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All Things Social

Social Commerce: Die Zukunft soll shopable sein

Insa Heegner – Illustration: Bertil Brahm

Wenn es nach den großen sozialen Netzwerken geht, soll die Zukunft vor allem eins sein: shopable. Weihnachten bildet keine Ausnahme.

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Wer es beim Gang in den örtlichen Supermarkt noch nicht gemerkt oder vor lauter Spekulatius-Overload seit September schon wieder verdrängt hat: Weihnachten steht vor der Tür. Die Zeit der Besinnlichkeit, der Liebe und natürlich des Konsums. Wer nicht gerade einen silbernen Aluhut der Alltagsmaske vorzieht, den wird es dieses Jahr aber wahrscheinlich nicht zum Shopping in vollgestopfte Innenstädte ziehen, um sich mit Hunderten anderen um Weihnachtsgeschenke zu kloppen – schade um den Spaß, aber zum Glück haben wir Online-Shopping! Bereits im Verlauf des Jahres stiegen die E-Commerce-Absätze bedingt durch die Corona-Krise gewaltig. Wer kann, bestellt online.

Unternehmen, die keinen eigenen Shop haben, ist spätestens in diesem Jahr schmerzlich bewusst geworden, dass sie ihre Produkte auch über digitale Wege an die Verbraucherinnen bringen müssen – Social Commerce bietet hier insbesondere für kleine Brands eine Menge Potenzial. Für das aktuelle Weihnachtsgeschäft mit den heiligen Rabatt-Feiertagen Cybermonday und Black Friday, haben sich die großen Social Networks mit dem Ziel aufgestellt, ihren Anteil am Shopping-Lebkuchen noch einmal ordentlich in die Höhe zu schrauben. Denn die Zukunft ist jetzt und die Zukunft soll shopable sein.

Das Unternehmen Facebook arbeitet schon lange daran, seine Plattformen Facebook und Instagram zu einem Ort zu machen, an dem man nicht bloß Inspiration sucht und Begierde weckt, sondern alles, was gefällt, direkt kaufen kann. Natürlich, ohne dass der User die App dafür verlassen muss. Klick, klick, Glück. Egal, ob der Pampasgras-Adventskranz der Lieblingsinfluencerin oder der flauschige Pullover, der plötzlich als Anzeige erscheint, wenn man drei Mal laut zu seinen Freundinnen sagt, dass einem kalt ist und das Handy daneben liegt, es gibt fast nichts, was es bei Instagram nicht gibt.

Die Möglichkeit Produkte dort zu kaufen ist natürlich nicht neu, allerdings wurden die Möglichkeiten in den letzten Wochen deutlich erweitert: Nicht nur die Retargeting-Funktionen wurden verbessert, bereits im Oktober wurde die Möglichkeit, Produkte direkt in Postings zu vertaggen endlich auch für Instagram-Ads ausgerollt. Und mit dem größten Design-Update des App-Homescreens seit zehn Jahren machte das einstige Fotonetzwerk nochmal klar, worum es geht: Die Notifications wurden zugunsten eines eigenen, neuen Shopping-Tabs in die obere Navigationszeile verbannt.

„Die Netzwerke haben aufgerüstet“

Facebook gibt sich alle Mühe, das Shopping-Erlebnis für Userinnen zu verbessern – und auch für kleine Brands gibt es einen eigenen Guide, in dem erklärt wird, wie diese ihre Produkte über Facebook- und Instagram-Shops in der Weihnachtszeit ansprechender und erfolgreicher vermarkten können. Auch wenn Facebook und Instagram hier ordentlich vorlegen, die Social-Media-Konkurrenz schläft nicht: Ebenfalls im Oktober verkündete Tiktok die weltweite Partnerschaft mit Shopify. Werbevideos können nun mithilfe der mächtigen Creative Tools direkt erstellt und auf Tiktok geteilt werden. Eine direkte Verbindung und somit eine direkt in die App integrierte Shoppingfunktion sind wahrscheinlich nur noch eine Frage der Zeit.

Auch auf Pinterest (wo übrigens Anfang des Jahres ein AR-Feature für das virtuelle Testen von Make-up gelauncht wurde), wurde pünktlich zum Jahresende nicht nur das Anlegen der Produktkataloge für Händlerinnen überarbeitet, sondern auch die Darstellung von Shops auf der Plattform selber optimiert. Mit dem Hintergedanken, diese stärker in die Suchergebnisse einzubinden. Wenn also 2020 sonst vieles den Bach runtergeht; zumindest für das Thema Social Commerce stehen die Zeichen gut. Egal ob Voice, AR oder die Erkenntnis der Algorithmen, dass ich wirklich nicht noch 40 weitere Handyhüllen brauche, nur weil ich eine gekauft habe, wir können uns sicher auch in 2021 auf weitere spannende Einkaufsfeatures in unseren Lieblingsnetzwerken freuen. 


Insa Heegner arbeitet tagsüber als Senior Account Managerin bei der Sportmarketingagentur Rapid Peaks. Hier schreibt sie über ihr Steckenpferd: Social Media, zu dem sie regelmäßig – am Abend – Offsite-Veranstaltungen organisiert.

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