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Von Öl-Multi verdrängt

Apple ist nicht mehr wertvollster Konzern der Welt

Apple-Store in Hong Kong: Die Strahlkraft des Apfels – Foto: Imago / VCG

Der heftige Ausverkauf von Technologie- und Internetaktien hat Folgen für den Branchenprimus. In der vergangenen Woche musste Apple den Börsenthron räumen. Neuer Börsenchampion ist ein Öl-Multi.

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Ungewohntes Bild an den Kapitalmärkten. Die im vergangenen Jahr noch so hoch gewetteten Big Tech- und Internetaktien befinden sich seit Wochen unter erhöhtem Abgabedruck, weil sich die Rahmenbedingungen an der Wall Street verändern.

Ende letzter Woche fiel der Leitindex der US Technologiebörse, der Nasdaq 100, seit Jahresbeginn wieder in den negativen Bereich zurück. Zweistellige Kursgewinne haben sich in den vergangenen zwei Wochen wieder in Luft aufgelöst.

Apple 2021 mit deutlichem Börsenminus

Mitten drin im Ausverkauf: Branchenprimus Apple, der seit Jahresbeginn nunmehr deutlich im Minus liegt. Ein zwischenzeitliches Plus von 12 Prozent, als Apple Ende Januar bei Kursen von 145 Dollar ein neues Allzeithoch aufgestellt hatte, verwandelte sich bis Freitagabend bei Notierungen von nur noch 121 Dollar in ein Year-to-Date-Minus von mehr als sechs Prozent.

Die Kursverluste haben Folgen. Zwar konnte der iPhone-Hersteller seinen Börsenwert auch nach dem Kurssturz weiterhin knapp über der Marke von zwei Billionen Dollar halten, für den Börsenthron reicht es aber seit Ende letzter Woche nicht mehr.

Börsenthron an Saudi Aramco verloren

Mit einer Marktkapitalisierung von nunmehr 2,038 Billionen Dollar muss Apple einem alten Bekannten den Vortritt lassen: Der Öl-Multi Saudi Aramco, der erst im Dezember an der Börse in Riad debütierte, wurde letzten Freitag nach zuletzt wieder deutlicheren Kurszuwächsen mit 2,065 Billionen Dollar bewertet.

Die Wachablösung ist symptomatisch für die aktuelle Stimmung an den Kapitalmärkten. Unternehmen, die von einer Wiedereröffnung der Wirtschaft nach der Corona-Pandemie profitieren, sind aktuell gefragt, während die Vorjahresgewinner, die als Profiteure der Shut- und Lockdown-Zeit gelten, von Anlegern nunmehr gemieden werden.

Dabei läuft es fundamental weiter blendend bei Apple. Erst Ende Januar hatte der Techpionier aus Cupertino die mit Abstand beste Quartalsbilanz in der nunmehr 45-jährigen Unternehmenshistorie vorgelegt. In lediglich 92 Tagen hatte Apple 111 Milliarden Dollar umgesetzt und dabei knapp 29 Milliarden Dollar verdient.

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