Anzeige

Mit "Stern"-Reporter Jan Rosenkranz

G+J-Chefin Julia Jäkel stärkt „Capital“-Chefredakteur Horst von Buttlar weiter

Horst von Buttlar – Foto: Gruner + Jahr

Die personelle Neuausrichtung in der „Stern“-Chefredaktion zieht weitere Kreise. Horst von Buttlar, der in die Chefredaktion des Magazins einziehen soll, holt sich weitere Verstärkung. Nach MEEDIA-Informationen soll ihn Politik-Journalist und „Stern“-Hauptstadt-Reporter Jan Rosenkranz bei seiner Arbeit unterstützen. Fraglich ist, ob dadurch der Unmut in der „Stern“-Redaktion wächst.

Anzeige

In der „Stern“-Führung geht der personelle Umbau weiter voran. Horst von Buttlar, der Mitglied der Chefredaktion werden soll, will sich angeblich „Stern-Hauptstadt-Reporter Jan Rosenkranz an seine Seite holen. Er soll nach MEEDIA-Informationen eine zentrale Rolle spielen, um in der neuen in Berlin geplanten Gemeinschaftsredaktion von „Stern“, „Capital“ und „Business Punk“ die Politik-Berichterstattung maßgeblich aufzubauen.

In der Hauptstadt will das Hamburger Magazinhaus Gruner + Jahr die Politik- und Wirtschaftsredaktion bündeln, die von Buttlar verantwortet werden soll (MEEDIA berichtete). Rosenkranz beobachtet seit 2005 den Berliner Politikbetrieb für den „Stern“. Der gebürtige Berliner gilt in der G+J-Geschäftsführung seit Längerem als Wunschkandidat, um von Buttlar zu unterstützen. Er ist in der Position eines Vizes des „Capital“-Chef in der neuen Gemeinschaftsredaktion im Gespräch, heißt es in unternehmensnahen Kreisen. Eine „Stern“-Sprecherin will sich auf MEEDIA-Anfrage nicht hierzu äußern.

G+J-Betriebsrat ist gegen die Berufung des „Capital“-Chefs

Fraglich ist, ob Gruner + Jahr-Chefin Julia Jäkel mit der Personalie die schwelende Krise in der „Stern“-Redaktion weiter verschärft. Denn der „Stern“-Beirat fordert seit vergangener Woche, von Buttlar nicht in die Chefredaktion zu berufen. Er lehnt es zudem ab, dass im Zuge der geplanten Gemeinschaftsredaktion das Politik- und Wirtschaftsressort am Standort in Hamburg mit elf Redakteuren dichtgemacht wird. Sie müssen sich nun auf einen neuen Posten in der Hauptstadt bewerben. Mit der Maßnahme würde aber der Wochentitel eigene Politik- und Wirtschaftsredakteure verlieren. Dies widerspricht aber nach Angaben des „Stern“-Beirats dem Statut des traditionsreichen Nachrichtentitels (MEEDIA berichtete). 

Auch der G+J-Betriebsrat ist gegen die Berufung des „Capital“-Chefs an die „Stern“-Spitze. Er fordert, diese Maßnahme zurückzunehmen: “Der Redaktionsbeirat des Stern hat die Maßnahme in einem Brief an die Chefredaktion aufs Schärfste verurteilt. Auch der Betriebsrat hat die Geschäftsführung eindringlich vor der Umsetzung der Pläne gewarnt. Sie können das Image der Marke Stern beschädigen“, heißt es in einer Stellungnahme der Arbeitnehmervertretung. Und weiter: „Sie erzeugen schon jetzt Negativ-Schlagzeilen über den Stern und Gruner + Jahr. Und sie erzeugen massive Sorgen und Ängste in der Belegschaft – weit über die Stern-Redaktion hinaus. Es droht zudem der Verlust von Arbeitsplätzen beim Stern in Hamburg und Berlin.“

Angeblich soll es hierzu zwischen dem „Stern“-Beirat und der G+J-Geschäftsführung diverse Sitzungen geben. Fraglich ist, ob mit der personellen Verstärkung des „Capital“-Chefs der „Stern“-Beirat jetzt klein beigibt und seine Forderung zurückzieht. Sollte dies geschehen, könnte der Umbau bei dem publizistischen G+J-Flaggschiffs eine weitere Eigendynamik annehmen.  

Anzeige