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Datenschutz

„New York Times“ verabschiedet sich von Programmatic Advertising

Die New York

In einem Blogpost erklärt die „New York Times“ das Ende von Programmatic Advertising auf den eigenen Seiten und verkündet weitere Maßnahmen, um Nutzerdaten zu schützen.

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Es ist ein Problem, wie es derzeit den Großteil der Verlage trifft: In Zeiten von schwindender Auflage und einem Rückgang der Abozahlen gehen auch die Einnahmen zurück. Die Hoffnung liegt auf dem Digitalgeschäft. Das Problem hier: Beim Verkauf von Onlineanzeigen verkaufen Webseitenbetreiber oft auch auch im umfassenden Stil Nutzerdaten. Cookies verfolgen den User auf der Seite, Trackingpixel begleiten ihn noch darüber hinaus, Drittanbieter wiederum erstellen eigenen Userprofile. Wie das Global Editors Network in einer eigenen Untersuchung herausfand, werden Besucher von deutschen Newsseiten wie etwa Die Welt von 59 verschiedenen Tools analysiert.

NYT streicht Programmatic Advertising

Die New York Times hat jetzt verkündet, proaktiv gegen diese Strategien vorzugehen. In einem ausführlichen Blogpost erläutert Robin Berjon, VP Data Governance bei der NYT, die Beweggründe für die Neuausrichtung: Beim Thema Privatsphäre ginge es um Vertrauen und der „Times ist das Vertrauen der Leser essentiell.“ Um das nicht zu verlieren oder das neuer Leser zu gewinnen, hat man bei der NYT verschiedene Maßnahmen ergriffen, dazu gehört:

Die Entfernung von Open Market Programmatic Advertising in Europa und weltweit in den eigenen Apps, eine Datenschutzbestimmung in leichter Sprache (Das Leselevel eines 7-Jährigen), ein eigener FAQ-Bereich für die wichtigsten Fragen zum Datenschutz – seit April 2019 wurden alle Drittanbieter im Datenbereich von der Seite der NYT entfernt mit Ausnahmen im Marketing und Abobereich. Außerdem habe man bereits Möglichkeiten, potenzielle Leser in den sozialen Netzwerken zu adressieren, ohne Daten mit anderen Anbietern teilen zu müssen. Im Marketingbereich arbeite man noch daran. 

90 Prozent weniger Datenaustausch mit Drittanbietern

Die New York Times konnte mit den ersten Maßnahmen nach eigener Aussage den Datenausstausch mit Drittanbietern um bis zu 90 Prozent reduzieren. Laut Berjon werden jetzt zudem eigene Werbemittel entwickelt, die nicht auf Nutzer-Tracking basieren. Außerdem arbeite man gemeinsam mit anderen Anbietern daran, ein eigenes Werbe-Ökosystem aufzubauen, das auf eine Datensammlung im großen Stile verzichten könne und das es ermöglichen soll, gespeicherte und verarbeitete Daten für Nutzer bis ins kleinste Detail nachzuverfolgen. 

Engagement für Datenschutz über die NYT hinaus

Weil die NYT ein Grundproblem darin sieht, dass „eine Firma mit personenbezogenen Daten Profit macht, während sich User selbst darum kümmern müssen, dass ihre eigenen Daten angemessen verarbeitet werden“, engagiert sich das Medienhaus nach eigener Aussage über die einzelnen Maßnahmen hinaus für das Thema Datensicherheit in der digitalen Ära.

Mit dem neuesten Beitrag geht die New York Times den bereits eingeschlagenen Weg der Transparenz weiter. Herausgeber A.G. Sulzberger hatte bereits im April 2019 angekündigt, dass das Medium die Bestimmungen und Praktiken rund um das Thema Daten und Datenschutz auf den Prüfstand stellen wird.

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