Anzeige

Bauer Media schließt Neuseeland-Geschäft und steht in der Kritik

In einer offiziellen Pressemitteilung verkündet die Bauer Media Group, dass man sich vom Neuseelandgeschäft verabschiede. Grund seien die schweren Folgen der Corona-Krise. Die Premierministerin zeigt sich „angewidert“ von dem Schritt. Gleichzeitig tätigt Bauer ein großes Übernahmegeschäft in Australien.

Anzeige

Mit der Wirkung zum 2.April 2020 wurde die Belegschaft der Titel der „Bauer Media Group“ angewiesen, nicht ins Büro zu kommen, da das Geschäftsmodell der Gruppe nicht mehr rentabel sei, wie Bauer vermeldet. Die Entscheidung trifft alle Titel von Bauer Media Neuseeland aus dem Entertainment, Lifestyle and Newsbereich, darunter NZ Listener, Woman’s Day, New Zealand Woman’s Weekly, North & South zusammen mit allen Digitalredaktionen. Die Berateragentur „Ernst and Young“ solle dabei helfen, das Geschäft so schnell wie möglich abzuwickeln. Damit endet eine jahrzehntelange Magazingeschichte in Neuseeland. Betroffen sind über 300 Mitarbeiter.

Magazin-Schließungen durch Corona in Neuseeland

Brendon Hill, Bauer Media Group Australia und Neuseeland-CEO sagte dazu: „Das ist ein verheerender Schaden für unser engagiertes und talentiertes Team, das unermüdlich daran gearbeitet hat, Neuseeländer durch die meistgeliebten und gelesenen Magazine des Landes zu informieren und zu unterhalten.“

Magazine sind in Neuseeland aktuell als Teil der Maßnahmen der Regierung gegen die Coronapandemie stillgelegt. In den Zeiten der verschärften Ausgangssperre dürfen nur noch news-relevante Tageszeitungen ihren Betrieb weiterführen. Bauer Media bekunde, dass man nichts unversucht gelassen habe, Teile oder das ganze Neuseeland-Geschäft zu retten. Jetzt konzentriere man sich darauf, neue Käufer zu finden, habe aber noch keinen Interessenten.

Prime Minister Jacinda Ardern zeigt sich „angewidert“ von der Entscheidung

Ganz anders sieht die Situation die Regierung des Landes. Primierministerin Jacinda Ardern kommentiert die Bauer-Entscheidung, das Neuseeland-Geschäft aufzugeben mit sehr direkten Worten: „Ich bin außerordentlich enttäuscht und offengesagt angewidert zu sehen, das heute die abrupt die Tore schließt, was fest zu Neuseelands Geschichte gehört.“

Bauer Media hätte sich in der Folge der Coronapandemie auf staatliche Unterstützungsgelder für die Gehälter der Belegschaft bewerben können, habe laut Ardern aber auf diesen Schritt verzichtet.

Übernahme-Gerüchte für Bauer Media ANZ bereits 2019

Hinzu kommt, dass es bereits im letzten Jahr Gerüchte gab, dass Bauer sich von dem gesamten Geschäftszweig in Down-Under trennen möchte. (MEEDIA berichtete) Damals soll Verlegerin Yvonne Bauer über einen Verkauf mit dem Investor Mercury Capital verhandelt haben. Geprüft wurde nach Berichten ein Übernahmeangebot in Höhe von 150 Millionen US-Dollar für das gesamte ANZ-Geschäft.

Bauer baut das Australiengeschäft aus

Während Bauer sich vom Neuseeland-Geschäft verabschiedet, kaufen die Hamburger in Australien ein. Nachdem die Wettbewerbshüter grünes Licht für die Übernahme von „Pacific Magazines“ gegeben haben, integriert Bauer die Titel von „Seven West Media“ Ende der Woche für 40 Millionen US-Dollar. „Pacific Magazines“ beherbergt Titel wie Better Home And Gardens, marie claire, Who, New Idea and Men’s and Women’s Health.

Anzeige