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Schwarz Gruppe entzieht Tochter Lidl Verantwortung für Digitalgeschäft

Eine neue Lidl-Metropolfiliale.
Eine neue Lidl-Metropolfiliale. Foto: Lidl

Die Schwarz Gruppe steuert den Online-Shop Lidl.de zukünftig direkt und nicht mehr über die Tochter Lidl. Das schreibt die "Lebensmittelzeitung" ("LZ"). Auch ein Manager verlässt das Unternehmen. Hintergrund dafür ist eine Strategie der Zentralisierung und Branchendruck.

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Die Verantwortung für Lidl Digital hat nun Rolf Schumann übernommen, Vorstand für Digitalisierung bei der Schwarz Gruppe. Lidl-Vorstand Tim Bork war zuvor für das digitale Geschäft zuständig. Im Zuge der Umstrukturierung wird er das Ressort Einkauf Nonfood International verantworten. Marcus Rodermann, der seit Mitte 2018 Lidl Digital leitete, wird das Unternehmen hingegen verlassen.

Der Filial-Discounter Lidl bietet im Online-Shop auch Bekleidung, Haushaltsgeräte, Elektrotechnik und Möbel an, weit mehr Sortiment als in seinen Filialen. Die “LZ” beziffert den Umsatz von Lidl.de auf rund eine Milliarde Euro. Hingegen betrug der Gesamtumsatz von Lidl im Geschäftsjahr 2018/19 81,2 Milliarden Euro. Davon wurden 22,7 Milliarden Euro im Heimatmarkt Deutschland erwirtschaftet. Somit mach das Digitalgeschäft weiter nur einen Bruchteil aus und hat Luft nach oben.

Der gesamte Onlineumsatz (B2C-E) in Deutschland betrug laut Handelsverband Deutschland (HDE) 2018 53,6 Milliarden Euro. Der HDE prognostizierte für 2019 ein Wachstum von rund 5 Milliarden Euro, was 9,1 Prozent entspricht. Hier versucht auch Lidl, seinen Teil zu bekommen. Laut dem EHI Retail Institute belegte Lidl 2018 den sechsten Platz unter den Umsatzstärksten Onlinehändlern in Deutschland.

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Die Schwarz-Gruppe ist aktuell (2020) nach Jahresumsatz der größte Handelskonzern Europas und beschäftigt circa 429.000 Mitarbeiter. Zur Gruppe gehört auch die SB-Warenhauskette Kaufland. Im März 2019 musste der Kaufland-Chef Patrick Kaudewitz gehen – ein paar Wochen später dann auch der CEO von Lidl, Jesper Hoyer. Hintergrund dafür ist laut der Gewerkschaft Verdi eine Verschiebung der Macht hin zu der Zentrale der Schwarz Gruppe. Während zuvor die Chefs von Lidl und Kaufland eine herausgehobene Stellung hatten, müssen sie sich nun stärker in die Gruppe einordnen, was Synergieeffekte und Einsparpotenzial bietet.

Die ist scheinbar auch notwendig, denn der Druck auf Discounter wird größer. Eine aktuelle Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) zeigt auf, dass Discounter 2019 ein geringeres Umsatzwachstum erzielt haben als die großen Supermarktketten. Edeka, Rewe und Co. konnten ihre Umsätze 2019 um drei Prozent steigern, Lidl und Aldi dagegen erreichten nur einen Zuwachs von 0,1 Prozent.

Lidl war im Jahr 2019 der viertgrößte Werbungtreibende in Deutschland mit Werbeausgaben von über 393 Millionen Euro. Die Schwester Kaufland pumpte 182 Millionen Euro in den deutschen Markt.

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