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Facebook-Vizechefin Sandberg zur Coronakrise: „Die Marketingbranche wird den Einschlag spüren“

Facebook-COO Sheryl Sandberg: Die einstige Vorzeigefrau des Social Networks steht seit Jahren unter Druck

Sheryl Sandberg hat gegenüber dem Finanzinformationsdienst Bloomberg deutlich gemacht, dass sich die Coronakrise nachhaltig auf die Geschäftsentwicklung des Social Media-Pioniers auswirken dürfte. Die Investmentbanking-Beratungsfirma Evercore rechnet unterdessen mit weiteren heftigen Kursabschlägen bei Facebook, das gestern mit einem Minus von mehr als 14 Prozent den zweitgrößten Kursrutsch aller Zeiten verkraften musste.

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Klare Worte von Facebooks Nummer zwei. „Dies wird kein Business as usual“, hat Facebooks Vizechefin Sheryl Sandberg gegenüber Bloomberg Stellung zu den Folgen der Coronakrise für Facebook bezogen. „Die Marketingbranche wird zweifelsohne den Einschlag spüren. Wie groß der sein wird, weiß heute wohl noch niemand.  Wir werden sehen“, erklärte Sandberg im Gespräch mit dem Finanzinformationsdienst.

Gleichzeitig betonte die nach Mark Zuckerberg wichtigste Managerin des Social Media-Pioniers, dass Facebook selbst weit von einer Krise entfernt wäre. „Wir wissen, dass wir weiter unsere Angestellten bezahlen können, unsere Auftragnehmer, wir wissen, dass wir das Licht anlassen können.“

Facebook erleidet schwere Kursverluste

Sandbergs Äußerungen kommen nach Wochen immer weiter beschleunigter Verluste an den Weltbörsen, denen sich der drittwertvollste Internetkonzern der Welt nicht entziehen kann. Im Gegenteil: Mit einem Minus von 29 Prozent seit Jahresbeginn hat Facebook noch schlechter abgeschnitten als die Vergleichsindizes Nasdaq-100 oder S&P 500.

Allein gestern verbuchte die Facebook-Aktie mit einem Minus von 14 Prozent den größten Tagesverlust seit den Eskapaden um Cambridge Analytica. Die Warnsignale waren unterdessen seit Wochen von Analysten zu hören.   “Werbung ist ein Bereich, den man in unsicheren und volatilen Zeiten leicht reduzieren kann”, gab etwa Collin Colburn, Senior-Analyst beim Marktforscher Forrester Research, zu bedenken.

Facebook leidet überproportional unter dem Einbruch der Tourismus-, Unterhaltung- und Konsumgüterindustrie

Needham-Analystin Laura Martin sekundierte mit dem Verweis, dass Anzeigen aus den Bereichen Reisen, Einzelhandel, schnelllebige Konsumgüter und Unterhaltung, die insgesamt für 30 bis 45 Prozent von Facebooks gesamten Umsätzen verantwortlich sind, im Zuge des Coronavirus-Ausbruchs zurückgegangen sind.

Vor allem Reisevermittlern und Fluggesellschaften, die seit jeher zu den besten Kunden des Social Media-Pioniers zählen, der mit Facebook, Instagram und dem Messenger WhatsApp das ideale Werbeumfeld für die junge, reisefreudige Zielgruppe bildet, leiden dieser Tage durch den weltweiten Stillstand im Zuge der Corona-Pandemie.

Evercore hält Kurssturz bis auf 120 Dollar für möglich

Gegenüber seinen im Januar aufgestellten Allzeithochs hat Facebook bereits 35 Prozent an Wert verloren. Die Investmentbanking-Beratungsfirma Evercore rechnet unterdessen mit weiteren heftigen Kursabschlägen. Nach Einschätzung des New Yorker Finanzdienstleisters könnte die Facebook-Aktie durchaus noch bis zu Kursen von 120 Dollar fallen – gestern ging sie bei 146 Dollar aus dem Handel.

Während die Coronakrise zu immer größeren Verlusten an den Weltbörsen führt,  sind einige GAFA-Konzerne offenkundig mehr betroffen als andere. Neben Facebook hat auch Google wegen seiner Abhängigkeit vom Werbemarkt mit einem Minus von 30 Prozent stärkere Kursverluste zu beklagen als die Benchmark.

Apple, das sich trotz der massiven Produktionsausfälle in China bemerkenswert robust an der Wall Street schlägt und Amazon, das durch die Verlagerung zum Online-Shopping profitiert, sind mit Kursverlusten von 23 bzw. 26 Prozent unter den GAFA-Konzernen dagegen bislang die beiden Outperformer der Corona-Pandemie.

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