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Für mehr Gerechtigkeit in App-Stores

Spotify, Epic Games und Tinder bilden Front gegen Apple & Co.

Zwölf der größten App-Entwickler gründeten in Washington die CAF für mehr Gerechtigkeit in den App-Stores – Keyvisual CAF

Spotify, „Fortnite“-Erfinder Epic Games und die Match Group (Tinder) haben die Coalition for App Fairness (CAF) gegründet, um Apple und andere Anbieter von App Stores dazu zu drängen, mehr Gerechtigkeit in ihren Stores walten zu lassen.

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Laut CAF erheben die meisten App-Stores überhöhte Gebühren und behindern den Wettbewerb in unfairer Weise, indem sie ihre eigenen Produkte und Dienstleistungen bevorzugen.

Der Verein veröffentlichte eine Liste von zehn App-Store-Prinzipien, die die Betreiber von App-Stores übernehmen sollen. Die Prinzipien beinhalten Regeln wie „kein Entwickler sollte zur Zahlung unfairer, unangemessener oder diskriminierender Gebühren verpflichtet werden“ und „die Daten eines Entwicklers sollten nicht dazu verwendet werden, mit dem Entwickler zu konkurrieren“.

Kartellrechtliche Relevanz

Was zunächst mal aussieht wie ein frommer Wunsch, könnte bei genauerem Hinschauen ein Politikum werden: Je mehr Aufmerksamkeit die CAF in der Öffentlichkeit bekommt, desto größer wird der Druck auf die Apple & Co. Und das nicht allein von Seiten der Verbraucher.

Vielmehr besteht für die Anbieter Apple und Google sowie für andere Technik-Giganten wie Facebook und Amazon die Gefahr, dass sie sich einer kartellrechtlichen Prüfung wegen möglicherweise gesetzeswidriger Geschäftspraktiken stellen müssen. Zwar gibt es eine handvoll alternativer App-Shops, doch Apple und Google dominieren das Geschäft. Was auch zur Folge hat, dass sie nicht nur beträchtliche Einnahmen durch Provisionen für Download-Gebühren, In-App-Käufe und digitale Abonnements generieren. Vor allem haben sie den besten Einblick, welche Apps am beliebtesten sind, was ihnen einen Vorteil bei der Entscheidung verschaffen kann, ob sie App-Entwickler erwerben oder eigene konkurrierende Apps entwickeln.

Epic Games hat bereits geklagt

Dass sich die App-Entwickler längst nicht mehr alles gefallen lassen, zeigt die aktuell anhängige Klage von Epic Games gegen Apple und Google. Das Unternehmen hatte das Gericht angerufen, weil die beide Anbieter das beliebte Spiel Fortnite aus ihren App-Stores entfernt hatten. Der Spieleentwickler verstieß, so Apple und Google unisono, gegen ihre Regeln, indem er einen neuen Zahlungsplan einführte, um die Zahlung einer 30-prozentigen Provision für Transaktionen im Spiel an die Technikgiganten zu vermeiden.

Laut Verge hat Apple diesen Monat eine Gegenklage gegen Epic Games eingereicht und Schadenersatz für die angebliche Einmischung in seine Kundenbeziehungen gefordert.

Der Ausgang beider Klagen bleibt abzuwarten. Fest steht aber, dass er sich auf die Funktionsweise von App-Stores auswirken kann.

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