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Nach vier Jahren

Frankfurter Allgemeine Woche wird eingestellt

Verlagschef Thomas Lindner mit der ersten Ausgabe der Frankfurter Allgemeinen Woche

Das Magazin Frankfurter Allgemeine Woche wird eingestellt Das Wochenmagazin der FAZ erscheint Ende Juni 2020 zum letzten Mal. Die zehn Mitglieder der Redaktion werden in ihre jeweiligen Ressorts innerhalb der FAZ-Redaktion zurückkehren

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Gestartet wurde das Wochenmagazin im April 2016. Das Magazin habe viele Leser gefunden und eine jüngere Zielgruppe an die FAZ herangeführt, teilte der Verlag mit. Es sei sogar gelungen, „im hart umkämpften Markt der wöchentlichen Nachrichtenmagazine gegen den Trend zu wachsen“. Allerdings blieb die Abonnentenzahl vor allem in den vergangenen beiden Jahren hinter den Erwartungen zurück.

Bei der verkauften Auflage war die Frankfurter Allgemeine Woche nie ein großer Bestseller. Dank 15.306 ePaper-Abos lag die Zahl der Abonnenten im ersten Quartal 2020 bei insgesamt 33.846, der Einzelverkauf in Supermärkten, Kiosken, etc. erreichte da nur eine Mini-Zahl von 1.563 Stück pro Ausgabe. Mit einem Gesamtverkauf von 48.004 Exemplaren lag das Magazin im ersten Quartal 7,5 Prozent unter dem Vorjahr.

„Konzept kam zu spät in den Markt“

Die FAZ will sich zudem künftig stärker auf Digital- und Streamingprodukte konzentrieren. Die Corona-Krise, die die Lage am Anzeigenmarkt und im Verlagsgeschäft weiter verschärft hat, kam dann noch hinzu. Thomas Lindner, FAZ-Geschäftsführer: „Das Konzept der FAZ Woche war ein sehr gutes, das schlicht ein paar Jahre zu spät in den Markt kam. Leider war es auch uns trotz vieler Anstrengungen nicht mehr möglich, aus dem Nichts ein stabiles Abonnementgeschäft mit entsprechenden Wachstumsraten für die FAZ Woche aufzubauen. Das müssen wir schweren Herzens einsehen.“

Jürgen Kaube, FAZ-Herausgeber: „Ein kleines Team hat durch unablässigen Einsatz Woche für Woche ein Magazin herausgebracht, auf das wir stolz sein können. Die journalistischen Erfahrungen, die wir mit der FAZ Woche gemacht haben, sind nicht verloren, sie gehen in unsere weitere Arbeit ein.“

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Update: In einer früheren Version dieses Artikels schrieben wir: „Es sei nicht gelungen, ‚im hart umkämpften Markt der wöchentlichen Nachrichtenmagazine gegen den Trend zu wachsen'“. Diesen Fehler bitten wir zu entschuldigen.

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