einzige Chance, um auf die veränderte Wettbewerbssituation zu reagieren. Denn immer stärker dominieren große US-Konzerne wie Google, Facebook & Co. den Medienmarkt. Zudem belasten aufkeimende Streaming-Dienste wie Netflix, Amazon und Disney das lineare Fernsehgeschäft.  

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