Anzeige

Nach mehr als zwei Jahren

Jessica Peppel-Schulz verlässt Magazinhaus Condé Nast

Porträt von Jessica Peppel-Schulz von Condé Nast

Jessica Peppel-Schulz, CEO von Condé Nast – Foto: Sonja Herpich

Jessica Peppel-Schulz kehrt nach etwas mehr als zwei Jahren dem Münchener Magazinhaus Condé Nast den Rücken. Auslöser hierfür ist die strategische Neuausrichtung des US-Mutterkonzerns in Europa.

Anzeige

Ihr Abgang war nur noch eine Frage der Zeit. Die CEO von Condé Nast Germany, Jessica Peppel-Schulz, verlässt den Verlag nach etwas mehr als zwei Jahren – zum Ende des Monats. Dies erfuhr MEEDIA aus Unternehmenskreisen. Heute gab die Managerin ihren Abschied vor der Belegschaft bekannt. Ein Firmensprecher bestätigt auf Anfrage den Abschied. Anwesend war auch die neue Europa-Chefin Natalia Gamero Del Castillo, die künftig die deutschen Aktivitäten von Conde Nast aus London steuert. 

MEEDIA liegt auch die Abschiedsmail von Peppel-Schulz vor, die sie an die Belegschaft versendet hat. Aus dem Englischen übersetzt, heißt es darin unter anderem: „Es war eine Ehre, Teil dieses Teams zu sein, und ich kann ohne Zweifel sagen, dass dies ein unglaubliches und unvergessliches Kapitel in meinem Leben und meiner Karriere war. Ich bin so stolz darauf, an der Seite solch talentierter Menschen gearbeitet zu haben.“ Und weiter: „Angesichts einer Pandemie und unter außergewöhnlichen Umständen haben unsere Initiativen, Wachstumspläne und Kreativität nie nachgelassen. Es war erstaunlich, das mitzuerleben, und es ist ein Beweis für Ihre harte Arbeit, dass wir eine solche Entwicklung durchmachen konnten.“

Auch Roger Lynch, der internationale CEO von Condé Nast, meldete sich in einer Mail zu Wort. Er schrieb übersetzt unter anderem: „Vielen Dank, Jessica, für deine unglaubliche Führung des deutschen Geschäfts und deine großartige Zeit hier bei Condé Nast. Deine Leidenschaft und dein Antrieb, sowohl unser Unternehmen als auch die Medienbranche insgesamt zu verändern, spiegeln sich so deutlich in der Arbeit wider, die wir jeden Tag in Deutschland sehen.“ Ihre „Hartnäckigkeit und Ihren Führungsstil“ werde man vermissen, so Lynch.

Dass sich Peppel-Schulz aus dem Unternehmen verabschiedet, war schon seit Längerem abzusehen. Denn der US-Mutterkonzern richtet in Europa sein Geschäft neu aus. Statt einzelnen CEO in den Ländern Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Spanien und Italien führt Del Castillo zentral. Hintergrund der Zentralisierung ist es, dass sich Condé Nast möglicherweise hiervon Kosteneffekte verspricht. Denn die Medienkrise hat schön länger tiefe Spuren in der Ertragsrechnung des Konzerns hinterlassen. Peppel-Schulz trug den vom Mutterhaus eingeschlagenen Kurs mit: „Ich teile diese Vision eines integrierten und mächtigen Condé Nast Westeuropas voll und ganz, da ich in den letzten 18 Monaten in Deutschland selbst Treiber dieser Transformation war. Es ist der richtige Weg. Ich werde die deutsche Transformation weiter vorantreiben und das Team während dieses Wechsels als CEO begleiten“, erklärte sie vergangenes Jahr.

Peppel-Schulz hatte den Zeitschriftenverlag grundlegend von einem reinen klassischen Verlag in ein digitales Medienhaus gewandelt. Im Rahmen einer Neuausrichtung, die den Namen „Beautiful Growth“ trug, setzte sie unter anderem auf Markenverantwortliche bei ihren Zeitschriften-marken – darunter Vogue, Glamour, AD und GQ. Damit wollen die frühere Agenturchefin den Magazinen neuen Schwung verleihen, die unter massiven Auflagenverlusten litten. Doch der Umbau wurde auch durch radikale Kostenmaßnahmen begleitet. Zuletzt wurde knapp 20 Mitarbeitern betriebsbedingt gekündigt. Das waren etwas weniger als 10 Prozent der rund 250 Beschäftigten in Deutschland. 

Mitarbeit: bek

Anzeige