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Börsenrückzug von Axel Springer: Vorstandsmitglieder wollen ihre Anteile versilbern

Springer-Chef Mathias Döpfner – Foto: Axel Springer

Der Abschied des Berliner Medienkonzerns Axel Springer von der Börse nimmt weiter Fahrt auf. Bis auf Springer-Chef Mathias Döpfner wollen alle Mitglieder des Vorstands das Delisting-Angebot des US-Finanzinvestors KKR annehmen. Sie sind bereit, sich von ihren Aktienpaketen zu trennen, soweit dies nicht durch Halteverpflichtungen ausgeschlossen wird.

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Noch im vergangenen Jahr hatte Vorstandsmitglied Stephanie Caspar kräftig in Aktien des Berliner Medienkonzerns Axel Springer investiert. So kaufte die frühere „Welt“-Managerin im August Anteile im Wert von mehr als 430.000 Euro. Grund hierfür war ein virtueller Aktienoptionsplan für die Führungskräfte des Medienunternehmens (MEEDIA berichtete).

Davon konnte die Vorstandsfrau allerdings nur profitieren, indem sie zuvor selber Springer-Aktien erwirbt. „Der Aktienkauf von Dr. Stephanie Caspar steht im Zusammenhang mit einem laufenden, virtuellen Aktienoptionsplan. An diesem Incentivierungsprogramm nehmen Vorstände und ausgewählte Führungskräfte von Axel Springer teil. Die Teilnahme setzt eine Eigeninvestition in Aktien der Axel Springer SE voraus“, erklärte der Verlag damals. Der Hintergrund: Caspar hatte sich „im Rahmen des virtuellen Vorstands-Aktienoptionsplans 2018 zu einem Eigeninvestment in Aktien der Axel Springer SE verpflichtet ist. Dem ist sie nun nachgekommen“, hieß es.

Fraglich blieb damals allerdings, ob Caspar und andere Springer-Vorstände bei einem von KKR angestrebten Rückzug vom Börsenparkett ihre Anteile wieder versilbern. Jetzt ist offenbar klar: Alle Vorstände – bis auf Konzernchef Mathias Döpfner – wollen ihre Aktien am Berliner Medienkonzern verkaufen und nehmen das Delisting-Angebot des US-Finanzinvestors KKR an. Dies geht aus einer MEEDIA vorliegenden Intranet-Meldung hervor. Wörtlich: „Mathias Döpfner ist Mitglied im Konsortium mit Friede Springer und KKR und wird daher keine Aktien verkaufen. Die anderen Mitglieder des Vorstands beabsichtigen, das öffentliche Delisting-Erwerbsangebot anzunehmen, soweit dies nicht durch Halteverpflichtungen ausgeschlossen ist.“ Ein Sprecher von Axel Springer bestätigt den Vorgang. Er betont, dass damit die Vorstände das Delisting-Angebot von KKR unterstützen.

Damit gewinnt der Rückzug von Axel Springer weiter an Fahrt an. Die Aktionäre des Berliner Konzerns haben vor dem geplanten Börsenrückzug die Möglichkeit, ihre Anteile an den US-Finanzinvestor anzudienen. Es geht dabei laut dpa um einen Aktien-Streubesitz von 3,6 Prozent. KKR hält bereits mehr als 40 Prozent der Aktien. Das Erwerbsangebot ist eine Voraussetzung, damit sich ein Unternehmen von der Börse zurückziehen kann. Die Annahmefrist läuft noch bis zum 20. März. Das Angebot pro Aktie liegt bei 63 Euro.

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