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Airbnb rutscht 2019 in die Verlustzone – und sieht seine Bewertung tiefer als der Markt

Airbnb-Gründer Brian Chesky: Abschläge beim Börsengang?

Der digitale Zimmervermittler Airbnb hat auch schon bessere Zeiten gesehen. Lange Zeit galt das zwölf Jahre alte Internet-Unternehmen neben Uber als der interessanteste Börsenkandidat, dann floppten viele hoch gewetteten Einhorn-Unternehmen. Für den mutmaßlichen Börsengang in diesem Jahr liefert Airbnb unterdessen selbst auch nicht mehr die besten Argumente: nach zwei profitablen Geschäftsjahren ist Airbnb 2019 tief in die Verlustzone gerutscht.

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Der WeWork-Schock hallt immer noch nach. Obwohl die Weltbörsen – und allen voran Tech- und Internetaktien – weiter einen Lauf haben, mussten die sogenannten Einhörner in den vergangenen zwölf Monaten kräftig Federn lassen. Uber, Lyft, Xiaomi, Pinterest und Slack mussten bei ihren Börsendebüts 2019 zunächst kräftige Abschläge und dann eine Achterbahn verkraften, so erschüttert war das Investorenvertrauen in die vermeintlich nächsten Überflieger.

Übrig geblieben am Sekundärmarkt war unterdessen Airbnb, das seinen für 2019 angepeilten Börsengang nach den Turbulenzen um WeWork & Co. im vergangenen Herbst überraschend verschoben hatte.

Verlust von 322 Millionen Dollar in den ersten drei Quartalen 2019

In diesem Jahr soll es nun so weit sein, doch die Aussichten scheinen sich zumindest fundamental nicht verbessert zu haben. Seit dem zweiten Quartal 2016 arbeitete der Pionier der Sharing Economy, der Ashton Kutcher zu seinen frühesten Investoren zählt, profitabel und konnte sowohl 2017 als auch 2018 im Plus abschließen. Im vorvergangenen Jahr betrug das Konzernergebnis bereits 200 Millionen Dollar.

Daraus dürfte im letzten Geschäftsjahr indes nicht geworden sein. Wie das Wall Street Journal (WSJ) berichtet, ist Airbnb 2019 nämlich tief in die Verlustzone gerutscht. Nach Angaben des WSJ hat Airbnb allein in den ersten drei Quartalen des vergangenen Jahres ein Minus von 322 Millionen Dollar angehäuft. Als Grund dafür werden gestiegene technische und administrative Kosten angeführt.

Bewertung schrumpft

Wie viel Airbnb inzwischen umsetzt, ist indes unklar. Im WSJ-Bericht hieß es, dass die Erlöse im dritten Quartal weiter zugelegt hätten. Wie CEO Brian Chesky seinerzeit mitteilte, konnte Airbnb im dritten Quartal 2018 erstmals in seiner Unternehmenshistorie in einem Dreimonatszeitraum die Umsatzmarke von einer Milliarde Dollar durchbrechen. 2017 hatte Airbnb noch 2,6 Milliarden Dollar erlöst und dabei einen Gewinn von 100 Millionen Dollar eingefahren.

Am Sekundärmarkt wurde der digitale Zimmervermittler nach seiner letzten Finanzierungsrunde im Frühjahr 2017 noch mit stolzen 31 Milliarden Dollar bewertet. Wie das WSJ berichtet, betrachtet Airbnb diese Bewertung offenkundig selbst als zu hoch – die interne Einschätzung sei „deutlich tiefer“, hieß es.

Zum Vergleich: Social-Media-Pionier Twitter, der inzwischen ebenfalls mehr als eine Milliarde im Quartal umsetzt, wird im vierzehnten Jahr seines Bestehens aktuell an der New Yorker Börse mit knapp 28 Milliarden bewertet, während es der jüngere Stories-Herausforderer Snap auf eine Marktkapitalisierung von 25 Milliarden Dollar bringt. Pinterest wird aktuell ebenso wie Slack mit 14 Milliarden Dollar bewertet.

Bereits in 100.000 Städten auf der Welt präsent

Airbnb wurde im August 2008 von den Studenten Brian Chesky und Joe Gebbia in San Francisco gegründet. Der Name ist Programm: Airbed and Breakfast heißt die Langfassung, Luftmatratze und Frühstück also.

“Der Zugang ist wichtiger als der Besitz“, beschrieben die Gründer einst ihr Mission Statement. Inzwischen bietet Airbnb Zimmer in 220 Ländern und über 100.000 Städten an: Durch die mittlerweile sieben Millionen Inserate wurden inzwischen bereits 500 Millionen Menschen rund um den Globus eine Unterkunft vermittelt.

Chinas Hauptstadt Peking zählt bis Ende Februar wegen des Coronavirus allerdings nicht dazu. Wegen der unklaren Lage um den Coronavirus wolle Airbnb auch nicht vor dem dritten Quartal an der Börse debütieren, berichtet das Wall Street Journal.

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