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Alibaba-Bilanz: Chinas E-Commerce-Gigant wächst weiter dynamisch, aber die Mediensparte verliert eine halbe Milliarde Dollar

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Alibaba: Bereits einer der zehn wertvollsten Konzerne der Welt

Das ungebremste Digital-Wachstum aus Fernost geht weiter. E-Commerce-Riese Alibaba konnte bei Vorlage der neusten Geschäftszahlen für das vierte Quartal 2019 erneut die Analystenschätzungen übertreffen. Der chinesische Online-Marktplatz-Betreiber steigerte seine Umsätze um 38 Prozent; die Gewinne zogen gar um 58 Prozent an. Alibabas Mediensparte, in die u.a. die Geschäftsentwicklung des größten chinesischen Filmverleihers miteinfließt, verliert aber weiter viel Geld.

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Das Ausrufezeichen der Bilanzsaison kommt zum Schluss – und es kommt aus Fernost. Alibaba, der wertvollste Konzern aus dem Reich der Mitte, konnte bei Vorlage seines neusten Zahlenwerks die Erwartungen der Analysten deutlich übertreffen.

Zwischen Oktober und Dezember legten die Erlöse des größten Online-Marktplatz-Betreibers der Welt erneut um beachtliche 38 Prozent auf 161 Milliarden Yuan (23,2 Milliarden Dollar) zu. Die Analystenschätzungen, die bei 22,87 Milliarden Dollar gelegen hatten, wurden damit übertroffen.

Nettogewinn von bereits 7,5 Milliarden Dollar

Alibabas Nettogewinn konnte die Erwartungen der Wall Street ebenfalls deutlich überbieten: Im Schlussquartal des Kalenderjahres 2019 steigerte Alibaba den Konzerngewinn auf bereits 52,3 Milliarden Yuan (7,5 Milliarden Dollar) – unter dem Strich wuchs das Konzernergebnis im Weihnachtsquartal um 58 Prozent.

Der Gewinn je Aktie betrug 2,61 Dollar je Aktie und übertraf damit die Konsensschätzungen, die bei 2,27 Dollar je Anteilsschein gelegen hatten, deutlich.

Cloudsparte wächst schneller als AWS

Das E-Commerce-Geschäft bleibt naturgemäß weiterhin Alibabas großer Geschäftstreiber und war weiterhin für 88 Prozent der Umsätze verantwortlich. Per Ende Dezember verzeichnete Alibaba auf seinem chinesischen Online-Marktplatz bereits 824 Millionen mindestens einmal im Monat aktive Mobilnutzer – ein Plus von 39 Millionen Kunden binnen nur drei Monaten. Die mindestens einmal im Jahr auf den chinesischen Marktplätzen aktiven Kunden vergrößerten sich im Vergleich zum Vorjahr um 18 Millionen auf 711 Millionen Käufer.

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Die jüngeren Geschäftsbereiche entwickeln sich unterdessen noch dynamischer: Wie beim einheimischen Rivalen Tencent boomt die Cloudsparte, deren Umsätze um 62 Prozent auf 10,7 Milliarden Yuan (1,5 Milliarden Dollar) zulegten und damit schneller wuchsen als US-Rivale Amazon (AWS) und genauso schnell wie Microsofts Azure. Die Logistiksparte Cainiao Network wuchs sogar um 67 Prozent und knackte erstmals die Umsatz-Milliarde in Dollar (7,5 Milliarden Yuan).

Medien-Unit verbrennt knapp eine halbe Milliarde Dollar

Den gleichen Erfolg erzielen konnte der noch junge Geschäftsbereich “Digital, Media and Entertainment”, der seine Umsätze um immerhin 14 Prozent auf 7,4 Milliarden Yuan steigern und damit ebenfalls erstmals in Dollar die Umsatz-Milliarde durchbrechen konnte.

Allerdings kostet das Investment in das Geschäft mit digitalen Inhalten jede Menge Geld. In den letzten 92 Tagen des vergangenen Jahres verlor Alibabas Mediensparte, zu der u.a. der größte chinesische Filmverleiher Alibaba Pictures (“Mission: Impossible”-Filme) und die Videoplattform Youku Tudou gehört, u.a. wegen des kostspieligen Lizenzgeschäfts jedoch 3,3 Milliarden Yuan (490 Millionen Dollar). Gegenüber dem Vorjahreszeitraum konnte Alibaba das Minus indes fast halbieren.

Sorge vor Ausbreitung des Coronavirus

Konzernchef Daniel Zheng sprach in der Konzernbilanz von “robustem Wachstum durch alle unsere Geschäftsbereiche”. Gleichzeitig warnte der Nachfolger des charismatischen Alibaba-Gründers Jack Ma vor einem “Black Swan Event” durch das Coronavirus – einem höchst unwahrscheinlichen Ereignis, das aber dramatische Folgen an den Finanzmärkten haben könnte (wie einst die Lehman-Pleite 2008).

Die Ausbreitung des Coronivirus dürfte “signifikante Folgen für Chinas Volkswirtschaft” haben und stelle Alibaba kurzfristig vor “neue Herausforderungen”, erklärte Zhang. Finanzchefin Maggie Wu warnte unterdessen, dass das Umsatzwachstum im laufenden Quartal durch die Auswirkung von Covid-19 geringer ausfallen dürfte. Anleger reagierten daraufhin alarmiert und schickten Anteilsscheine des an der New Yorker Traditionsbörse NYSE gelisteten E-Commerce-Giganten im Handelsverlauf um zwei Prozent nach unten – auf nunmehr 220 Dollar.

 

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