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Fleets statt Tweets: Twitter testet in Brasilien Stories-Feature

Nun auch Twitter. Rund dreieinhalb Jahre nach Instagram kopiert nun auch Twitter das von Snapchat eingeführte Stories-Feature – zumindest testweise. In sogenannten „Fleets“ können brasilianische Nutzer des 280-Zeichen-Dienstes künftig ebenfalls kurze Texte oder Bilder teilen, die nach 24 Stunden wieder verschwunden sind. Ob die „substanzielle Veränderung für Twitter“ weltweit ausgerollt wird, ist noch offen.

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Es ist das Urübel von Twitter: Dieser eine Tweet, den man sich besser verkniffen hätte und der einen nach Jahren wieder einholt – Politiker und Prominente können ein Lied davon singen. Wer weiß schließlich nach vielleicht zehn Jahren und 10.000 Tweets noch, was er oder sie einmal getwittert hat?

Twitter testet Stories-Format Fleets

Dass die dauerhafte Sichtbarkeit in den sozialen Medien auf dem Rückzug ist, ist nicht zuletzt dem Stories-Trend zu verdanken, der in der vergangenen Dekade maßgeblich durch Snapchat erschaffen und von Instagram höchst effektiv kopiert wurde. Facebook-Chef Mark Zuckerberg zog auch beim Mutterkonzern und Tochter WhatsApp nach – und das ziemlich erfolgreich.

Rund drei Jahre später scheint nun auch ein anderer Social Media-Pionier die Bedeutung des Stories-Features erkannt zu haben – Twitter. Wie Produktchef und Periscope-Mitgründer Kayvon Beykpou heute twittert, testet auch der 280-Zeichen-Dienst an einem Stories-Format, das Twitter Fleets nennt.

Fleets: Wie Stories 24 Stunden sichtbar

In der Twitter-App sind Fleets Tweets übergeordnet und mit dem Kreissymbol gekennzeichnet. Wie Stories sind auch Fleets nur für 24 Stunden sichtbar und verschwinden dann wieder von selbst. Die typischen Twitter-Funktionalitäten Retweet, Like oder eine öffentliche Antwort fallen weg. Nutzer können wie bei Instagram nur mit einer Direct Message reagieren.

„Wir hoffen, dass das Fleets Leuten dabei hilft, herumschwirrende Gedanken, die sie sonst nicht twittern würden, zu teilen“, beschreibt Beykpour das neue Feature, das „eine substanzielle Veränderung für Twitter ist“. Twitter rollt das neue Feature bislang nur in Brasilien aus – und das offiziell auch nur testweise.

Twitter-CEO Jack Dorsey unter Druck

Dem 280-Zeichen-Dienst stehen turbulente Wochen bevor. Ende letzter Woche wurde bekannt, dass der US-Hedgefonds Elliott Management mit einer „beträchtlichen Position“ in Twitter eingestiegen ist und auf die Ablösung von CEO Jack Dorsey drängt.

Der 43-Jährige war nicht zuletzt wegen seiner Doppelrolle als Vorstandschef von Twitter und Square und der stagnierenden Geschäfts- und Börsenentwicklung des Social Media-Pioniers in Ungnade gefallen. Im vergangenen Geschäftsjahr wuchsen Twitters Umsätze um 14 Prozent, während der Nettogewinn um 28 Prozent zurückging.

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