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Werberat-Bilanz 2020

Sexismus und Rassismus wurden am meisten angezeigt

Foto: Werberat

Der Deutsche Werberat hat seine Bilanz 2020 vorgelegt. Danach wurde Werbung mit sexistischen und/oder rassistischen Inhalten am meisten gerügt.

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Der Deutsche Werberat entschied im vergangenen Jahr über 498 Fälle, fast ebenso viele wie 2019. Insgesamt beschwerten sich 1.343 Personen oder Institutionen bei der Selbstkontrolleinrichtung.

Die meisten Beschwerden gingen gegen „Geschlechterdiskriminierende Werbung“, also sexistische Werbung, Frauen- und/oder Männerdiskriminierung ein. Insgesamt waren es 224 Anzeigen, also fast die Hälfte aller Beschwerden. Dies waren weniger Fälle als im Vorjahr (259), was wohl auf die Corona-Pandemie zurückzuführen ist.

Grafik zur Beschwerdebilanz 2020 – © Deutscher Werberat

Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, dass die Menschen anscheinend sensibler gegenüber dem Thema Sexismus sind als die Entscheider des Werberats: Die folgten der Kritik lediglich zu einem Drittel und beanstandeten am Ende insgesamt 71 Werbemaßnahmen wegen geschlechterdiskriminierender Inhalte.

An zweiter Stelle der Beschwerdegründe standen mit 66 Fällen Verstöße der Kategorie „Diskriminierung von Personengruppen“. Damit hatten die Beschwerden in dieser Kategorie laut Werberat 2020 deutlich zugenommen, was vor allem auf die Debatte im Zuge der Black-Lives-Matter-Bewegung zurückzuführen ist. Dadurch entstand eine höhere Aufmerksamkeit und Sensibilisierung für Werbesujets, die verschiedene Ethnien abbilden. Ein Beschwerdeführer kritisierte etwa die Darstellung eines schwarzen Mannes mit Warnweste neben einer weißen Frau als grundsätzlich diskriminierend. Der Deutsche Werberat sah hier von einer Beanstandung ab.

Sozusagen drittplatziert ist die Kategorie „Ethische und moralische Mindestanforderungen“, in der durchaus auch Beschwerden landeten, die den vorgenannten Kategorien zuzuordnen sind. Von den 62 hier beanstandeten Fällen betrafen 26 die Nachahmungsgefahr gefährlichen oder unsozialen Verhaltens und 19 explizit sexuell anstößige Werbung.

cb

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