Anzeige

Von Reportage über Multimedia

Das sind die Gewinner des Reporterpreises

Die Laudatoren – Foto: Reporter-Forum

Das war der Deutsche Reporterpreis 2020: drei Preise für die „Zeit“, zwei für die „Süddeutsche Zeitung“, jeweils einen für „T-Online“, das „Handelsblatt“, den „Tagesanzeiger“, das „Hamburger Abendblatt“, „Riffreporter“, den „Tagesspiegel“ und für den Podcast-Dienst „FYEO“.

Anzeige

Auch dieses Jahr wurde wieder der Deutsche Reporterpreis verliehen. Corona-konform per Videokonferenz und digital. Die Laudatorinnen und Laudatoren – darunter Anja Reschke, Sascha Lobo, Claus Kleber und Richard Gutjahr – überreichten den nicht dotierten Preis in den Kategorien Reportage, Sportreportage, Multimedia, Podcast, Datenjournalimus, Interview, Wissenschaftsreportage, freie*r Reporter*in, Kulturreportage, Lokalreportage, Investigation und Essay. Seit nunmehr zwölf Jahren wird wird der Preis vom Reporter-Forum verliehen, er soll dazu dienen, Debatten im Journalismus voranzutreiben.

Die wöchentlich-erscheinende „Zeit“ und deren Journalisten erhielten gleich drei Reporterpreise in den Kategorien Beste Reportage, Interview und Kulturreportage. In der ausgezeichneten Reportage „Die Gesandte des Konfuzius“ geht die Korrespondentin Xifan Yang der Frage auf den Grund, ob eine Frau aus Shanghai in einem Pflegeheim aufgrund des Fachkräftemangels die dortigen Erwartungen erfüllen kann. In der Kategorie Interview holten Holger Stark und Heinrich Wefing den Preis. Sie befragten den ehemaligen „Spiegel“-Investigativreporter Hans Leyendecker über seine Bad-Kleinen-Geschichte (MEEDIA berichtete): „Herr Leyendecker, haben Sie einen Informanten erfunden und damit eine Staatsaffäre ausgelöst?“ In der preisgekrönten Kulturreportage „Putins Tänzer“ geht Jana Simon ahnand eines Putin-begeisterten Tänzers der Frage auf den Grund, ob sich Werk und Person voneinander trennen lassen.

Die „Süddeutsche Zeitung“ konnte zwei Preise gewinnen. Sabrina Ebitsch recherchierte für die „SZ“ zusammen mit ihrem Team die Folgen des menschengemachten Klimawandels in der Multimedia-Geschichte „Anatomie einer Katastrophe“. In der Kategorie Datenjournalismus überzeugte Martina Schories mit der Arbeit „Die digitale Infektion“. Das Stück beschäftigt sich mit dem Prozess der Selbstradikalisierung zweier Münchener Crorona-Rebellen.

Den Preis für den besten Essay erhielt Jonas Schaible von „T-Online“ für seinen Text „Wer von Ökodiktatur spricht, hat das Problem nicht verstanden“.

Für Investigation erhielt Sönke Iwersen vom „Handelsblatt“ die Auszeichnung. In „Rolands Berger späte Reue“ arbeitet er die dunkle Vergangenheit des Vaters von Unternehmensberater Roland Berger auf. Georg Berger war NSDAP-Mitglied, hoher Funktionär in der Hitler-Jugend und Profiteur von Arisierungen.

„Der Boxer, der keiner sein wollte“ von Christof Gertsch und Mikael Krogerus für den „Tagesanzeiger“ erhielt die Auszeichnung für die beste Sportreportage. Sie schildern, wie Buster Douglas den Boxer Mike Thyson bezwang und sich damit letzten Endes selbst besiegte.

Die „Hamburger Abendblatt“-Reporter Christoph Heinemann und Jens Meyer-Wellmann gewannen den Preis für die beste Lokalreportage. In ihrem Text „Der Ausbruch“ gingen sie der Frage nach, wie Covid-19 seinen Weg auf die Krebsstationen des UKE fand und dort elf Menschen tötete.

Die Kategorie Wissenschaft gewann Eva Wolfgangel. In ihrem Text über Virtual Reality (VR) beschäftigte sich die Journalistin Eva Wolfangel für „Riffreporter“ mit der Thematik wieso es manchmal sogar besser sein kann, in der virtuellen Realität zu leben. Für die Reportage „Reality sucks“ begleitete vier Menschen, die ihr Leben zum Teil lieber in dieser Welt verbringen.

In der Kategorie Freie*r Reporter*in erzählte Marius Buhl mit „Alles schmilzt“ für den „Tagesspiegel“, wie sich der Klimawandel auf die Menschen des Dorfes Ilulissat in Grönland auswirkt.

Mit dem FYEO-Format „Affäre Deutschland – Die schwarzen Konten der CDU“ erhält erstmals ein Podcast den Deutschen Reporterpreis. In dem Podcast geht es um die CDU-Parteispenden-Affäre, produziert wurde er von Ikone Media aus München.

Alle Texte und Interviews mit den Gewinnern über ihre Arbeit finden Sie hier.

ls

Korrekturhinweis: In einer früheren Version war zu lesen, in dem preisgekrönten „Handelsblatt“-Beitrag „Rolands Berger späte Reue“ gehe es um die „dunkle Vergangenheit des Unternehmensberater Roland Berger“. Das war ein Versehen, gemeint war Rolands Berger Vater, Georg Becker. Wir bitten für diesen Fehler um Entschuldigung.

Außerdem stand in einer früheren Version, dass die Kulturreportage von Gesine Cukrowski geschrieben wurde. Das stimmte nicht, sie war die Laudatorin, Autorin war Jana Simon. Wir haben diesen Fehler korrigiert und bitten um Entschuldigung.

Anzeige