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Junges Portal

„ze.tt“ wird als Ressort bei „Zeit Online“ eingegliedert

Foto: Zeit Verlag

Die jungen Portale der großen Medienhäuser haben es derzeit schwer: Nun trifft es „ze.tt“, die Marke der „Zeit“. Sie wird zum Herbst 2020 beim Online-Angebot integriert

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Nach durch die Corona-Krise deutlich verschärfte wirtschaftliche Ausfälle, heißt es in der Mitteilung, soll das Ziel der Integration sein, ze.tt „als Aushängeschild der Zeit für diverse Berichterstattung zu erhalten“. Mit dem Umbau zum Ressort möchte die Leitung die junge Marke „langfristig auf eine wirtschaftlich zukunftsfähige Basis stellen.“ Außerdem soll der Austausch mit anderen Angeboten von Zeit Online verstärkt werden. Dies gab der Verlag am Dienstag bekannt.

Erst in der Vorwoche wurde bekannt, dass der Spiegel sein junges Nachrichtenportal Bento zum Herbst einstellen wird. Die Marke sei als eigenständiges, rein werbefinanziertes Angebot mit großem Team, verstärkt durch die Erlösverluste in der Coronakrise, nachhaltig in die Verlustzone geraten. Durch die weiter entfernte Positionierung vom Spiegel sei eine Flankierung durch Pay-Modelle nicht realistisch (MEEDIA berichtete).

Im Gegensatz dazu will der Zeit-Verlag sein Portal mit der Eingliederung fortführen. Auf Nachfrage heißt es, dass es „keine betriebsbedingten Kündigungen“ geben wird. „Kolleginnen und Kollegen mit unbefristeten Verträgen werden bei Zeit Online oder im Zeit Verlag weiter beschäftigt“, so die Verlagsgruppe. Über die Details der personellen Zusammensetzung des neuen Ressorts gebe es derzeit Gespräche.

Was passiert mit dem Paid-Membership-Modell?

ze.tt-Chefredakteurin Marieke Reimann soll den Übergang in das neue Ressort und die Eingliederung begleiten. Zu ihren weiteren Aufgaben bei der Verlagsgruppe befinde man sich im Gespräch. Ob sie also bleibt, scheint ungewiss.

Sie sagt zum Schritt: „Mein Team hat in den letzten Jahren bewiesen, dass eine diversere Berichterstattung in Deutschland möglich ist und auf eine immer noch stark wachsende Community trifft. Uns ist es gelungen, all diejenigen abzuholen, die sonst maximal als ‚Randgruppen‘ in den Medien erwähnt werden. Diesen Leuten bleiben wir erhalten.“ Erst Anfang des Jahres hatte die Redaktion ein Paid-Membership-Modell gestartet (MEEDIA berichtete).

Auf Nachfrage, was mit dem Modell ze.tt gr.een passiert, sagt der Verlag: „Die Mitglieder des Bezahlangebots erhalten für den Übergang zunächst einen vergünstigten Test-Zeitraum für Z+, das Bezahlangebot der Zeit und Zeit Online. Diejenigen, die ein Jahresabonnement abgeschlossen haben, erhalten ihr Geld für die Monate zurück, in denen es kein ze.tt gr.een-Angebot mehr gibt. Darüber ob und wie spezielle Bestandteile des Paid-Modells zukünftig innerhalb der Zeit genutzt werden können, wird momentan gesprochen.“

Christian Röpke, Digitalchef der Zeit Verlagsgruppe und Geschäftsführer von Zeit Online, wird wie folgt zitiert: „Gemeinsam mit einem Team großartiger junger Redakteurinnen und Redakteure ist es Marieke Reimann gelungen, ein journalistisches Angebot zu schaffen für alle Themen aus der Lebensrealität der Millennials, und ze.tt als Marke zu etablieren.“ Röpke sagt zur Zukunft: „Diese starke Marke werden wir als Ressort von Zeit Online weiter entwickeln.“

tb

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