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#StopHateForProfit

Ein Drittel der OWM-Mitglieder hat seine Facebook-Kampagnen gestoppt

Hass ist in den sozialen Medien ein echtes Problem. Das findet eine Mehrheit der Mitglieder der OWM – Foto: imago

Die Kritik an Facebook im Umgang mit Hate Speech reißt nicht ab. Jetzt hat die Organisation Werbungtreibende im Markenverband (OWM) ihre Mitglieder befragt und Fakten geschaffen. Dabei kam heraus: Mehr als ein Drittel hat bereits Facebook-Kampagnen gestoppt – oder plant es.

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Der Anteil könnte aber noch deutlich steigen. Auch andere Plattformen könnte es bald treffen. Denn die Studie zeigt auch: 83 Prozent der Werbungtreibenden sind unzufrieden mit der Hate-Speech-Politik des kalifornischen Tech-Giganten. Die Bemühungen seien unzureichend, heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung der OWM. Während ein Drittel bereits Budgets abgezogen hat – oder dies zumindest plant – ist ein weiteres Drittel der Werbungtreibenden in Deutschland laut der Befragung noch unentschlossen. Gut möglich also, dass weitere Unternehmen ihre Ausgaben für Werbung bei Facebook kappen.

Die Initiatoren der #StopHateForProfit-Aktion wollten den Boykott ursprünglich auf den Monat Juli beschränken. Die OWM-Studie aber zeigt, dass die Aktion noch länger dauern könnte: Nur 16 Prozent der Befragten wollten sich auf Juli beschränken – der Rest hat seine Budgetkürzungen bisher nicht mit einem Enddatum versehen. „Die OWM und ihre Mitgliedsunternehmen erwarten von den Marktpartnern, dass sie deutlich schneller und konsequenter agieren“, sagt OWM-Geschäftsführer Joachim Schütz. „Alle Beteiligten haben eine gesellschaftliche Verantwortung in dieser Thematik.“

Nicht nur Facebook im Blick

Viele der Befragungsteilnehmer haben keineswegs nur Facebook im Blick: Über die Hälfte (53%) der OWM-Mitglieder überdenkt im Hinblick auf Hate Speech, extremistische oder diskriminierende Inhalte auch seine Aktivitäten auf anderen Social Media Plattformen. „Auch wenn andere Plattformen in der aktuellen Aktion #stophateforprofit nicht unmittelbar angesprochen werden, zeigt die große Anzahl der Mitglieder, die ihre Aktivitäten auch auf weiteren Social Media Plattformen überdenkt, dass auch diese weitere Verbesserungen vornehmen müssen“, sagt Christine Diener, Leiterin Digital bei der OWM.

Das Ergebnis der OWM-Mitgliederumfrage ist ein Stimmungsbild aus den Rückmeldungen von 30 Mitgliedern und stellt weder eine repräsentative Stichprobe der OWM-Mitgliedschaft noch eine generelle Aussage zur Haltung der werbenden Unternehmen in Deutschland dar. Die Daten wurden im Rahmen einer anonymisierten schriftlichen Befragung in der Zeit vom 02.Juli 2020 bis zum 06.Juli 2020 unter den OWM-Mitgliedern erhoben.

seh

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