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Wächterpreis geht an Rhein-Neckar-Zeitung für Enthüllung zu unausgereiftem Brustkrebs-Test

Der erste Preis des Wächterpreises 2020 der Stiftung Freiheit der Presse geht an Sebastian Riemer und Klaus Welzel von der Rhein-Neckar-Zeitung in Heidelberg. Sie hatten enthüllt, dass ein Brustkrebstest des Heidelberger Uni-Klinikums noch nicht ausgereift war. Weitere Preise gehen an die Stuttgarter Zeitung/Stuttgarter Nachrichten und die Nürnberger Nachrichten.

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Die Journalisten der Rhein-Neckar-Zeitung deckten das fragwürdige Vorgehen von Professoren, Investoren und PR-Machern in der Grauzone von Wissenschaft und wirtschaftlichen Interessen am Universitätsklinikum Heidelberg auf. Die Folge war ein erheblicher Imageschaden für die Universität Heidelberg sowie personelle Konsequenzen im Vorstand des Klinikums.

Wächterpreis auch für Stuttgarter Zeitung und Nürnberger Nachrichten

Den zweiten Preis erhalten Redakteure und Mitarbeiter der Stuttgarter Zeitung/Stuttgarter Nachrichten für eine Serie über das Thema des Unterrichtsausfalls. Sie wurde in umfangreichen Datenrecherchen eines neunköpfigen Teams und einer Umfrage an den weiterführenden Schulen in Stuttgart aufbereitet und dann in einer zwölfteiligen Folge von Artikeln, Interviews und Berichten von allen Seiten beleuchtet. Ein bislang von Politik und Verwaltung eher stiefmütterlich behandeltes Problem wurde damit in den Brennpunkt öffentlicher Aufmerksamkeit gerückt.

Der dritte Preis wird Michael Kasperowitsch für seine in den Nürnberger Nachrichten veröffentlichten Recherchen über die jahrelange Manipulation von Abrechnungen im Rettungsdienst des bayerischen Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) zuerkannt. Er deckte auf, dass in der Leitung der Organisation durch Buchungstricks über die Jahre hinweg Millionen Euro den Krankenkassen zu Unrecht in Rechnung gestellt wurden. Die Artikel haben zuAnkündigungen geführt, neue wirksame Kontrollverfahren in der ASB einzuführen.

Die Stiftung vergibt den Wächterpreis der Tagespresse nunmehr zum 50. Mal. Alle ausgezeichneten Arbeiten sind seit 2003 einschließlich der dazugehörigen Rechercheprotokolle dokumentiert unter www.waechterpreis.de. Wegen der Corona-Krise können die Preise nicht in einer Feierstunde überreicht werden. Eine öffentliche Würdigung der Preisträger wird zusammen mit der Auszeichnung der Preisträger 2021 im Frankfurter Römer erfolgen.

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