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„Daily Distorsions"

„New York Times“ sagt Fake-News den Kampf an

Das Verlagsgebäude der New York Times in der Eigth Avenue in Manhattan

Die „New York Times“ möchte mit dem neuen Format „Daily Distortions“ gegen Falschinformationen im Netz vorgehen, die gerade vor der Präsidentschaftswahl starke Verbreitung finden.

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Molotowcocktails sollen für die Waldbrände in Kalifornien verantwortlich sein, Ruth Bader Ginsburgs letzter Wunsch, dass ihr Richtersitz erst nach der Wahl besetzt werden solle, wurde von einem demokratischen Abgeordneten geschrieben und Präsident Trump hält die Bibel auf dem Kopf in die Kameras – was haben all diese Meldungen gemeinsam? Sie sind viral gegangen, sie werden im Wahlkampf vom amtierenden Präsidenten Donald Trump oder vom Kandidaten Joe Biden wiederholt geäußert und geteilt und: sie sind allesamt falsch.

Tägliches Format gegen Falschinformationen

Und um genau das aufzuzeigen hat die New York Times jetzt speziell für die Zeit vor der US-Wahl eine eigene Reihe eingerichtet, die nur eines zum Ziel hat: Falschinformationen, die schnell eine virale Verbreitung im Netz finden, sichtbar zu machen. Eigens dafür wurde das Format „Daily Distortions“ eingerichtet, das täglich online einen Fall näher beleuchten und richtigstellen soll.

Wie ein Beispiel von NYT-Autor Kevin Rose auf Twitter zeigt, ist das Format so angelegt, dass es sich gerade in sozialen Netzwerken leicht teilen lässt und die wichtigsten Falschinformationen in einer Spielkarten-Optik richtigstellt. In der mobilen Ansicht sind die weiteren Informationen in Karten aufbereitet, die man swipen kann. Bei der Entwicklung wurde also an ein Netz-afines Publikum gedacht; die Gegenmaßnahmen sollen sich genauso schnell verbreiten können wie die Fakenews selbst. In der Desktop-Ansicht ist das Format als Blog aufbereitet. Wie Kevin Rose auf Twitter erklärt, ist die Motivation hinter dem neuen Format, dass seriöse Nachrichtenmedien historisch gesehen richtige Tatsachen immer abgedruckt haben während Dinge ignoriert wurden, die falsch sind.

Rose sieht in seiner Erklärung zum neuen Format auch die Gefahr, dass das Berichten über Falschinformationen auch zur weiteren Verbreitung von Falschinformationen führt. Dem hält er aber entgegen, dass die NYT für das Format „Daily Distortions“ Fälle auswählt, die bereits viral gegangen sind, also entsprechende Verbreitung gefunden haben, und die zu Schäden in der Offline-Welt führten.

Neben Kevin Rose zeichnen Davey Alba, Nick Corasaniti,  Linda Qiu, Sheera Frenkel, Tiffany Hsu und Katie Wu und weitere NYT-Redakteure für das Format verantwortlich.

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