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Die 50 umsatzstärksten Zeitschriften Deutschlands: “Spiegel” bleibt vorn, “prisma” größter Aufsteiger, “Focus” größter Absteiger

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Die Nummer 1 des Umsatz-Rankings der deutschen Publikumszeitschriften heißt weiterhin "Spiegel". Auch wenn das Magazin im Jahr 2019 brutto weniger Geld mit Werbung und Vertrieb umgesetzt hat als 2018 - und der Vorsprung auf den "stern" schrumpfte - reicht der Abstand noch. Der größte Aufsteiger des Jahres heißt wegen massiv gestiegener Anzeigenumsätze "prisma", den größten Umsatzverlust erlitt der "Focus", der von 4 auf 6 fällt.

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Bei 206,93 Mio. Euro lag der Brutto-Umsatz des “Spiegels” im Jahr 2019, wenn man den Print-Vertrieb aus Abos und Einzelverkäufen, sowie den Print-Anzeigenumsatz laut Nielsen zusammenrechnet. Im Vergleich zu 2018 entspricht das eine Minus von 8,58 Mio. Euro bzw. 4,0%. Die Nummer 1 der Tabelle, der “stern”, gewann gleichzeitig 4,09 Mio. bzw. 2,3% hinzu, liegt mit 182,53 Mio. Euro aber immerhin noch deutliche 24,40 Mio. hinter dem “Spiegel”.

Der “stern” verdankt seinen Zuwachs einzig und allein dem Anzeigengeschäft, wo er laut Nielsen brutto 12,14 Mio. Euro mehr erwirtschaftete also im Vorjahr. Im Verteieb ging es wegen sinkender Auflagen hingegen um um 8,05 Mio. Euro nach unten, unter dem Strich bleibt dann ein Plus von 4,09 Mio. In beiden Umsatz-Kategorien zugelegt hat hingegen die “Bunte” auf Rang 3: Sie verlor zwar verkaufte Auflage, glich diese jedoch durch eine Preiserhöhung im Frühjahr 2019 aus. Seitdem kostet das Heft nicht mehr 3,70 Euro, sondern 3,90 Euro.

MEEDIA errechnet die Zeitschriftenumsätze traditionell aus den Brutto-Werbeumsätzen laut Nielsen, sowie den Brutto-Vertriebsumsätzen aus Abos und Einzelverkauf. Die Vertriebs-Daten übernehmen wir aus der Fachzeitschrift “der neue vertrieb”. Dort werden aus Abo-, bzw. Copypreis, sowie Abo- bzw. Einzelverkaufsauflage laut IVW die Brutto-Umsätze in den beiden Segmenten errechnet. Die Zahlen für das Jahr 2019 finden sich in der dnv-Ausgabe 1/2020. In Fällen, in denen ein Titel nicht in der “dnv”-Vertriebs-Top-100 auftaucht, haben wir den Umsatz nach der gleichen Methodik selbst errechnet.

Natürlich handelt es sich bei den errechneten Daten nicht um tatsächliche Umsätze. So werden Abo- oder Anzeigen-Rabatte beispielsweise nicht mit einberechnet. Die echten Umsätze kennen nur die jeweiligen Verlage, die hier präsentierten Brutto-Zahlen sind dennoch ein interessantes Indiz für die Marktmacht der einzelnen Titel.

Eine ansteigende Marktmacht verzeichnete 2019 das TV-Supplement “prisma”. Dank neuer Kooperationspartner, denen das Heft nun beiliegt, konnte die Auflage und indirekt damit auch der Anzeigenumsatz gesteigert werden – um satte 39,3%. Direkte Vertriebsumsätze generiert “prisma” nicht, die 122,87 Mio. Euro Brutto-Werbeumsatz reichen im Gesamt-Ranking dennoch für Platz 5. Dahinter folgt mit dem “Focus” der größte Verlierer des Jahres: Er büßte 14,30 Mio. Euro ein – so viel wie kein anderes Magazin. Zwar verlor der “Focus” auch im Vertieb, das größere Minus geht aber auf das Anzeigen-Konto.

Mehr als 10% büßten innerhalb der Top 50 zudem die “Freundin”, die “Sport Bild”, der “kicker”, die “ADAC Motorwelt”, “InStyle”, “Computer Bild”, “Schöner Wohnen und “Für Sie” ein. Mehr als 10% gewann neben “prisma” einzig die “Apotheken Umschau A” dazu, also ebenfalls eine Zeitschrift, die gratis verteilt wird. Bei den am Kiosk erhältlichen Titeln gewannen neben der “Bunten” vor allem auch die “Vogue” dazu – dank steigender Anzeigenerlöse. Insgesamt finden sich unter den 50 umsatzstärksten Titeln des Jahres 16 Gewinner, zudem 33 Verlierer und ein Titel, dessen Brutto-Umsatz sich nicht geändert hat. Immerhin: 2018 steigerten sich nur elf Titel im Vergleich zum Vorjahr. Ein kleiner Hoffnungsschimmer also für die Branche.

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Top 50: Brutto-Umsätze der Publikumszeitschriften 2019

2019 2018   Vertrieb brutto Werbung brutto Umsatz brutto 2019* 2019 vs. 2018 absolut 2019 vs. 2018 in %
1 1 Der Spiegel 119,74 87,19 206,93 -8,58 -4,0
2 2 stern 65,96 116,57 182,53 4,09 2,3
3 3 Bunte 60,42 86,89 147,31 10,20 7,4
4 5 Hörzu 87,61 37,04 124,65 -6,71 -5,1
5 11 prisma Gesamt 0,00 122,87 122,87 34,66 39,3
6 4 Focus 43,30 76,87 120,17 -14,30 -10,6
7 6 rtv Plus 0,00 116,44 116,44 -7,09 -5,7
8 9 Bild der Frau 40,74 67,14 107,88 3,00 2,9
9 7 TV Digital 67,87 34,88 102,75 -8,93 -8,0
10 8 Brigitte 21,61 79,70 101,31 -4,29 -4,1
11 10 TV 14 62,67 35,51 98,18 -0,05 -0,1
12 13 TV Hören und Sehen 58,22 22,88 81,10 2,89 3,7
13 12 Auto Bild 28,26 45,74 74,00 -4,30 -5,5
14 14 TV Movie 48,63 25,36 73,99 -0,84 -1,1
15 15 Auf einen Blick 52,34 18,01 70,35 -1,39 -1,9
16 16 Freizeit Revue 52,70 17,59 70,29 0,49 0,7
17 19 Gala 19,31 47,18 66,49 -1,15 -1,7
18 17 TV Spielfilm 36,14 28,89 65,03 -3,39 -5,0
19 20 auto motor sport 20,11 40,31 60,42 -3,93 -6,1
20 18 Freundin 10,43 48,01 58,44 -9,62 -14,1
21 24 Tina 24,41 32,36 56,77 2,44 4,5
22 21 Wirtschaftswoche 14,12 41,67 55,79 -4,69 -7,8
23 23 Neue Post 41,44 13,06 54,50 0,09 0,2
24 22 Sport Bild 18,43 27,80 46,23 -8,67 -15,8
25 25 kicker (Montag + Donnerstag) 23,02 21,07 44,09 -6,00 -12,0
26 29 Super Illu 19,87 23,42 43,29 1,27 3,0
27 28 c't 26,21 16,44 42,65 -2,47 -5,5
28 27 ADAC Motorwelt 0,00 41,65 41,65 -5,18 -11,1
29 26 InStyle 8,99 31,99 40,98 -7,00 -14,6
30 30 Das neue Blatt 29,59 10,34 39,93 -0,55 -1,4
31 35 Vogue 5,17 33,91 39,08 2,47 6,7
32 31 Funk Uhr 25,47 12,64 38,11 -1,43 -3,6
33 33 TV Direkt 27,67 8,68 36,35 -1,60 -4,2
34 37 Die Aktuelle 27,75 8,37 36,12 1,24 3,6
35 32 Glamour 4,66 29,96 34,62 -4,18 -10,8
36 34 Landlust 19,67 14,90 34,57 -2,32 -6,3
37 36 Fernsehwoche 22,35 11,79 34,14 -1,38 -3,9
38 40 Elle 5,91 27,86 33,77 0,51 1,5
39 42 Cosmopolitan 3,71 26,80 30,51 -1,10 -3,5
40 38 Computer Bild 19,38 10,65 30,03 -4,29 -12,5
41 47 Apotheken Umschau A 0,00 29,77 29,77 2,91 10,8
42 44 Geo 15,24 14,38 29,62 0,79 2,7
43 41 Schöner Wohnen 6,80 22,73 29,53 -3,47 -10,5
44 39 Für Sie 9,87 19,65 29,52 -4,59 -13,5
45 43 Grazia 8,19 21,30 29,49 -2,09 -6,6
46 45 Lisa 10,70 17,71 28,41 0,96 3,5
47 48 Freizeitwoche 19,63 6,30 25,93 0,00 0,0
48 46 InTouch 10,27 15,26 25,53 -1,40 -5,2
49 51 Frau im Spiegel 14,71 10,41 25,12 0,64 2,6
50 49 Zeitmagazin 0,00 24,92 24,92 -0,73 -2,8
*Brutto-Vertriebsumsatz + Brutto-Werbeumsatz in Mio. Euro // Rohdatenquellen: "der neue vertrieb", Nielsen, MEEDIA / Berechnung und Tabelle: MEEDIA

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Alle Kommentare

  1. Es bleibt die Frage wie es sein kann, daß dem STERN die Leser davonlaufen, die Anzeigenkunden dem Blatt aber die Türen einlaufen. Ich kann es mir nicht erklären.

  2. SPIEGEL lese ich überhaupt nicht mehr. SPON habe ich schon mehrere Jahre nicht besucht.

    holger sagt:
    20.02.2020 um 19:02 Uhr

    Am Focus habe ich immer geschätzt, dass er nicht dieselbe Feigheit zeigte, wie der (Noch-) Leithammel und seine Foren selbst in wirklich schlimmen Zeiten immer für seine Leser offen hielt – und das auch heute noch tut.

    Nein, beim FOCUS wurden Ende 2015/Anfang 2016 genauso die Kommentare zensiert aka das Hausrecht genutzt, wie aktuell immer noch bei ZEIT, besonders schlimm beim Berliner Tagesspiegel und ehemals beim SPON, um hier die berüchtigsten zu nennen. Dieses Regime wurde aber beim FOCUS wieder gelockert und zwar erheblich.

    Der FOCUS macht sein Geld mit AfD bashing. Der Eindruck kann entstehen. Kaum ein Tag mit abfälligen Artikeln zur AfD. Das zieht natürlich eine bestimmte Klientel an. Clickbaiting nennt sich das wohl. Der Artikelinhalt selbst ist meist journalistisch Minderwertig bzw. völlig ohne Inhalt/Bezug zum Artikeltitel. Eben Clickbaiting.

    1. Der Focus ist meiner Meinung nach ein liberales Blatt mit einem kleinem konservativen Touch. Er bietet sowohl Steingart als auch Fleischhauer Platz und das gefällt mir persönlich sehr gut.

      Die Foren waren (und sind) dort immer offen, daran ändert auch eine damals straffere Zensur nichts. Sie schreiben ja selber, das dies Geschichte ist und längst korrigiert wurde.

      Zur AfD: Leider ist aber nun mal beileibe nicht alles, was der Focus dazu schreibt nur Bashing und Clickbaiting. Solange der Höcke mit seiner braunen Soße da mit auf dem Teller liegt, ist diese Partei einfach nicht wählbar, jedenfalls nicht für mich.

      Die Petry wollte dieses ganze völkische Flügel-Geraffel damals konsequent rausschmeißen und eine konservative Partei wie die CDU es früher einmal war, etablieren. Sie hat sich bekanntlich (leider) nicht durchsetzen können, was hauptsächlich Gauland anzulasten ist.

  3. “Spiegel” bleibt vorn, … “Focus” größter Absteiger”

    ———–

    Na gut, man *könnte* jetzt dazu sagen:

    “OK, die Zahlen von 2019 resultieren ja noch aus einer Zeit, als Jan Fleischhauer (wenigstens bis Ende Juli) noch für den Spiegel schrieb, sonst hätte der Focus deutlich besser da gestanden.😸😄

    Oder auch, etwas ernsthafter: Das der Spiegel schon wieder massiv verliert, immerhin satte 4 Prozent, das war vorauszusehen.

    Das der Focus aber nun gleich um über 10 Prozent versinkt, das war es (für mich) jedenfalls nicht – und ich meine, das ist auch etwas unverdient.

    Am Focus habe ich immer geschätzt, dass er nicht dieselbe Feigheit zeigte, wie der (Noch-) Leithammel und seine Foren selbst in wirklich schlimmen Zeiten immer für seine Leser offen hielt – und das auch heute noch tut.

    Ich selber habe da kurioserweise noch nie etwas geschrieben aber ich finde viele Beiträge zu allen möglichen Themen dort informativ und lese ganz gerne mal ein paar Minuten, wenn ich Zeit und Lust habe.

    Besonders, wenn es um Sterne und den Weltraum geht, sind manche Kommentare immer schnell mit Außerirdischen zur Hand und ich gestehe, dass ich dafür auch ein klein wenig anfällig bin, solange es nicht zu abstrus wird jedenfalls.😀

    Im Endeffekt sagen die offenen Kommentarspalten beim Focus heute: “was ist”.

    Die verschwundenen Foren beim Spiegel dagegen sagen dir “Es war einmal.” – Na ja , und das so fast alle Märchen anfangen, das passt dann doch auch irgendwie wieder ganz gut zur heutigen Berichterstattung des Spiegel.

    Ja, so ist das mit den Leitsprüchen, manchmal werden sie auch zum Bumerang.

    Ich wünsche dem Focus jedenfalls alles Gute.

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