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Deutsche Non-Profits bleiben digital unter ihren Möglichkeiten

Infografik (Quelle: DIGITAL-REPORT 2020)

Jeder dritte Deutsche ist in mindestens einem Verein organisiert und somit vom digitalen Status quo im gemeinnützigen Sektor direkt betroffen. Denn sie müssen heute digitale Kompetenzen zeigen. Denn sie sind es, die die digitale Kommunikation der Non-Profits führen.

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Umgekehrt sind Non-Profits auf vorhandene Kompetenzen ihrer Mitglieder angewiesen, um ihre interne IT zu organisieren. Insbesondere Krisensituationen wie die Corona-Pandemie zeigen, wie wichtig ein starker gemeinnütziger Sektor ist. Denn: Hilfsorganisationen und soziale Einrichtungen wie etwa die Caritas oder das Rote Kreuz müssen sich auf funktionierende digitale Strukturen verlassen können, um ihren sozialen Auftrag zu erfüllen.

Digitalisierung von NPOs wird als große Herausforderung wahrgenommen

Wie der heute vom Haus des Stiftens herausgegebene DIGITAL-REPORT 2020 zeigt, ist diese Aufgabe aktuell ehrenamtlich dominiert: 40 Prozent der befragten NPOs verlassen sich für die Organisation ihrer IT auf ehrenamtliche, 19 Prozent auf hauptamtliche Mitarbeiter. 18 Prozent der befragten Organisationen haben einen externen Dienstleister zur Verfügung. In jeder fünften NPO (22 Prozent) gibt es überhaupt keinen Verantwortlichen für das Thema Digitalisierung. Kombiniert mit der Tatsache, dass jede zweite befragte Organisation die Digitalisierung als große bis sehr große Herausforderung einschätzt, deutet dies darauf hin, dass NPOs aktuell mit dem Thema überfordert sind.

Am meisten Schwierigkeiten bereitet laut dem aktuellen Digital-Report die Einhaltung von gesetzlichen Vorgaben, wie etwa die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO). 65 Prozent bezeichnen diese Aufgabe als große Herausforderung. Auf Platz zwei (59 Prozent) steht das Aufbringen erforderlicher Ressourcen, mit welchen weiter in die Digitalisierung investiert werden kann. Mit 53 Prozent ist die Zunahme der relevanten Kommunikationskanäle die drittgrößte Herausforderung.

Weiterbildungen und Schulungen werden vernachlässigt

Nur 14 von 100 der befragten Organisationen sehen sich hinsichtlich Wissen und Ressourcen für die Digitalisierung gerüstet. Gleichzeitig geben nur rund 14 Prozent der Studienteilnehmer an, ihre Mitarbeiter zu Themen der IT und Digitalisierung weiterzubilden. Vorhandene finanzielle Mittel werden überwiegend in Soft- und Hardware investiert. Die Mehrheit der befragten NPOs plant, keinerlei Gelder in IT-Personal (68 Prozent), IT-Schulungen (49 Prozent) oder die Auslagerung für IT (69 Prozent) zu investieren.

Wirtschaftskraft des gemeinnützigen Sektors wird unterschätzt

Angewandt auf die mehr als 600.000 NPOs in Deutschland könnte eine digitale Förderung, wie sie aktuell Bildungseinrichtungen durch den DigitalPakt Schule zugutekommt, Großes bewirken. „Der gemeinnützige Sektor wird oft unterschätzt, dabei arbeiten weit mehr als drei Millionen Beschäftigte und damit etwa viermal so viele Personen im gemeinnützigen Sektor wie in der Automobilindustrie“, kommentiert Clemens Frede, Leiter Programmentwicklung und Mitglied der Geschäftsleitung von Haus des Stiftens. „Damit der gemeinnützige Sektor mit der Digitalisierung Schritt halten kann, benötigen Non-Profit-Organisationen einen gleichberechtigten Zugang zu Instrumenten der Digitalisierungs- und Innovationsförderung. Dies ist umso wichtiger, wenn man sich die Bedeutung des Sektors für das Gemeinwohl und die Beschäftigungszahlen vor Augen führt.“

cb

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