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Buzzfeed-Chefredakteur Daniel Drepper: „Wir sind alle optimistisch, dass es weitergeht“

Chefredakteur von Buzzfeed Deutschland: Daniel Drepper

Für Buzzfeed Deutschland wird aktuell ein Investor gesucht, die US-Muttergesellschaft will den Ableger nicht in Eigenregie weiterführen. Buzzfeed insgesamt ist durch die Corona-Krise schwer getroffen. Gegenüber MEEDIA erläutert Buzzfeed-Deutschland-Chefredakteur Daniel Drepper, wie er die Lage einschätzt.

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Wann haben Sie davon erfahren, dass Buzzfeed Deutschland zum Verkauf steht und wie?
Daniel Drepper: Wir haben gestern Nachmittag um 16 Uhr in einem Video-Call mit unserem General Manager Europe, Mark Rogers, davon erfahren, dass wir einen Partner suchen, um unsere Arbeit in Deutschland weiterführen zu können.

Wie haben Sie reagiert?
Ich war überrascht. Aber ich freue mich, dass Buzzfeed nach einer Lösung sucht, unsere Arbeit weiter möglich zu machen, statt – wie andere amerikanische Medienunternehmen derzeit – direkt Menschen zu entlassen.

Wie hat die Redaktion reagiert?
Das möchte ich nicht beantworten, das muss jede*r individuell tun.

Gab es neben der Mail an die Belegschaft und dem Call noch ein persönliches Gespräch mit Mark Rogers oder einem anderen Buzzfeed-Verantwortlichen?
Natürlich, wir sind in ständigem Austausch mit den verantwortlichen Kollegen – im Speziellen mit meinem direkten Chef Mark Rogers in London – und überlegen gemeinsam, wie es weitergehen kann. Wir sind alle optimistisch, dass es weitergeht, weil wir sehr überzeugt sind von unserer Arbeit und dem Potential von Buzzfeed in Deutschland – auch ökonomisch.

Arbeitet die Redaktion nach der Verkündung „normal“ weiter oder gibt es jetzt bereits Änderungen im Ablauf?
Wir arbeiten ganz normal weiter – sowohl in der Unterhaltung, als auch bei News, Einfach Tasty und der Vermarktung.

In der Mail von Rogers wird auf die harte wirtschaftliche Lage, also indirekt auf Corona als Treiber für diese Entscheidung hingewiesen. Sehen Sie das auch so oder wäre die Entscheidung auch ohne Coronakrise gefallen? Immerhin machte Buzzfeed auch vor der Pandemie schon Schlagzeilen mit Entlassungen.
Wir haben in den vergangenen Monaten eine sehr gute Entwicklung genommen. Sowohl die Aufmerksamkeit des Publikums ist gestiegen, als auch unsere Einnahmen. Wir haben in den vergangenen Monaten drei Kolleginnen neu eingestellt. Alina Friede, unsere neue Commercial Director, ist Anfang Januar von Axel Springer zu uns gekommen. Ich bin mir sehr sicher, dass wir uns ohne die Coronakrise in diesem Jahr sehr gut entwickelt hätten und glaube fest daran, dass Buzzfeed Deutschland langfristig nicht nur starken Journalismus veröffentlichen, sondern auch ein stabiles Geschäft sein kann.

Wieviele feste Redakteure und freie Mitarbeiter sind bei Buzzfeed Deutschland von der Entscheidung betroffen?
Wir sind bei Buzzfeed Deutschland insgesamt neun Mitarbeiter*innen.

Nach aktuellem Stand: Bis wann muss ein Käufer gefunden werden, um eine Abwicklung von Buzzfeed Deutschland zu verhindern?
Interessenten sollten sich zügig bei uns melden, wir wollen das effizient über die Bühne bringen.

Sind Sie persönlich bereits im Gespräch mit Verlagen, Investoren, Einzelinteressenten wegen einer Übernahme von Buzzfeed Deutschland?
Ja, das sind wir. Das Interesse ist groß – und das freut mich.

Die Fragen an Daniel Drepper wurden schriftlich gestellt und beantwortet.

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