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Über 15 Mio. Abrufe: Der gewaltige Erfolg des “Coronavirus Update” mit Professor Christian Drosten

Professor Christian Drosten von der Berliner Charité
Professor Christian Drosten von der Berliner Charité Foto: Imago

Das "Coronavirus Update" von NDR Info mit dem Virologen Professor Christian Drosten ist eines der meist gehörten Formate zur aktuellen Krise. Für MEEDIA blickt der Erfinder des Formats, Norbert Grundei, Leiter N-Joy und Leiter des NDR Audio-Labs Think Radio, hinter die Kulissen.

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Das “Coronavirus Update” von NDR Info mit Professor Christian Drosten von der Charité ist sicher eines der meist beachteten Medien-Formate zur Coronakrise. Wann hatten Sie die Idee zu dem Format und wie kam die Realisierung zustande?

Foto: NDR

Norbert Grundei: Ich hatte Christian Drosten vor einigen Wochen als Gesprächspartner zum Thema Coronavirus in mehreren Sendungen gesehen und fand ihn als Gesprächspartner sehr interessant. Ich habe seine wissenschaftliche Vita recherchiert und herausgefunden, wie tief er tatsächlich in diesem Thema steckt. Daraufhin formte sich bei mir die Idee: Wie wäre es, wenn wir mit diesem ausgewiesenen Experten einen Podcast machen könnten, in dem er uns täglich den aktuellen Stand in Sachen Corona geben kann? Kein Ratgeber-Podcast, sondern wissenschaftliche Informationen, auf deren Grundlage jede Hörerin und jeder Hörer gute Entscheidungen für sich selbst treffen kann. Aufgrund seiner sehr guten Kenntnisse über diesen Virustyp ist der Rat von Christian Drosten sehr gefragt, und die Idee war schon, dass er seine Kenntnisse und Erkenntnisse auch einer breiten Hörerschaft zugänglich macht. Ich habe das nicht in meiner Funktion als N-Joy Chef gemacht, sondern in meinem “Nebenjob” als Leiter unseres NDR Audiolabs Think Radio. Ich schrieb Christian Drosten eine Mail und nach sehr kurzer Zeit erhielt ich eine Antwort mit seiner Zusage. Mit meinem Kollegen Adrian Feuerbacher, Programmchef von NDR Info und NDR Chefredakteur, habe ich dann vereinbart, dass das Projekt in der Wissenschaftsredaktion von NDR Info realisiert wird.

Inzwischen ist für den Podcast allein bei NDR Info ein Team von bis zu zehn Kolleginnen und Kollegen im Einsatz, hinzu kommt Unterstützung von N-Joy und Think Radio. Tag für Tag erreichen NDR Info mehr als 1.000 Zuschriften zu dem Podcast, eigens produzierte Fassungen laufen in Radiosendern in der ganzen ARD oder mit Bildern unterlegt im NDR Fernsehen und bei tagesschau24. Ich bin Christian Drosten sehr dankbar, dass er sich jeden Tag die Zeit für uns und unseren Hörerinnen und Hörern nimmt.

Wie hat sich die Reichweite des Formats seit dem Start entwickelt?
Wir sind gleich sehr gut gestartet. Inzwischen liegen wir bei mehr als 15 Millionen Abrufen insgesamt – über alle Plattformen hinweg. In der ARD Audiothek belegen die Folgen immer Top-Platzierungen. Bei Apple Podcasts sind wir seit dem 28. Februar nonstop auf Platz 1. Allein in den Top 10 der Folgen sind dort 6 Folgen aus unserem Podcast. Bei Spotify liegen wir aktuell mit einem Wissenschaftspodcast auf Platz 2 hinter Fest und Flauschig.  Bei YouTube hat die reichweitenstärkste Folge mehr als 900.000 Abrufe. Und sowohl in der ARD Bewegtbild-Mediathek als auch im NDR Fernsehen läuft der Podcast ebenfalls sehr gut.

Haben Sie Erkenntnisse auf welchen Ausspielwegen die Nutzer das Coronavirus Update bevorzugt konsumieren?
Wir haben eine breite Distribution über alle Plattformen hinweg. Von der NDR Info App über die ARD Audiothek bis zu Drittplattformen wie YouTube. Interessant ist tatsächlich, wie stark YouTube inzwischen auch als Podcast-Plattform genutzt wird.

Das Coronavirus Update ist als NDR-Format auch bei Spotify zu hören, was waren die Beweggründe hierfür?
Dem NDR ist es wichtig, seine Nutzerinnen und Nutzer möglichst direkt über eigene Plattformen zu erreichen. Dazu gehört die ARD Audiothek, aber auch die NDR Info App oder die Webseiten des NDR. Im Fall des Coronavirus-Update war uns daran gelegen, dass möglichst viele Menschen diese wichtigen Informationen von Prof. Drosten erhalten – egal, über welchen Verbreitungsweg.

Bis zu zehn Menschen arbeiten an dem Format sagen Sie. Der Laie denkt vielleicht, da ruft einfach jeden Tag eine Redakteurin bei Prof. Drosten an und das war’s. Was macht das Format so aufwändig?
Also, es sind nicht jeden Tag zehn. Angefangen hat es mit drei tollen Kolleginnen und Kollegen. Korinna Hennig, die als Wissenschaftsredakteurin bei NDR Info arbeitet. Katharina Mahrenholtz, ebenfalls NDR Redakteurin und Mitglied unseres NDR Audiolabs. Und Klaus Wehmeyer, der eine schnelle und smarte Lösung für die technische Umsetzung des Projekts entwickelt hat. Die drei haben buchstäblich rund um die Uhr, am Wochenende, auch an eigentlichen Urlaubstagen gearbeitet, um das Projekt umzusetzen. Anja Martini ist dann als Moderatorin und Redakteurin zum Team dazugekommen. Und es arbeiten auch weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Volontärinnen und Volontäre an dem Projekt. Insbesondere die Kommunikation mit den Hörerinnen und Hörern ist sehr aufwändig, weil wir sehr viel Mails bekommen.

Die Vorbereitung ist extrem intensiv: Korinna Hennig liest sich in eine Flut von wissenschaftlichen Informationen und teils noch unveröffentlichten Studien ein, um gut vorbereitet in die Gespräche zu gehen. Und in der Nachbereitung steuert Katharina Mahrenholtz die Fertigstellung des Podcasts und die breite Distribution in die ARD und auf Drittplattformen. Zudem veröffentlichen wir transkribierte Versionen als PDF, und der NDR bietet eine Videofassung in Gebärdensprache an. Ein großes Paket, das nur durch ein professionelles Team so stark umgesetzt werden kann. Von NDR Info über unseren Onlinebereich und N-Joy bis hin zum NDR Fernsehen arbeiten viele Menschen medienübergreifend an dem Projekt. Ein wichtiger Baustein in der Zusammenarbeit ist auch unser Audiolab.

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Wie ist die Resonanz der Bevölkerung auf das Format?
Sehr positiv. Das zeigt sich einerseits an den hohen und immer weiter steigenden Abrufzahlen. Andererseits an den Kommentaren per E-Mail und auf den Plattformen. Ein Beispiel: Bei Apple hat der Podcast bisher insgesamt über 9.000 Bewertungen erhalten – und gleichzeitig die Bestnote. Aber auch auf den anderen Plattformen bekommen wir sehr viel Lob. Viele Nutzerinnen und Nutzer sehen den Podcast als öffentlich-rechtlichen Qualitätsinhalt im besten Sinne. Das freut uns sehr.

Gibt es auch Kritik oder gar Hassmails?

Natürlich gibt es auch Kritik. Sowohl konstruktive Kritik als auch eher schwierige Mails. Wir versuchen das Format agil weiterzuentwickeln und auf Userkommentare einzugehen. Die Idee, eine PDF-Version zu machen, entstand zum Beispiel als Reaktion auf Nutzerkommentare.

Wie legen Sie fest, welche Themen mit Prof. Drosten besprochen werden?
Die Themen legt die Wissenschaftsredaktion in der Regel selbst fest. Nach aktueller Lage, nach Studien, die (vorab) veröffentlicht werden, aber auch entlang der Fragen, die von Hörerinnen und Hörern sowie uns als Journalistinnen und Journalisten kommen. Vieles ergibt sich dann aber auch noch spontan aus den Ausführungen von Christian Drosten.

Gibt es eine Vorbesprechung der Themen?
Eine Vorbesprechung haben wir anfangs eher nicht so gemacht, mittlerweile versuchen wir kurz vor der Aufzeichnung oder am Vortag ein oder zwei Themen zu besprechen. Manchmal entsteht das Gespräch aber auch ganz spontan, wenn Christian Drosten während der Aufzeichnung schnell noch in eine gerade erschienene Studie schaut.

swi/die Fragen an Norbert Grundei wurden via E-Mail gestellt.

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Alle Kommentare

  1. Este trabajo que estan haciendo para divulgar el conocimiento del profesor Christian Drosden sobre la Actualizacion de la crisis Corona Virus, es maravilloso, pienso que es impactante que ya haya tenido audiencia de mas de 15Millones.

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