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Nach Abschlussbericht zur Bad-Kleinen-Story

Hans Leyendecker prüft Klage gegen den“Spiegel“

Hans Leyendecker – Foto: Imago Images / Christian Spicker

Der „Spiegel“ arbeitete erst kürzlich mit einem Abschlussbericht die Titelgeschichte über den GSG-9 Einsatz in Bad Kleinen im Jahr 1993 auf. In diesem wurden Zweifel an Leyendeckers Angaben, vor allem in Bezug auf Zeugen, laut. Laut der Nachrichtenagentur epd erwägt der Journalist nun rechtliche Schritte gegen seinen früheren Arbeitgeber.

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Im Jahr 1993 schrieb der damalige Spiegel-Journalist Hans Leyendecker in der Titelgeschichte „Der Todesschuß“ über den GSG-9 Einsatz, bei dem der RAF-Terrorist Wolfgang Grams ums Leben kam. Leyendecker berief sich auf eine nicht namentlich genannte Quelle und schrieb, dass Einsatzkräfte Grams erschossen hätten: „Die Tötung des Herren Grams gleicht einer Exekution“. Später stellte sich durch Ermittlungen der Staatsanwaltschaft heraus, dass sich Grams selbst erschoss. Der Journalist nannte den Text später seinen „verheerendsten Fehler“ (MEEDIA berichtete).

In dem Abschlussbericht des Spiegel zu der alten Geschichte hieß es nun: „Der Spiegel hat mit der Berichterstattung auf Basis einer mangelhaft geprüften und falschen Aussage einen journalistischen Fehler begangen“.

Laut einem Bericht der epd erwägt Leyendecker nun, juristisch gegen den Spiegel vorzugehen: „Diese Art der Darstellung ist unseriös und grenzt an Rufmord“, von ihm in einem Fragenkatalog beantwortete Fragen seien nicht detailreich genug behandelt worden. „Eine Anwaltskanzlei prüft gerade, ob ein Unterlassungsanspruch besteht“, äußert er sich. „Sodann werde ich entscheiden, ob es sich lohnt, gegen dieses missglückte Stück vorzugehen.“

Der Spiegel äußerte sich noch nicht.

ls

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