Anzeige

Kurzarbeit wegen Corona: Auch Redakteure von Handelsblatt und Wirtschaftswoche sind betroffen

Foto: Handelsblatt Media Group

Nach Zeit und Südwestdeutscher Medien Holding (SWMH) hat sich auch die Handelsblatt Media Group (HMG) entschieden, rückwirkend zu Anfang April Kurzarbeit einzuführen. Betroffen von der Maßnahme sind auch die Redaktionen des Handelsblatt und der Wirtschaftswoche.

Anzeige

Immer mehr Qualitätsmedien belastet die Corona-Krise schwer. Nach der Zeit hat jetzt auch die Handelsblatt Media Group (HMG) Kurzarbeit angemeldet. Wie Meedia aus Unternehmenskreisen erfuhr, beansprucht das Düsseldorfer Printhaus staatliche Hilfen der Bundesagentur für Arbeit rückwirkend zum 6. April – für drei Monate – bis einschließlich Juni. Betroffen von der Maßnahme sind verschiedene Bereiche – darunter auch die Redaktionen des Handelsblatt und der Wirtschaftswoche. Beide Redaktionen sollen angeblich zehn Prozent weniger arbeiten. Eine entsprechende Vereinbarung hat der Betriebsrat mit der Geschäftsführung abgeschlossen.

Reaktion auf wegbrechende Vermarktungserlöse

In den betroffenen Redaktionen müssen die Journalisten seither ihre Arbeitszeiten genau protokollieren, um keinen Subventionsbetrug zu begehen. Offenbar ist es möglich, dass die Redakteure die anfallende Kurzarbeit gebündelt im Monat als ganze Tage abbummeln können. Mit der Kurzarbeit reagiert das Medienhaus auf die wegbrechenden Vermarktungserlöse, die durch die Corona-Krise entstanden sind. Auch die Führungsmannschaft ist bereit, weniger zu verdienen. „Die Geschäftsführung, die gesamte Geschäftsleitung und die Chefredaktionen verzichten bis Juni auf 20% ihres Gehaltes. Dem haben sich viele weitere Führungskräfte des Hauses freiwillig angeschlossen“, erklärt eine Sprecherin der Handelsblatt-Gruppe auf MEEDIA-Anfrage.

Bei der Zeit sind Chefredakteur Giovanni di Lorenzo und Geschäftsführer Rainer Esser bereit, auf je ein Viertel ihres Gehaltes zu verzichten. Die Wochenzeitung hatte bereits Anfang des Monats gemeldet, aufgrund der Corona-Krise Maßnahmen ergreifen zu wollen. Man habe die Verluste im Anzeigenmarkt und in diversen anderen Geschäftsfeldern nicht mit höheren Vertriebserlösen kompensieren können, hieß es. Daher hat das Hamburger Unternehmen für drei Monate Kurzarbeit eingeführt. Die Handelsblatt Media Group und die Zeit Verlagsgruppe sind keine Einzelfälle. Auch die zur SMWH gehörende Süddeutsche Zeitung sowie Teile der zu Gruner + Jahr gehörende Geo-Redaktion sind in Kurzarbeit. Der Spiegel-Verlag hat sich hingegen bislang noch nicht entschieden und führt hierzu weiter Gespräche mit dem Betriebsrat.

Anzeige