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Géraldine Hellmann

„Sometimes you are on the wood way“

Géraldine Hellmann – Foto: Hellmann / MEEDIA

Einen Ignoranten zum Chef zu haben, ist schlimm. Noch schlimmer ist es, wenn so ein Mensch die Berufseinsteigerin nicht an die Hand nimmt und einem irgendwann das Programm vom Rechner genommen wird.

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“The brand has fallen down“ – dieser Satz klingt nicht nur nach schlechtem Englisch, sondern irgendwie auch nach einem schlechten Scherz. Er klingt aber bestimmt nicht nach einem Vorgesetzten, der in einem Pitch-Termin diesen Satz vor dem Kunden vorträgt, um ihm zu erklären, dass die Marke ohne ihn zu Fall gehen würde. „By the way“ sprechen wir nicht von einer kleinen Marke, sondern von einer der erfolgreichsten Automarken Deutschlands – anyway.

Soweit ein Eindruck zum Architekturbüro, in dem ich nach meinem Studium des Integrated Design meine ersten beruflichen Schritte machte. Ich kam in dieses Büro voller Tatendrang, ein ambitionierter Designer, der der festen Überzeugung war, die Welt verändern zu können. Ich stellte schnell fest, dass ich der einzige Designer in diesem Büro war, umzingelt von Architekten, die mir schnell deutlich machten, dass der Beruf des Designers nichts wert ist. Denn die Urgötter des Designs waren immer noch Architekten – wie es schon Le Corbusier oder aber auch Charles Eames bewiesen. Ich bemühte mich jeden Tag, Schritt zu halten und auch das geheimnisvolle 3D-Programm zu lernen, woraus die Architekten ihre magischen Kräfte bezogen.

Meine Hoffnung war, wenn ich ein Architekturprogramm beherrschte, könnte ich den Architekten helfen und auch über ihre Kunst mehr lernen. „I think I spider“ (O-Ton Bürochef). Dieser Versuch scheiterte, indem man mir nach monatelanger Übung das Programm von meinem Rechner nahm. Aufgegeben habe ich dann immer noch nicht und schrieb mich kurzerhand in ein Master-Abend-Studium ein. Nach zweieinhalb Jahren hatte ich dann meinen Abschluss in der Tasche und ein neues Jobangebot. Gelernt habe ich in der Zeit bei den Architekten viel, vor allem über die „denglische“ Sprache.

Aber die Anerkennung, die ich suchte, habe ich letztendlich in meinem Studium, bei den Kunden oder auch bei der Zusammenarbeit mit den Lieferanten gefunden, die mir bis heute noch die Treue halten. Ich hatte die Möglichkeit, internationale Projekte zu realisieren, die mich zu dem Designer gemacht haben, der ich jetzt bin. Mit den Worten „Never stop exploring“ wurde ich hinaus in die Welt geleitet.

Géraldine Hellmann ist Senior Brand Designer bei der Agentur für Design und Erlebniskommunikation Blaue Pferde in München.


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