Anzeige

50-Prozent-Ziel für 2022

S&F verpflichtet sich zu Geschlechterquote für Führungskräfte

Foto: Scholz & Friends

Nach den Diskussionen um Gleichberechtigung und Sexismus in den vergangenen Wochen hat Scholz & Friends nun mit einem Maßnahmenpaket reagiert. Ein Ziel: Bis 2022 sollen 50 Prozent der Führungspositionen weiblich besetzt sein.

Anzeige

Die Agentur Scholz & Friends hat am Donnerstag einen Aktionsplan für Vielfalt, Gleichstellung und Inklusion präsentiert. Diesen hat das Partnerboard der Gruppe am 21. August 2020 verabschiedet, „um Diversität, Gleichstellung und Inklusion auf der unternehmerischen Agenda zu priorisieren und somit noch stärker in der Agenturkultur zu verankern.“

Der Plan gliedert sich in fünf Handlungsfelder: Strukturen, Leadership, Kultur, Kommunikation und Compliance. Er sieht unter anderem vor, dass die Führungspositionen gleichberechtigt besetzt werden. Das Partnerboard der Agenturgruppe hat demnach im Rahmen eines strategischen Offsite-Meetings eine 50-Prozent-Quote zur paritätischen Besetzung von Frauen und Männern auf den Führungsebenen bis 2022 einstimmig beschlossen.

Zu den weiteren Maßnahmen zählen beispielsweise die Einführung eines Incentive-Systems für Führungskräfte, das die Werte Diversität, Gleichstellung und Inklusion betont, Anti-Diskriminierungs-Trainings, der Ausbau bestehender Mentoring-Programme sowie eine Empfehlung zur Verwendung genderneutraler Sprache in der Agentur- und Kundenkommunikation. Auch der Bereich Compliance wird überarbeitet und soll sowohl eine konsequente Sanktionierung garantieren als auch die nachhaltige Messung der Maßnahmen sicherstellen.

Bis Ende 2020 sollen die Umsetzungspläne stehen

Der Aktionsplan (hier zum Download) ist ab sofort gültig und wird innerhalb der kommenden zwei Jahre für jeden Standort und jede Geschäftseinheit von Scholz & Friends umgesetzt. Danach wird jeder Standort und Geschäftsbereich auf Basis der gesetzten Quote bis Ende 2020 einen Umsetzungsplan erarbeiten. Darin enthalten sind konkrete Maßnahmen, wie diese Ziele erreicht werden können. Laut Ankündigung möchte die Agentur schon bis Ende 2021 mindestens 30 Prozent der Positionen auf den obersten Management-Ebenen, also Geschäftsführung und Partnerboard, weiblich besetzen.

Durch eine Recherche der Zeit (€) waren erst kürzlich Sexismus-Vorwürfe bei Scholz & Friends bekannt geworden. Laut der Wochenzeitung gab es bei der Agentur in den vergangenen Jahren eine Reihe von Vorfällen, bei denen sich Führungskräfte herabwürdigend gegenüber Mitarbeiterinnen und Frauen im Allgemeinen äußerten – oder durch Fehlverhalten auffielen. Diese Vorwürfe werden derzeit intern aufgearbeitet, auch mit Hilfe von Christine Lüder, der ehemaligen Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes.

In dem Zeit-Artikel wird Frank-Michael Schmidt, CEO der Scholz & Friends Group, wie folgt zitiert: „In einigen der genannten Fälle hätte früher und härter reagiert werden müssen. Da gibt es nichts schönzureden.“ Es sei auch klar geworden, dass Scholz & Friends an den systemischen Ursachen für solche Vorfälle arbeiten müsse (MEEDIA berichtete).

Fast zeitgleich mit der Veröffentlichung der Zeit-Recherche hatte die Agentur selbst per Mitteilung verkündet, dass zum 1. September Catherine Gaudry und Christiane Stöhr in das höchste Führungsgremium der Agentur berufen werden. Gaudry hat im Partnerboard das Ressort „Diversity, Equity & Inclusion“ übernommen. Parallel dazu wurde Nele Schnieder zur Geschäftsführerin in Berlin befördert. (MEEDIA berichtete).

„Werte dürfen nicht Worte bleiben“, sagt S&F-CEO Schmidt

CEO Schmidt sagt nun zu den Maßnahmen: „Der heute verkündete Aktionsplan drückt den Anspruch von Scholz & Friends aus, bei den Themen Diversität und Gleichstellung Maßstäbe zu setzen. Mit unserem weitreichenden Maßnahmenpaket wollen wir eine systemische, nachhaltige und zukunftsweisende Antwort auf die Diskussionen der vergangenen Wochen geben.“ Werte dürften laut Schmidt nicht Worte bleiben. „Deshalb haben wir konkrete und verbindliche Entscheidungen getroffen, an denen wir uns messen lassen.“

„Wir stehen bei Scholz & Friends vor den gleichen Herausforderungen wie Wirtschaft und Gesellschaft insgesamt“, sagt Catherine Gaudry. „Wir wollen Veränderungen zum Besseren aktiv und zügig vorantreiben – für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, für die Talente von morgen und für die Agenturlandschaft insgesamt.“

Anzeige