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Wachstumstreiber USA: Deutsche Telekom steigert Gewinn in 2019, deutscher Markt wächst verhalten

Telekom-CEO Timotheus Höttges

Der Umsatz ist auf einem Rekordwert, in allen operativen Segmenten sei der Gewinn gewachsen: Die Deutsche Telekom blickt nach eigenen Angaben auf das „erfolgreichste Geschäftsjahr“ ihrer Geschichte zurück. Haupttreiber dieser Entwicklungen ist das Geschäfts in den USA.

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Die Telekom hat am Mittwoch das „erfolgreichste Jahr ihrer Unternehmensgeschichte“ vermeldet. Der Umsatz legte demnach in 2019 gegenüber dem Vorjahr um 6,4 Prozent auf 80,5 Milliarden Euro zu. Das bereinigte Ergebnis (EBITDA) nach Leasingkosten stieg um 7,2 Prozent auf 24,7 Milliarden Euro. Außerdem wuchs der Konzernüberschuss um 79 Prozent auf 3,9 Milliarden Euro. CEO Tim Höttges sagte in der Mitteilung zu den Geschäftszahlen: „Das ist ein historischer Tag für die Deutsche Telekom.“ Mit diesen Rekordzahlen habe das Unternehmen seine Position als „klare Nummer eins der Branche in Europa bestätigt“.

Einer der Wachstumstreiber ist T-Mobile US, das das Jahr mit 86 Millionen Kunden beendete. Das sind 6,4 Millionen mehr als zwölf Monate zuvor. Die Telekom-Tochter steigerte damit den Gesamtumsatz um 5 Prozent auf 45,2 Milliarden US-Dollar. Das EBITDA legte im Vergleich zum Vorjahr um 4,7 Prozent auf 12,5 Milliarden Dollar zu.

Geplante Fusion von T-Mobile und Rivale Sprint

Großes Aufatmen gab es bei der Telekom zuletzt, weil ein US-Gericht die lange geplante Fusion von T-Mobile mit dem kleineren Rivalen Sprint erlaubte, gegen die unter anderem mehrere Bundesstaaten geklagt hatten. Höttges sprach von einem „Riesenschritt, auf den wir alle gewartet haben“. Allerdings stünden noch weitere Genehmigungen aus. Der Zusammenschluss der dritt- und viertgrößten Anbieter, die künftig zusammen als New T-Mobile agieren wollen, dürfte den US-Mobilfunkmarkt kräftig aufmischen und den Druck auf die Branchenführer Verizon und AT&T deutlich erhöhen. 

Der Umsatz im operativen Segment Europa wiederum wuchs gegenüber dem Vorjahr um 1,4 Prozent auf 12,2 Milliarden Euro. Das bereinigte Ergebnis lag demnach bei 4,0 Milliarden Euro, eine Steigerung um 3,1 Prozent. Laut Telekom seien Bündelprodukte aus Festnetz und Mobilfunk einer der Faktoren für die positive Entwicklung gewesen.

Netto-Finanzverbindlichkeiten steigen enorm an

Problematischer sind dagegen die Schulden für den Bonner Konzern. Die Netto-Finanzverbindlichkeiten stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 37,2 Prozent auf 76 Milliarden Euro. Im Vorjahr lagen sie noch bei 55,4 Milliarden Euro. Dort einberechnet ist laut Geschäftsbericht allerdings ein Sondereffekt wegen des neuen Rechnungslegungsstandards Ifrs 16. Danach fließen Leasingverpflichtungen in Höhe von 15,6 Milliarden Euro in diesen Bereich ein.

Die steigenden Schulden bekommen auch die Aktionäre zu spüren: Das Management will der Hauptversammlung diesmal eine Dividende von 60 Cent je Aktie vorschlagen, das sind 10 Cent weniger als im Jahr zuvor. Finanzchef Christian Illek mahnte zur Geduld – das werde sich auch wieder ändern.

Der deutsche Markt wächst zwar, allerdings langsamer als die Geschäfte in den USA und Europa: Der Umsatz legte 2019 um 0,9 Prozent auf 21,9 Milliarden Euro zu. Das bereinigte Ergebnis ging nach Leasingeffekten um 2,4 Prozent auf 8,7 Milliarden Euro nach oben. Magenta TV verzeichnete nach Unternehmensangaben mehr als 3,6 Millionen Kunden. Allein im 4. Quartal 2019 sollen es 74.000 Neukunden gewesen sein.

Für das laufende Geschäftsjahr rechnet der Konzern erneut mit einem steigenden Umsatz. Demnach soll der operative Gewinn auf rund 25,5 Milliarden Euro wachsen, davon rund 13,9 Milliarden Euro aus den Geschäften außerhalb der USA.

tb

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