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Um 13 Prozent

Nach Facebook-Bann: Traffic australischer News-Seiten bricht ein

Facebook ermöglicht jetzt auch Journalist*innen in Deutschland die Registrierung.

Foto: Imago

Nachdem Facebook das Teilen journalistischer Inhalte in Australien blockiert hatte, brach der Traffic australischer Nachrichtenseiten um 13 Prozent ein.

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Der Streit zwischen Facebook und der australischen Regierung über ein neues Mediengesetz eskalierte. Als Reaktion auf das Vorhaben blockierte der Internetgigant das Teilen von Nachrichteninhalten auf seiner Plattform auf dem Kontinent. Australische Facebook-Nutzer können demnach keine nationalen oder internationalen journalistischen Inhalte mehr teilen. Premierminister Scott Morrison nannte die Maßnahmen am Donnerstag „ebenso enttäuschend wir arrogant“ und erklärte in einer Mitteilung, Facebook habe Australien „entfreundet“.

Im Zuge dessen ging der Traffic australischer Nachrichtenseiten um 13 Prozent zurück, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Die Daten stammen aus einer Analyse der aus New-York stammenden Firma Chartbeat. Die Auswertung kam zu dem Schluss, dass der wegfallende Traffic durch Facebook sich nicht auf andere Wege – wie zum Beispiel Google – verteilt. Obwohl der von Google stammende Traffic-Anteil in Australien von 26 auf 34 Prozent stieg.

Laut einer Studie der Universität Canberra aus dem Jahre 2020 benutzen 21 Prozent der Australier Social-Media als ihre primäre Quelle für Nachrichten, 39 Prozent benutzen Facebook für Nachrichten.

„Bedeutende Zahlungen“ seien geplant

Hintergrund sind die Pläne der Regierung in Canberra, dass Internetriesen wie die Google-Konzernmutter Alphabet und Facebook künftig örtliche Medienunternehmen bezahlen sollen, wenn sie deren Inhalte verbreiten. Die Konzerne hatten lange betont, sie hielten dies für nicht umsetzbar. Allerdings einigte sich Google jetzt doch unter anderem mit Rupert Murdochs News Corp auf Zahlungen für journalistische Inhalte des Medienkonzerns. Die Vereinbarung laufe über drei Jahre, geplant seien „bedeutende Zahlungen“ an News Corp, teilte der Konzern mit, der in Australien Zeitungen wie „The Australian“, „The Daily Telegraph“ und „The Herald Sun“ besitzt.

Facebook schrieb hingegen in einer am Mittwoch verbreiteten Mitteilung, dass das Gesetzesvorhaben das Verhältnis zwischen den Plattformen und den Verlagen, die sie nutzten, um nachrichtliche Inhalte zu teilen, gründlich missverstehe. „Es stellt uns nun vor eine harte Wahl: zu versuchen, ein Gesetz zu befolgen, dass die Realität dieser Beziehung verkennt, oder Nachrichteninhalte in unseren Diensten in Australien nicht länger zu erlauben. Schweren Herzens haben wir uns für Letzteres entschieden.“ Australische Verlage profitierten davon, ihre Beiträge auf Facebook zu teilen, schrieb das US-Unternehmen weiter.

ls mit Material von dpa

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