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Brutto-Werbeumsätze in Deutschland: Bis Ende Februar noch keine Corona-Auswirkungen – plus 2,7% gegenüber 2019

Die vermutlich massiven Werbeumsatz-Einbrüche der Medien haben sich in der Nielsen-Statistik des Februars noch nicht gezeigt: Mit 5,23 Mrd. Euro lagen die Brutto-Zahlen der bisherigen zwei Monate 2,7% über denen des Jahres 2019. Überdurchschnittlich stark gewachsen sind die Gattungen Fernsehen, Radio und vor allem Mobile: Dort ging es um 31,6% nach oben.

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Das umsatzstärkste Werbemedium bleibt hierzulande natürlich das Fernsehen: Mit 2,34 Mrd. Euro kommt es auf einen Marktanteil von 44,7%. Zudem wuchs der Brutto-Werbeumsatz hier um 4,0%, also überdurchschnittlich stark. Die Phase der Stagnation im TV-Werbemarkt schien in den ersten beiden Monaten des Jahres also zunächst zu Ende zu sein, wie es nun in Zeiten der Corona-Krise weitergeht, ist aber natürlich noch völlig unklar.

Um 5,4% ging es für das Radio nach oben – auf nun 316,2 Mio. Euro. Sogar 31,6% konnte im Januar und Februar die Mobile-Werbung zulegen, die nun 203,0 Mio. Euro brutto umsetzte. Hier handelt es sich um die Reklame in den Angeboten deutscher Publisher, mobile Reklame, die Google, Facebook, Instagram und all die anderen vermarkten, werden nicht mitgerechnet.

Unter dem Vorjahreszeitraum landeten in den beiden ersten Monaten des Jahres die Zeitungen (-1,9%), die Publikumszeitschriften (-0,9%), Desktop-Online-Werbung (-2,9%) und das Kino (-1,4%).

Nielsen Werbetrend Jan.-Feb. 2020

MA in % Mio. Euro vs. Vorjahr vs. Vorjahr in %
1 Fernsehen 44,7 2.336,3 89,9 4
2 Zeitungen 13,7 715,6 -14,1 -1,9
3 Werbesendungen 9,8 513,6 7,9 1,6
4 Publikumszeitschriften 8,8 458,3 -4,3 -0,9
5 Desktop 6,8 355,2 -10,6 -2,9
6 Radio 6,0 316,2 16,2 5,4
7 Out of Home 5,9 309,8 4,9 1,6
8 Mobile 3,9 203,0 48,8 31,6
9 Kino 0,4 18,6 -0,3 -1,4
Nielsen bereinigter Werbetrend, Bruttowerbeaufwendungen Deutschland

Die Branchen, die am meisten in Werbeung investierten, waren im Januar und Februar die Arzneimittel mit 258,5 Mio. Euro, Online-Dienstleistungen mit 138,2 Mio. Euro, sowie der Lebensmitteleinzelhandel mit 117,3 Mio. Euro. Bei den einzelnen Werbungtreibenden liegt Procter & Gamble weiter vorn: Mit 82,3 Mio. Euro gab es hier einen um 14,1% größeren Brutto-Werbeumsatz also 2019. Dahinter folgen Ferrero mit 46,6 Mio. Euro und Lidl mit 30,5 Mio. Euro.

Wie immer muss an dieser Stelle erwähnt werden, dass es sich bei den Nielsen-Zahlen um Brutto-Umsätze handelt. Eventuelle Rabatte, Austauschgeschäfte und Eigenanzeigen werden in diesen Zahlen nicht als solche, sondern als komplett nach Preisliste bezahlte Werbung gewertet. Über tatsächliche Umsätze geben die Nielsen-Zahlen also keine Auskunft. Ein wichtiges Indiz für die Entwicklung der einzelnen Branchen und Segmente und den Werbedruck sind sie dennoch.

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