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#trending Nummer 756 - Mittwoch, 7. Oktober 2020

Zum Mohrenkopf, Edward Lodewijk Van Halen, Dr. Oetker und die BVG

Jens Schröder – Illustration: Bertil Brahm

Guten Morgen! Auch heute könnte ich das ganze #trending mit Trump-Inhalten vollschreiben, die im Social Web für Diskussionen sorgten. Dass er aus Wahlkampfgründen erst nach der Wahl ein neues Stimuluspaket für die US-Wirtschaft initiieren will und damit für einen Börsen-Absturz sorgte, dass Facebook einen Covid-19-verharmlosenden Trump-Post sperrte, usw. Aber bevor aus #trending noch #trumping wird, gibt’s heute mal andere Themen:

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#trending // Zum Mohrenkopf

Ein Talkshow-Auftritt von Andrew Onuegbu, Restaurantbetreiber aus Kiel, bescherte der Berliner Zeitung den nach Social-Media-Interaktionen erfolgreichsten journalistischen Artikel des Tages. Der Grund: Onuegbu, in Nigeria geboren, betreibt das Restaurant „Zum Mohrenkopf“ und verteidigte in Hart aber fair den Namen seines Betriebs.

In der ARD-Show erzählte Onuegbu, der Name stehe seit dem Mittelalter für gute Küche, er habe das in Hachenburg erfahren, wo an der Fassade eines Hotels und Restaurants ein „Mohrenkopf“ abgebildet ist. Die Berliner Zeitung titelte „Zum Mohrenkopf: Schwarzer Chef verteidigt Namen seines Restaurants“ und sammelte damit 33.600 Facebook- und Twitter-Interaktionen ein, u.a. von AfD-Politikern, die Onuegbu direkt als Kronzeugen gegen ein „#Sprachdiktat von Links-Ideologen“ vereinnahmten.

Ob Onuegbus Erzählung mit der Begriffsherkunft aus dem Mittelalter stimmt, konnte die Hart aber fair-Redaktion übrigens nicht herausfinden. In ihrem Faktencheck schreibt sie aber: „Bleibt festzuhalten, dass die Figur des ‚Mohrenkopfes‘ seinen Ursprung im Mittelalter hat und dass es den ‚Mohrenkopf‘ am Steinernen Haus in Hachenburg tatsächlich gibt. Auch wenn der ‚Mohr‘ an diesem einzelnen Haus offenbar nichts über die Qualität der Küche aussagen sollte, können wir nicht ausschließen, dass dies für andere Gasthäuser im Mittelalter der Fall gewesen sein könnte.“

#trending // Edward Lodewijk Van Halen

Der gebürtige Niederländer Edward Lodewijk Van Halen ist gestorben. Der Welt-Öffentlichkeit war er als Eddie Van Halen bekannt, Gitarrist und Mitbegründer der Hardrockband Van Halen. Er starb im Alter von 65 Jahren an Krebs, wie sein Sohn Wolfgang, inzwischen ebenfalls Mitglied der Band, via Twitter und Instagram bekannt gab. In emotionalen Worten schrieb er:

„I can’t believe I’m having to write this, but my father, Edward Lodewijk Van Halen, has lost his long and arduous battle with cancer this morning.

He was the best father I could ever ask for. Every moment I’ve shared with him on and off stage was a gift.

My heart is broken and I don’t think I’ll ever fully recover from this loss.

I love you so much, Pop.“

Wolfgang Van Halens Tweet sammelte innerhalb weniger Stunden 395.000 Likes, Retweets und Kommentare ein. Auf noch mehr Reaktionen stießen zahlreiche Medien mit ihren Todesmeldungen. So kam TMZ mit „Eddie Van Halen Dead at 65 from Cancer“ auf 2,1 Millionen Interaktionen, die New York Post mit „Eddie Van Halen, rock guitar god, dead of throat cancer at 65“ auf 1,1 Millionen, und Variety mit „Eddie Van Halen Dead: Rock Legend Dies at 65“ auf 669.000.

#trending // Dr. Oetker und die BVG

Wenn es zwei deutsche Marken gibt, die in den sozialen Netzwerken für Humor bekannt sind, dann wohl die BVG und Dr. Oetker. Am Dienstag gab es einen amüsanten Dialog der Twitter-Verantwortlichen des Berliner Verkehrsbetriebs und der Pizza-Abteilung des Bielefelders Nahrungsmittelkonzerns.

„Dr. Oetker Pizza DE“ fragte: „Ab wie viel Followern muss man sich eigentlich als Marke auf Twitter seriös geben? Frage für eine Pizza mit fast 40k.“ Nachdem ein Follower die Frage an die BVG weiterleitete, kam von dort die Antwort: „Warum fragt ihr uns, wenn es um Seriösität geht?“ Der komplette Dialog:

#trending // Deutsche Tops des Tages

Story nach Social-Media-InteraktionenDer Postillon – „Trump macht Mut: ‚Jeder mit Helikopter und eigenem Ärzteteam kann Corona besiegen‘“ (34.200 Interaktionen bei Facebook und Twitter)

Story nach Likes & Shares bei TwitterBerliner Zeitung – „Zum Mohrenkopf: Schwarzer Chef verteidigt Namen seines Restaurants“ (8.200 Likes und Shares)

Podcast (Apple Podcasts): Baywatch Berlin – „‚Sattelt die Katzen, heute geht‘s ins KaDeWe!‘

Google-SuchbegriffEddie Van Halen (200.000+ Suchen)

Wikipedia-SeiteFranz von Assisi (101.600 Abrufe am Montag)

Youtube-Video: Der Spiegel – „Die Macht der Clans (1): Arafat Abou-Chaker

Serie (Netflix): Emily in Paris

Song (Spotify): Samra – Rohdiamant (581.200 Stream-Abrufe aus Deutschland am Montag)

Musik (Amazon): Bon Jovi – Bon Jovi 2020 (Audio CD)

DVD/Blu-ray (Amazon): Der Herr der Ringe: Extended Edition Trilogie (Blu-ray)

Game (Amazon) [ohne Gutscheinkarten und Hardware]: FIFA 21 (Playstation 4)

Buch (Amazon): Bürgerliches Gesetzbuch BGB (Taschenbuch)

#trending // Feedback

Anmerkung: Alle in #trending genannten Zahlen beziehen sich wenn nicht anders vermerkt auf den Vortag der Newsletter-Veröffentlichung (Stand: 24 Uhr)

Was finden Sie gut an #trending? Was schlecht? Was fehlt Ihnen? Schreiben Sie mir!

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