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ADC

Das Festival 2021 ist eröffnet

ADC-Präsidentin Dörte Spengler-Ahrens. Foto: Jung von Matt

In einer Youtube-Schalte live aus Hamburg haben ADC-Präsidentin Dörte Spengler-Ahrens und Moderatorin Petra Neftel das ADC Festival 2021 eröffnet.

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In ihren einleitenden Worten meinte Erstere, neben eher allgemeinen Worten zum diesjährigen Motto, Kreativität sei der Schlüssel für einen Neustart nach der Krise. Um auf Nachfrage von Petra Neftel, ob dass denn bei den Kunden, also den werbetreibenden Unternehmen, auch so gesehen werde, einzuräumen, dass da manchmal noch ein wenig Luft nach oben wäre – in der letzten Konsequenz. „Kunden wünschen nicht nur Kreativität, sie fordern sie sogar ein“, so Spengler-Ahrens. Was sie und sicherlich auch ihre Kollegen aus der Kreativbranche allerdings immer wieder erleben würden, sei, dass wenn sie mit den eingeforderten kreativen Ideen dann zum Kunden kämen, diese die letztendlich oft für zu weit gesprungen hielten. Da sei dann Überzeugungsarbeit gefragt.

Peter Tschentscher in drei Sätzen

Fest zur Eröffnung der Festivalwoche gehören auch ein paar Grußworte des Gastgebers, also Hamburgs Oberbürgermeisters Peter Tschentscher. Dass er diesen Auftrag der paar Worte in diesem Jahr so wörtlich genommen hat, hat wohl niemand wirklich geahnt. Natürlich sollte einem nach drei Jahren bewusst sein, dass Tschentscher nicht eben der Bürgermeister mit Faible für die Kreativbranche ist. Aber mehr als einen Satz zum ADC und dreimal den Begriff Kreativität zu nutzen, sollten doch eigentlich drin sein. Aber immerhin wagte er – themenübergreifend, aber natürlich auf Corona gemünzt – einen zumindest halbwegs optimistischen Ausblick in die Zukunft, indem er sagte: „Wir sind an dem Punkt angekommen, an dem wir an den Neustart nach Corona nachdenken können.“ Die Hamburger unter den Lesern würden sich schon über einen verlässlichen Ausblick nach der Ausgangssperre freuen.

Nach – wie gesagt – gefühlt drei Sätzen ging’s dann wieder zurück zu Dörte Spengler-Ahrens und Petra Neftel, die ob der Vorlage des Bürgermeisters verständlich, etwas ins nächste Thema, den Wettbewerb, stolperte und das Ziel respektive die Aufgabe der Veranstaltung abfragte. Was Spengler-Ahrens mit den Worten kommentierte: „Unsere Aufgabe ist es, Kreativität aufzuspüren und auszuzeichnen und damit auch die Kreativen hinter den Arbeiten.“

Smarter Übergang zum Nachwuchs(mangel)

Um das zu verdeutlichen und damit auch einen smarten Übergang zu Gepa Hinrichsen, der diesjährigen Juryvorsitzenden des Talent Awards, hinzubekommen, erzählte sie eine kleine Anekdote vergangener Zeiten: Es war bei einer Award-Show, eine Agentur stand mit Mann und Maus auf der Bühne, um einen Nagel in Empfang zu nehmen. In der Mitte der Gruppe stand eine kleine Frau. Der Moderator fragte sie, was sie denn auf der Bühne zu suchen habe. Woraufhin sie schüchtern geantwortet haben soll: „Ich hatte die Idee.“ – Es war Gepa Hinrichsen. Die übrigens mit gerade mal 22 Jahren, als bislang in der Geschichte des ADC jüngstes weibliches Mitglied, in den Club eingetreten ist und sich neben ihrer kreativen Arbeit der Nachwuchsförderung widmet.

Entsprechend warb sie in ihrer Schalte auch für den Talent-Wettbewerb und das Speed Recruiting. Ersteres sei kein Kräftemessen, sondern vor allem dazu geeignet, sich bei den Juroren, die allesamt aus guten und erfolgreichen Kreativagenturen stammen würden, zu empfehlen. Hier würde man nicht nur gute Arbeiten machen, sondern auch gutes Geld verdienen können, räumte sie ein. Und auch, dass die Agenturen immer auf der Suche nach kreativen Talenten wären.

Das große Finale: der Hauptwettbewerb

Natürlich lebt das ADC Festival neben dem Kongress und den Vorträgen vor allem vom ADC Wettbewerb um die bronzenen, silbernen und goldenen Nägel und davon, wer am Ende einen Grand Prix in Empfang nehmen darf. Auch hier gibt es in diesem Jahr eine Jury-Chairwoman, Liz Taylor. Die mit der Hollywood-Diva übrigens weder verwandt noch verschwägert sein soll. Vielmehr ist sie eine der erfolgreichsten weiblichen Kreativen in den USA und zeichnet in ihrem Leben außerhalb etwaiger internationaler Award-Jurys als Global CCO, Leo Burnett Worldwide & CCO, Publicis Communications North America verantwortlich.

Auch zu Taylor hatte Spengler-Ahrens eine Anekdote parat: Sie lernte die Amerikanerin im Rahmen ihrer Juryarbeit beim LIA Award kennen. Dort bemerkte sie, dass Taylor immer wieder im Poker-Raum verschwand. Darauf angesprochen, warum sie denn immer zum Pokern verschwände, soll Taylor geantwortet haben: „Beim Pokern verdiene ich mir das eine oder andere Gucci-Täschchen.“

Taylor wurde aus Chicago zugeschaltet und beteuerte, sich riesig auf die Juryarbeit zu freuen. Auch weil sie das diesjährige Motto so liebe. „… weil die Welt aktuell nichts dringender braucht, als Kreativität und vor allem Superkraft“, so die Kreative.

Natürlich blieb, nachdem Taylor beteuert hatte, eine gute und umsichtige Jury-Chairwoman abgeben zu wollen, Petra Neftel nichts übrig, als auf die Diskrepanz zwischen weiblichen und männlichen Juroren und die Berichterstattung darum anzusprechen. Was Dörte Spengler-Ahrens versuchte zu beschönigen, indem sie sagte, es sei ein reines Rechenspiel, wenn von 750 ADC-Mitgliedern nur 150 Frauen wären. Über alle Jurys hinweg habe man eine Frauenquote von 20 Prozent. Und das würde sich bei dem Mitgliederverhältnis auch nicht ändern, wenn alle Frauen am Start wären. Was sie – bis auf neun – auch seien. Und so war es dann auch logisch, dass die Präsidentin, die nach eigener Aussage ihr Amt mit dem Anspruch und Plan angetreten habe, Frauen in der Branche zu fördern und darin zu bestärken, ihren Platz im Beruf einzufordern, einmal mehr direkt an die zuschauenden Frauen appellierte, doch bitte dem ADC beizutreten.

Das Festivalprogramm in der Übersicht finden Sie hier.

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