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Der Corona-Effekt: Werbeausgaben könnten 2020 schrumpfen

Smartphone-Nutzerin: Weniger Werbung in diesem Jahr?

Die Hiobsbotschaften in Folge des Coronavirus reißen nicht ab. Nachdem die New York Times zu Wochenbeginn vor schwächeren Anzeigenbuchungen wegen der wirtschaftlichen Unsicherheit durch die Pandemie warnte, passt auch Werbemulti Publicis seine Schätzungen für die weltweiten Werbeausgaben in diesem Jahr nach unten an. Das World Advertising Research Center rechnet unterdessen mit „spürbaren Folgen“ für die Werbewirtschaft, sollten die Mega-Events Olympia und die Fußball-EM ausfallen.

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Die New York Times hat den Anfang gemacht. Der US-Vorzeigeverlag habe “eine Verlangsamung der internationalen und nationalen Anzeigenbuchungen registriert, die wir mit der Unsicherheit und Angst vor dem Virus in Verbindung bringen”,  erklärte CEO Mark Thompson gestern in einer Pflichtmitteilung.

Wenige Stunden später teilte auch Publicis-Tochter Zenith mit, dass die Media-Agentur ihre Prognose für die weltweiten Werbeausgaben in diesem Jahr wegen des Coronavirus anpassen wolle – nach unten.

Je länger das Coronavirus grassiert, desto größer die Folgen für den Werbemarkt

Dass künftig auch andere Medienunternehmen eine Eintrübung des Werbegeschäfts zu beklagen haben, lassen mehrere Äußerungen von Werbetreibenden gegenüber dem Finanzinformationsdienst CNBC erahnen. „Werbung ist ein Bereich, den man in unsicheren und volatilen Zeiten leicht reduzieren kann“, gibt etwa Collin Colburn, Senior-Analyst beim Marktforscher Forrester Research, zu bedenken.

Das World Advertising Research Center (WARC) hatte unterdessen in seinem turnusmäßigen Global Ad Trends Report in der vergangenen Woche noch einen moderaten Anstieg der globalen Werbeausgaben um rund 3 Prozent auf 660 Milliarden Dollar prognostiziert – allerdings hat der im Januar verfasste Report bislang nicht die Folgen des Coronavirus mitberücksichtigt.

Fallen die Olympischen Spiele aus, droht Werbeeinbruch

Sollte das Coronavirus längerfristige gesellschaftliche Folgen haben – wonach es nach Absagen wie von Googles Entwicklerkonferenz im Mai aussieht –, dürfte sich das entsprechend auch im Werbeverhalten widerspiegeln, gibt WARC-Chefredakteur James McDonald zu bedenken.

Zum Knackpunkt dürften dabei die beiden Sporthöhepunkte des Jahres werden: „Wenn die Olympischen Spiele in Tokio (im Juli/August –A.d.R.) oder die Fußball-Europameisterschaft (im Juni/Juli – A.d.R.) ausfallen, hat dies einen spürbaren Effekt“, erklärt das WARC gegenüber CNBC.

Außenwerbung potenzieller Verlier, Online-Werbung möglicher Profiteur

Die klassische Außenwerbung – insbesondere Werbemaßnahmen bei öffentlichen Großveranstaltungen – und auch Radio-Werbung könnte wegen geringeren Pendelverkehrs leiden.

Profiteure von längeren Folgen des Coronavirus könnten Streaming-Dienste, Social Media und Online Games sein, denen durch länger zu Hause verbrachte Werbemittel zufließen könnten, mutmaßt WARC.

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