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Ove Saffe vor dem Absprung: Suche nach einem neuen Zeitungschef wird bei Funke zur Hängepartie

Ove Saffe
Ove Saffe ©Foto: imago/epd

Die Funke Mediengruppe sucht seit Monaten einen Nachfolger für den scheidenden Zeitungschef Ove Saffe. Doch die von der Personalberatung Egon Zehnder angesprochenen Top-Medienleute sagen reihenweise ab – darunter Ex-Gruner+Jahr-Vorstand Torsten-Jörn Klein, Springer-Manager Andreas Wiele und die Ex-RTL-Chefin Anke Schäferkordt. In der Funke-Belegschaft sorgt man sich, dass die Sparte unter der weiter ungelösten Führungsnachfolge leidet.

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Wenn in Konzernen Vorstands- oder Aufsichtsratsposten neu besetzt werden sollen, fällt meist ein Name: Egon Zehnder. Das Unternehmen gehört in Deutschland zu den Top-Adressen in der Personalberatung. Auch die Gesellschafter der Funke Mediengruppe vertrauen bei der Suche nach einem Nachfolger für den scheidenden Zeitungschef und früheren “Spiegel”-Geschäftsführer Ove Saffe auf die Hilfe der bekannten Personaler.

Doch die Zehnder-Manager – darunter der in Düsseldorf sitzende Top-Personaler Michael Meier – kommen hier nicht so recht voran. Sie sprechen seit mehreren Monaten namhafte Medienmanager an, darunter der Noch-Springer-Manager Andreas Wiele, der demnächst als Mitglied im weltweiten Senior Advisory Board des US-Finanzinvestors KKR sitzen soll, die frühere RTL-Chefin Anke Schäferkordt sowie Torsten-Jörn Klein, ehemals Auslandsvorstand bei Gruner + Jahr und heute Digitalunternehmer. Doch die angesprochenen Führungspersönlichkeiten zeigen Zehnder die kalte Schulter, obwohl die Gesellschafter den Kandidaten sogar mehr Macht in Essen einräumen. Sie sollen angeblich sogar den Vorsitz der Geschäftsführung übernehmen, falls sie annehmen. Doch Wiele, Klein & Co. haben nach MEEDIA-Informationen kein Interesse.

Nun strebt Zehnder offenbar eine kleinere Lösung an, um den Posten von Saffe neu zu besetzen. Sie suchen nur noch nach einem Zeitungschef, der neben Andreas Schoo als Sprecher der Geschäftsführung agieren soll. So sind die Personaler jetzt dabei, reihenweise Geschäftsführer mittelständischer Verlagshäuser und sogar Unternehmensberater anzusprechen, heißt es aus Funke-Kreisen. Da sich die vakante Führungsposition auch bundesweit herumgesprochen hat, werden zudem viele Manager selber aktiv. Sie schicken sogar initiativ ihre Bewerbungsbögen an Zehnder, um sich auf die offene Stelle zu bewerben.

Druck auf Funke-Gesellschafter wächst
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In der Funke-Belegschaft kommt die Hängepartie nicht gut an. Sie machen sich große Sorgen und wollen wissen, wer ihr neuer Chef wird und welche Strategie dieser verfolgt. Daher wächst der Druck auf die Funke-Gesellschafter, sich möglichst bald auf einen Kandidaten festzulegen. Dies soll angeblich in den nächsten beiden Monaten erfolgen, heißt es aus Unternehmenskreisen.

Darauf hofft wohl auch der frühere “Spiegel“-Chef Saffe. Denn seitdem die Meldung auf dem Markt ist, dass ihn Funke auswechseln will, ist er konzernintern eine Art “Lame Duck”. Er dürfte Probleme haben, die Firmensparte mit Verve zu führen, heißt es. Dabei steht das Geschäft mit den Regionalzeitungen vor großen Herausforderungen. Auflagen und Vermarktung stehen unter massivem Druck.

Jüngst hatte das Fachblatt “Horizont” gemeldet, dass die Ertragslage im Zeitungsgeschäft schwächelt. Laut dem Blatt ist von “Verlusten in Berlin und Thüringen” die Rede und “von gefährlich sinkenden Erträgen an den übrigen Standorten”. Ein Funke-Sprecher will sich zu den Personalspekulationen auf MEEDIA-Anfrage nicht äußern, ebenso wenig wie Wiele, Klein & Co. Die Personalberatung äußert sich grundsätzlich nicht zu ihren Auftraggebern.

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