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Medientage München 2020

Markus Söder sieht Medien als „sehr systemrelevant“

Markus Söder bei den Medientagen München 2020 – Foto: Medientage München

Die Medientage in München finden dieses Jahr erstmals online statt. Bei der Auftaktveranstaltung sprach Ministerpräsident Markus Söder von Staatshilfen für Medien. Außerdem gab es Gespräche mit Spitzenmanagerinnen von Facebook und Youtube, einem TikTok-Creator und vielen weiteren interessanten Persönlichkeiten. Dunja Hayali führte durch den Auftakt.

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Dieses Jahr finden die Medientage München unter dem Motto „This is Media NOW“ zum ersten Mal digital statt. Der Auftakt wurde deshalb aus einem Fernsehstudio des Bayerischen Rundfunks gesendet. Durch das Programm führte die ZDF-Moderatorin Dunja Hayali. Zu den Themen gehörten neben der Corona-Pandemie auch die digitale Transformation und die Glaubwürdigkeit von Journalismus und Medien.

Markus Söder will Medien im Krisenfall besser unterstützen

In einem Live-Interview bezeichnete der bayerische Ministerpräsident Markus Söder die Medien als „sehr systemrelevant“, außerdem erwähnte er, es müsse über Staatshilfen für Medien nachgedacht werden, insofern die Werbeerlöse stark einbrechen sollten.

Wolfgang Blau appelliert an den Journalismus, für mehr Zusammenhalt zu sorgen

In seiner Keynote setze sich der Visiting Fellow am Reuters Institute for the Study of Journalism, Wolfgang Blau, mit einer aktuellen „journalistischen Bewährungsprobe“ auseinander. Dabei appellierte er an den Journalismus, er müsse sich um einen „gesellschaftlichen Mindest-Zusammenhalt“ bemühen, um eine Spaltung der Mediensphäre zu verhindern. So sei zu fragen, ob es noch verantwortbar sei, an journalistischen Formaten festzuhalten, deren Wirkung messbar nachlässt. Auch stellte er die Frage, wie Journalismus Empathie und Mitgefühl vermitteln könne, „ohne sich anzubiedern oder selbst populistisch zu werden“.

Wolfgang Blau bei seiner Keynote bei den MEDIENTAGEN MÜNCHEN digital – Foto: obs/Medien.Bayern GmbH / Alex von Spreti

Mehr Geld für Öffentlich-Rechtliche?

In einer anschließenden Podiumsdiskussion betonte der ZDF-Programmdirektor Dr. Norbert Himmler die gestiegene Glaubwürdigkeit der öffentlich-rechtlichen Rundfunkprogramme im Zuge der Covid-Pandemie. Himmler und der Programmdirektor Information des Bayerischen Rundfunks, Thomas Hinrichs, hoben jedoch hervor, um alle relevanten Plattformen bedienen zu können, seien mehr finanzielle Mittel nötig. Himmler machte zudem darauf aufmerksam, dass man sich zu lange auf US-Serien verlassen habe, weshalb nun „Nachholbedarf“ in diesem Bereich bestünde. Das Vorstandsmitglied der ProSiebenSat.1 Media SE Wolfgang Link sprach davon, dass lineare TV-Formate auch weiterhin wichtig sein werden.

Während des digitalen Medientage-Gipfels gab es auch Gespräche mit Spitzenmanagerinnen von Facebook und YouTube. Angelika Gifford, Vice President bei Facebook für Zentraleuropa, räumte ein, es gebe nach wie vor Probleme mit Hatespeech und Desinformation. Laut Eigenaussage würden in diesem Jahr aber mittlerweile 95 Prozent der Hassrede-Inhalte „proaktiv verhindert“ werden. Zum Einsatz kommen hierfür 35.000 Mitarbeiter und künstliche Intelligenz.

Cécile Frot-Coutaz, die bei YouTube in London die Verantwortung für das Geschäft in Europa, dem Mittleren Osten und Afrika hat, berichtete per Video-Call, das Google-Tochterunternehmen habe im zweiten Quartal mehr als elf Millionen Videos entfernt. Laut Eigenaussage sorgte das Unternehmen in Deutschland bereits für 25.000 Jobs.

Falco Punch, TikTok-Creator mit fast zehn Millionen Followern, verdient sein Geld durch Werbeverträge. Im Rahmen der Medientage sagte er gegenüber Dunja Hayali: „Ich beeinflusse Menschen mit meiner Reichweite“. Laut dem Brand Partnership Manager von TikTok Charles Bahr verzeichnet die Plattform mittlerweile 100 Millionen Nutzer in Europa.

Den Auftakt der Medientage München können Sie hier in der BR-Mediathek sehen.

ls

Korrektur-Hinweis: In einer früheren Version war zu lesen, dass Facebook 3.500 Mitarbeiter einsetze, um Hassrede auf der Plattform in Zentraleuropa zu bekämpfen. Das war ein Tippfehler, tatsächlich sind es 35.000 Mitarbeiter. Die Zahl wurde korrigiert und wir bitte, den Fehler zu entschuligen.

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